The Hollywood Turk

The Hollywood Turk ½

Oh krass - so etwas ist mir seit den „Ballermann“-Stussfilmchen von Tom Gerhardt nicht mehr untergekommen: „Hollywoodtürke“ ist ein deutsches Selfmade-Projekt ala „Kartoffelsalat“ von irgendeinem Typen, der laut offizieller Synopsis „YouTube-Talent“ sein soll und damit natürlich erwartungsgemäß völlig unterirdisch.

Gedreht mit dem Produktionsbudget einer Büchse Dosenfleisch, ohne jedweden Anflug von Verständnis für die Basics des Filmschaffens. Setdesign bedeutet für Produzent und Regisseur Murat Ünal meist in leere Räume hinein zu filmen, die meisten davon wirken wie angemietete Kellerzimmer, eingerichtet mit allem was der Sommerschlussverkauf im Ein-Euro-Discounter grad so hergegeben hat. Colorgrading heißt hier den Kontrast auf Anschlag zu ziehen, damit Bäume und Wiesen in unnatürlichstem Neongrün erstrahlen und Hauttöne kaum mehr als solche zu erkennen sind. Blocking kennt er gleich gar nicht, jeder steht wild durcheinander, verdeckt gerne auch mal die Kollegen in der jeweiligen Szene. 

Anschluss- und Stellungsfehler, unschöne Perspektiven, falsches Framing und Szenenübergänge, die schon in den Neunzigern bei „Erkan & Stefan“ nicht mehr neu waren - „Hollywoodtürke“ ist Dilettantenkino für die ganz Hartgesottenen, denen Nachmittagstrash wie „Familien im Brennpunkt“ noch zu hochwertig produziert ist.

Heimliches Highlight der Unternummer ist ganz klar „„das Schauspiel““, für das es in der deutschen Sprache ganz ernsthaft keine Worte gibt, um es angemessen zu beschreiben. Ünal und seine komplett untalentierte Laientruppe stümpern sich durch eine endlose Barrage dümmster Anmachsprüche und Satzkonstrukte, es ist wahrlich kaum zu fassen.

Wie übrigens auch die Tatsache, dass der Mist von 20th Century Fox finanziert wurde. Wer noch wundert, wie das einstige Megastudio in den Bankrott steuern konnte - hier findet sich u.a. die Antwort.