Bill & Ted Face the Music

Bill & Ted Face the Music ★★

In den 90ern waren „Bill & Ted“ noch irgendwie schrullig kultig. Die Popkultur hatte über die Jahre ja immer wieder Figuren ausgeworfen, die man heutzutage eher fragwürdig finden dürfte, von „Cheech & Chong“ bis „Erkan & Stefan“, viele davon allerhöchstens Produkte des Zeitgeistes und damit kaum geeignet für neuzeitliche Geschmäcker. Wobei - irgendwo gibt es sicherlich Menschen, die selbst heute noch über „Ey Mann, wo ist mein Auto“ lachen.

Ich bin keiner dieser Leute. Schon der zweite Teil „Bogus Journey“ ging nur mit viel Wohlwollen gerade so als „naja“ durch, im Jahr 2020 kann ich über das affige ge-„Dude“ der beiden tumben Protagonisten nicht mal mehr schmunzeln. Irgendwo hat das auch Charme, ja, aber volle 90 Minuten hält man das trottelige Deppentheater nicht aus, zumal Bill und Ted mittlerweile nur noch bescheuert wirken - im Original besaßen beide immerhin noch Herz und kindliche Schläue.

Alex Winter steht die Nummer noch am Besten, Keanu Reeves hat zwischen dem ersten „Bill & Ted“ und dieser Fortsetzung eh nicht großartig an darstellerischer Finesse hinzugewonnen. 1989 war Ted noch ein Produkt minderen Schauspielvermögens, 2020...irgendwie auch. Muss man trotzdem nicht witzig finden.

„Face the Music“ gibt sich alle Mühe Laune zu machen, feiert aber lediglich 30 Jahre alte Figuren und Selbstzitate ab. Strukturell funktioniert hier auch nix, weil die Töchter der beiden Chaoten im Grunde ihren eigenen Film erleben, der nicht nur wie nebenher erzählt wirkt, statt sich in die Haupthandlung einzufügen, sondern im Prinzip die Schablone der beiden Vorgänger 1 zu 1 wiederholt. Und das am Ende sogar die Musik allerhöchstens mäßig ist, ist eine echte Schande.