Angel Has Fallen ★★★

Äh...wer sind sie und was haben sie mit der „Fallen“-Reihe gemacht.

„Olympus has Fallen“ war...nett. Allerhöchstens. Warum da allen Ernstes jemand einen zweiten Teil drehen wollte, lässt sich vermutlich nur damit erklären, dass Gerard Butler für nen Appel und‘n Ei am Set aufschlägt und die DVD-Auswertung ein paar Dollar über Breakeven in die Kasse gespült hat. „London has Fallen“ hat dann zwar mehr Tamtam gemacht, war ansonsten aber natürlich direkt ein ganzes Stück schlechter. Wer braucht da allen Ernstes einen dritten Teil?

Die Antwort lautet: „Angel has Fallen“ und ist...äh...gut? Was ist da denn auf einmal los? Ric Roman Waugh ist los. Der Mann, der mit „Felon“ und zuletzt „Shotcaller“ zwei phantastische Knastthriller abgeliefert hat (ernsthaft: schaut die!), holt aus der relativ platten Ausgangslage urplötzlich einen wuchtigen Actionkracher heraus. „Angel has Fallen“ ist immer dann am Besten, wenn es rummst oder wohlig-vertraute „Auf der Flucht“-Vibes durchsickern. Jada Pinket-Smith darf dann Befehle durch den Wald brüllen, wie einst Tommy Lee Jones, umgestürzte Fluchtfahrzeuge inklusive. Ich hab’s mal als nostalgische Verbeugung durchgewunken, kann man aber natürlich auch dreist geklaut finden.

Die Handlung ist ansonsten aber weiterhin nicht mehr als bloße Fassade. Zu Beginn rollt das Pacing noch über etwaige Ungereimtheiten hinweg, aber ab der Mitte driftet der Mix aus abstrusen Charakterentscheidungen und hanebüchenen Zufällen in Regionen ab, die mehr an Satire oder Fantasy erinnern. Auch die teils gruselig schlechten CGI-Effekte hätte man sich sparen dürfen - dann lieber gleich auf kleinerer Flamme köcheln, statt im Finale alle Nase lang Greenscreen-Explosionen aus der Photoshop-Hölle auszugraben.

Aber immer dann wenn ich gerade wieder mit dem Kopf schütteln wollte, fährt Waugh eines seiner Actionsetpieces auf, die getragen von einem der sattesten Sounddesigns des Jahres, zum Teil ordentlich Eindruck schinden. Auch weil der Schnitt sauber ist und die Kamera eine klar erkennbare Choreografie einfängt. Das hier ist nicht einfach nur hingerotzt, allein dafür muss man ja mittlerweile schon dankbar sein.

Ich mochte die Vater-Sohn-Geschichte, ich mochte, dass Nick Nolte seinen Raum bekommt und ich mochte, wie sehr es mich überrascht, dass ausgerechnet der letzte (?) Teil dieser eher mauen Reihe sich nochmal so steigern könnte. Ich hätte schwören können, dass der hier scheiße wird. Ist er nun nicht. Auch mal schön..