Kickboxer: Retaliation

Kickboxer: Retaliation ★½

Also, es ist so: Alain Moussi kommt in den Knast, weil Christopher Lambert, der gerade erst vom letzten Facelifting nach Hause gekommen scheint, bemerkt, dass Moussi im ersten Teil Dave Bautista totgetreten hat. Deshalb bekommt Lambert einen schweren Anfall von Overacting, wackelt ganz viel mit den Armen, sagt dabei drollig-doofen Quatsch und will nun, dass Moussi gegen seinen Superchampion Halfgar Björn Dingensbummens kämpft, den er aus Game of Thrones rausgecastet hat.

Wie gut aber, dass im Knast zufällig Jean Claude van Damme aus Teil 1 rumsitzt, der jetzt blind ist, aber das gar nicht so schlimm findet, weil er jetzt Gedanken lesen kann oder Yoda ist oder sowas. Außerdem stehen im Knast noch Mike Tyson und Ronaldinho (jap, der Fußballer..🤷‍♂️) rum, die Moussi erst boxen (weil, das machen echte Männer so!), dann aber wieder lieb haben und trainieren. Weil...steht so im Drehbuch.

Dann entführt jemand die Frau von Moussi, was dem die gesamte emotionale Bandbreite seiner Schauspielkunst abverlangt. Sprich: er glotzt starr ins Nichts. Stichwort: starr - der unmotivierte Schwertkampf zwischen Lambert und Van Damme wirkt ein bisschen, als würden sich zwei Opis aus der Doppelherz-Werbung mit Muttis Essbesteck pieksen, während der Stunt Coordinator weinend in der Ecke kauert.

Aus dem Nirgendwo kommt dann ein Typ hinzu, der derart schlecht spielt, dass ich erstmal googlen musste, ob da der Produzent seinem talentlosen Schwager eine Filmrolle versprochen hat. War dann aber doch nur der Sohn von Jean Claude van Damme (also in echt). Dann wird aus „Kickboxer“ plötzlich „Mission Impossible“, mit Verfolgungsjagden, einem Motorboot und Fahrradstunts. Die sind so stümperhaft inszeniert, dass ich mich ein bisschen für den weinenden Fight Choreografen gefreut habe, weil die Keilereien nun immerhin nicht mehr der lächerlichste Teil der Action sind.

Es folgen 30 Minuten Endkampf, der eine interessante Mischung aus Dauerzeitlupe, völligem Unverständnis für Dynamik und Kamerwinkeln darstellt, die das erbärmliche Rumgehaue wie Schulhofboxen aussehen lässt.
Am Ende benutzt Moussi dann etwas, dass Meister Van Damme als „den Killerkick“ bezeichnet. Dann ist aus. 

Was hier nach 15 Mark Siebzig klingt, hat übrigens 13 Millionen US-Dollar gekostet, die der Film mit einem Einspiel von 100,000 Dollar nur ganz knapp um 13 Millionen US-Dollar verpasst hat. Ob wir da vom  „Kickboxer“-Franchise wohl noch mehr hören werden? Ich bin jedenfalls mindestens so gespannt wie Christopher Lamberts Gesichtszüge! 🥳