Parasite ★★★★½

Uuund da hätten wir vermutlich das cineastische Schlusswort 2019: „Parasite“ ist eine wahre Freude. Inszenatorisch so meisterhaft konzipiert, strukturiert und gefilmt, dass man sich die Finger lecken möchte, gespickt mit ein paar der schönsten Bildkompositionen, die man dieses Jahr im Kino finden wird, spielt Bong-Joon Ho mit den Genres, als wäre es ein Kinderspiel. „Parasite“ ist packend, perfide, bisweilen absurd komisch, sensibel und bitterböse, erstaunlicherweise sogar oftmals alles gleichzeitig. Und während man noch fasziniert staunt, wie sich all diese Fäden mühelos miteinander verweben, entfaltet sich mit jeder verstreichenden Minute eine brillante Reise in den Abgrund. Bong-Joon Ho beginnt sein Meisterwerk so unschuldig wie irgend möglich, stößt seine Figuren ab der Filmmitte in einen Strudel, aus der keine von ihnen unversehrt hervorgehen wird. Wie oft da pures Erstarren und Lachen beieinander liegen, bleibt bis zum Ende ein kleines Wunder. Angereichert mit bissiger Kritik am koreanischen Sozialgefüge, getragen von exzellenten Darstellern und gesegnet mit dem unvergleichlichen Selbstverständnis, das nur die großen Meisterregisseure auf ihre Werke projizieren. Vielleicht minimal zu lang, ansonsten aber sehr viel Liebe hierfür!