Demonic

Demonic ★½

Gibt es eigentlich schon einen Namen für das, was mit Regisseuren wie Neill Blomkamp passiert ist? „Richard-Kelly-ismus“? „Den Shyamalan machen“?! Wobei Letzterer ja immerhin noch zwei, drei starke Filme nach seinem Erstlingswerk veröffentlicht hat. Blomkamp produziert jedoch seit dem fantastischen „District 9“ konsequent Sondermüll auf einem Level, dass ernsthafte Zweifel an Blomkamps Talent aufkommen müssen.

„Demonic“ ist der definitive Tiefpunkt seiner Karriere. „Chappie“ und „Elysium“ sind beide schlechter, aber der obskure Mischmasch aus Okkult-Horror und Cybergedöns wirkt wie ein lieblos heruntergekurbelter Auftragsfilm für ein zweitklassiges US-PayTV-Angebot und riecht schwer nach Karriere-Abstellgleis. Ob Blomkamp nicht mehr die großen Budgets bekommt oder Bock auf die Nummer hatte, ist dabei eigentlich egal - das Endergebnis wäre wohl dasselbe gewesen.

„Demonic“ ist völlig unfokussiert. Statt zumindest eines der (bei besseren Filmen geklauten) Szenarios auszuerzählen, springt die Handlung durch wirre Abfolgen. Der anfangs eingeführte Virtual-Reality-Aspekt fliegt irgendwann einfach komplett aus dem Film, wird ersetzt durch Exorzismus-Gedödel von der Stange. Wäre da nicht die dauerhaft angespannte Musik, mir wäre oft nichtmal aufgefallen, dass ich mich jetzt gefälligst zu gruseln habe. Blomkamp fehlt jedwedes Gespür für Horror und Spannung.

Das hier war vermutlich als Kurzfilm für Blomkamps spannendes Oats-Projekt gedacht, mehr als eine Folge „Black Mirror“ steckt in der Prämisse jedenfalls nicht drin. Als Langfassung ist die Chose aber kaum zu gebrauchen. 

Mensch Neill, was‘ los?

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