Alita: Battle Angel

Alita: Battle Angel ★★½

Wenn 2 Stunden sich wie drei anfühlen und man sich währenddessen fast durchgängig fragt, wie wohl James Camerons Version ausgesehen hätte, dann sitzt du mittendrin in „Alita: Battle Angel“, das „Titanic“ der Neuzeit für all jene, denen Videospiele viel zu interaktiv sind und die „Speed Racer“ von den Wachowskis „gar nicht mal so schlecht“ fanden.

„Alita“ ist dabei nicht einmal das sensorische Großerlebnis, dass manche Kritiken und vor allem James Cameron im Vorhinein heraufbeschwören wollten. Digitale Welten mit gigantischen Setpieces kann heute jeder, Performance Capture ist längst im Mainstream abgekommen, aufregend oder gar erinnerungswürdig ist keine der großen Actionszenen. Robert Rodriguez hat für wuchtige Kinetik kein Händchen, wenn es bei ihm kracht, dann nie auf größerer Fallhöhe als in „Spy Kids 3D“. Extensive Zeitlupen und Kameragekreisel inklusive.

„Alita“ hat immer wieder sehr sympathische Momente, findet aber nie einen kohärenten Ton. Die Lovestory wirkt gehetzt und schmalzig, die Twists sind verschenkt, Alita selbst wechselt zwischen naiv, beherzt und arrogant so nahtlos, dass sie nur schwer greifbar ist, der restliche Cast ist sogar völlig konturlos. Am enttäuschendsten ist dabei aber, wie wenig Mühe darauf verwendet wird, die Welt und ihre Regeln vernünftig zu erklären. Am Ende bleiben derart viele Fragen offen, dass sich die Verwunderung darüber in die Liste der Logikfehler, Designpatzer und generellen Ungereimtheiten einreiht. Aber immerhin möchte ich jetzt mehr über die Animevorlage herausfinden...ist ja auch schon mal was.