Bloodshot

Bloodshot ★★

Beginnt wie ein Werbespot für irgendein Lifestyle-Getränk, endet wie einer. Dazwischen: generisches Template-Kino aus dem Sammelordner für Action- und Superhero-Filmchen. Dabei bewegt sich die Chose nicht mal auf dem Level eher uninspirierter Marvel- oder DC-Verfilmungen, sondern lässt sich in Sachen Trashfaktor am ehesten mit „Wie Blade 3 mit Wesley Snipes, der aussieht wie Vin Diesel“ umschreiben. Als wäre die (R)evolution des Superheldenkinos der letzten 15 Jahre nie passiert, ist hier noch alles genauso plump, eindimensional und stümperhaft wie Anno Spawn. 

Vin Diesel hat das Schauspielen mittlerweile völlig aufgegeben, skurrilerweise bekommt „Bloodshot“ aber ohnehin erstaunlich wenig Screentime. Die gesteht man lieber den absurden Verwicklungen am Rande zu, den fiesen Verschwörung der fiesen Fiesewichte, die Bloodshot dann daraufhin totboxen darf, denn - natürlich - kommt er hinter den gemeinen Plan, den der Zuschauer so in etwa bereits aus so ziemlich jedem Actionfilm der letzten 4 Jahrzehnte entnehmen durfte. Nichts an „Bloodshot“ rechtfertigt die Entstehung dieses Films, nicht einmal die Prämisse - zumindest darf man jetzt aber mal wieder ein Kreuz auf der Stereotypen-Karte unter „im Labor gezüchteter Supersoldat büxt aus und macht dann alles kaputt“ setzen. 

Bonuspunkte gibt’s dafür, dass die Prügeleien (zumindest im ersten Drittel) halbwegs zu erkennen sind und Wucht haben. Das entschädigt dann sogar fast dafür, dass am Ende doch wieder nur mäßig animierte CGI-Strohpuppen durchs Bild fliegen. Zweiter Bonuspunkt: Guy Pearce, der hier natürlich wie Perlen vor die Säue wirkt, aber eben immer noch selbst ein Trashfest wie dieses veredelt.