Pet Sematary

Pet Sematary ★★½

„Manchmal sollte man die Dinge einfach unter der Erde lassen“ - wie zum Beispiel Stephen Kings relativ okayen Friedhofsgrusler, dessen abgestandene Prämisse im Jahr 2019 so wirkt, als wäre sie schon zigfach exhumiert worden. Tote, die aus dem Jenseits zurückkehren - das war 1989 noch für ein, zwei wohlige Schauer gut, heutzutage wirkt das genauso originell wie es das endlose Dauergeremake halt zulässt.

Problematisch an „Friedhof der Kuscheltiere“ ist dabei aber nicht, wie altbacken die Grundidee daher kommt, sondern wie sie inszeniert ist. Hier wirkt das Remake nicht selten, als wäre es irgendwann zur Zeit des Originals hängen geblieben und fährt stur eine plumpe Aneinanderreihung billigster Jumpscares aus der Grabbelkiste auf - Katze im Schrank, Kind läuft ins Bild, Auto brettert an der Kamera vorbei. Vorher verstummt noch die Tonspur und - BUH. In Punkto Effekthascherei arbeiten sich die Macher an nahezu jedem Stereotyp des Genres ab.

Dass das Horrorgenre mittlerweile auch mehr zu bieten haben kann, als die heruntergewirtschaftete Fließband-Ästhetik einer Jahrmarkt-Geisterbahn, ist dem Studio auf der Suche nach möglichst schnell weg zu produzierenden Stoffen offenbar entgangen. „Pet Sematary“ hat keine Metaebenen, keine tieferen psychologischen Aspekte, keine Schocks, die sich aus Urängsten speisen würden. Hier ist alles lediglich laut und plakativ. Und - alter Schwede - so dermaßen vorhersehbar...

Das ist alles umso tragischer, weil die Möglichkeiten durchaus gegeben waren. Das Budget war da, entsprechend wertig sieht die Nummer aus. Andererseits: welcher Film tut das heute nicht mehr?! Schön auch, John Lithgow wieder spielen zu sehen, Jason Claarke geht ebenfalls immer - die Darsteller schlagen sich den Umständen entsprechend. Und hier und da lockern neue Ideen die Handlung auch für Kenner des Originals auf, wobei das Ende des Originals wesentlich besser funktionierte.

Bleibt wie immer die Frage, wer dieses Remake jetzt gebraucht hat? Nun, außer Stephen King und dessen Finanzberater wohl niemand, die sich beide wahrscheinlich gerade in diesem Augenblick halb tot lachen, dass sich mit uralten Geisterschinken selbst heute noch Geld verdienen lässt - denn neue Geschichten erfinden...wer macht denn sowas?