Cut Off

Cut Off ★½

So deutsch, wie deutsches Kino nur sein kann. Unglaublich laienhaft gespielt, voller gestelzter Dialoge, unwirklicher menschlicher Interaktionen und gekünstelter Überbetonung. Selbst Moritz Bleibtreu erliegt hier dem Unvermögen eines Regisseurs, der das Wort Darstellerführung nicht mal dann buchstabieren könnte, wenn man ihm eine Waffe an den Kopf hält. Christian Alvart war mal die große Hoffnung für das hiesige Kino. Damals, als er mit „Antikörper“ bewies, dass Thrillerkino auch hierzulande nicht immer nur nach „Tatort“ aussehen muss. Dummerweise floppte der unweigerliche US-Gig „Pandorum“ bitter, sodass Alvart in den kommenden Jahren durch die Mühlen des bundesdeutschen Förder-Irrsinns gejagt wurde und - oh Ironie des Schicksals - sich an Auftragsarbeiten für u.a. Til Schweiger („Tschiller: Off Duty“) und den „Tatort“ abwirtschaften durfte. 

„Abgeschnitten“ ist daher die Essenz eines Schaffens, in dem es seit Jahren nicht mehr auf Genauigkeit und Sorgfalt ankommt. Wer im Eilverfahren billigen Sonntagabend-Trash für den Kneipenstammtisch herunterkurbeln muss, der achtet nicht mehr auf Szenenaufbau, Drehbuchstruktur und Kameraführung. Wenn Jumpscares dann ins Leere laufen, weil Figuren in der Unschärfe stehen, zu früh zu sehen sind und selbst der ohrenbetäubende Musik-Cue zum falschen Zeitpunkt erklingt, dann ist das wohl höchstens noch Kollateralschaden, der dann einfach in Kauf nimmt, dass es zumindest in der ersten Hälfte keine einzige spannende Szene gibt. Spannungskino ohne Spannung, dafür aber mit ganz viel Colorgrading - damit wir wenigstens aussehen, wie die, die es wirklich können. Damit ist er dann wieder bestätigt, der deutsche Standard. Danke dafür, lieber Tatort - du warst schon immer ein dummes Arschloch!