Infinite

Infinite

Es ist wirklich irre, wenn man bedenkt, wie faul und dümmlich das Drehbuch von „Infinite“ ist, was…damit immerhin zur Performance des Hauptdarstellers passt, aber dazu gleich mehr. Antoine Fuqua scheint auf die eher alberne Prämisse (spezielle Menschen werden immer wieder geboren und erinnern sich an frühere Leben) aber schlicht und ergreifend keinen Bock gehabt zu haben.

Was mit einem unmotivierten VoiceOver beginnt („Es ist das Jahr Schnarchtausendundgähhn..“), ergeht sich danach rund 70 Minuten in Schuss-Gegenschuss-Drögerie nahe der Gehirnschlaggrenze, in denen sich Charaktere pausenlos Exposition ins Gesicht aufsagen, als wäre Tag der offenen Tür im Finanzamt. Ohne jedweden Esprit und, schlimmer, ohne irgendwas davon zu zeigen, werden Texte heruntergerattert, die himmelschreiend schwachsinnig sind.

Es gibt da zum Beispiel diese Waffe, den „Dethroner“, der die Seele eines Menschen auf einem kleinen Mikrochip speichern kann, damit die Seele nicht mehr wiedergeboren wird und…das sagen Charaktere einfach so in die Kameralinse, so ganz ohne sich vor Lachen zu bestrullern.

Apropos - die Darsteller: Chiwetel Ejiofor overacted sich als fieslicher Superfiesling halb um den Verstand, wobei seine Motive so abstrus wirken wie die russischen Unterwäsche-Models, die als Hench(wo)men durchs Bild stöckeln. Ihm merkt man bisweilen die Verzweiflung an, die man als Schauspieler wohl unweigerlich empfinden muss, wenn man solche Sätze aufsagen muss.

Nur, Marky Mark selbst, der lässt es ganz ruhig angehen. Lust hatte der auf die Stussnummer jedenfalls keine, warum auch. Da wird behauptet, Mark sei ein uralter Krieger, der schon zur Zeit der Azteken mit der Steinaxt metzelte. Und Mark so: „Echt jetzt?“ Und alle so: „Echt jetzt!“ Und Mark wieder: „Ach krass, ich glaube es kaum.“, wobei seine Mundwinkel in etwa so viel Bewegungsspielraum zeigen wie eine eingemauerte Straßenlaterne. Wahlberg actet ja gerne mal auf Mindestniveau, wenn er gelangweilt ist, aber „Infinite“ dürfte sein Magnum Opus in Sachen Arbeitsverweigerung sein.

Die CGI-Effekte sind schlecht, das WorldBuilding praktisch nichtexistent, mal abgesehen von diesen lustigen Unendlichkeit-Symbolen, die sich die ultrageheime Geheimorganisation auf Autositze hat sticken lassen und als Aufkleber an den Privatjet klatscht..Hach, es ist einfach eine Freude mit dem Blockbusterkino..