Death Wish

Death Wish ★½

Wenn Selbstjustiz und militante Selbstbefriedigung sich die Klinke in die Hand geben, dann hat mal wieder irgendwer die ollen Rachekamellen aus den 70ern exhumiert und versucht sich in der Ära Trump an unverhohlen plumper Tötungspropaganda für empörte Wutbürger. 
Das Ergebnis: Death Wish. Oder auch: Eine selten dümmliche Gewalt- und Rachepornographie, die eigentlich im Grunde gar nichts kann - wäre gerne Grindhouse (wie der letzte, extra in diesem Stil produzierte Trailer suggeriert), ist aber doch nur zahn- und glanzloses Geballer auf Vorabendserienniveau.

Ist erst seltsam blutarm und spaßbefreit, fährt dann plötzlich Folterexzesse und Oneliner auf.
Versucht der Hauptfigur erst in quälend kitschigen Familienszenen emotionalen Unterboden einzuhämmern, wirft dann aber erst jede Moral, dann alle Glaubwürdigkeit über den Haufen.
Und setzt mit Bruce Willis einen Schauspieler an die Front, der irgendwann zwischen der letzten Direct-to-DVD-Gurke und Hudson Hawk das Schauspielen längst aufgegeben hat - weite Strecken seiner Nullleistung grenzen hier an völlige Arbeitsverweigerung.

Wer eine billig gemachte, unzynische und amoralische Therapiestunde zum Abreagieren sehen will, der kann auch das ebenfalls schon gar nicht mal so gute Original mit Charles Bronson gucken. Alle anderen gucken mit Hobo with a Shotgun, Man on Fire oder Death Sentence denselben Film - in besser.