Honey Boy

Honey Boy ★★★

Shia LeBeouf ist klasse als sein eigener Vater - was nicht im Ansatz das Weirdeste ist in einem  Film, in dem Shias echte RealLife-Lebensgefährtin die zärtliche Jugendliebe seines kindlichen Ichs spielt und Lucas Hedges (alias Shia) seinem Vater (also Shia) am Ende sagt, dass er einen Film über ihn zu machen gedenkt - den man gerade sieht.

Leider fühlt sich „Honey Boy“ weit mehr wie verfilmte Verhaltenstherapie an statt wie eine echte Geschichte. LeBeouf verarbeitet lediglich Schlüsselmomente seiner komplizierten Vater-Sohn-Beziehung, die aber nie richtig greifbar wirken. Für ihn mag das alles sehr traumatisch verlaufen sein, ich saß aber oft schulterzuckend im Kinositz. Und mehr als Momentaufnahmen kann „Honey Boy“ leider nicht.

Der Film endet so abrupt wie er beginnt, ohne LeBeoufs Werdegang je ernsthaft anzuschneiden. Über seine Zeit als Kinderstar, die internen Konflikte, die Ups und Downs hätte ich gerne mehr gewusst. Alles was ich jedoch jetzt weiß ist, dass Shias Vater ein ziemliches Wrack war und Shia eine gequälte Seele ist. Aber eigentlich wusste ich das dank PR-Kampagne und Trailer schon vorher...zu schade, dass der Film dem so gar nichts beizufügen hat.