Rocketman

Rocketman ★★★★

Anders als „Bohemian Rhapsody“ kein reines Biopic, sondern Rock-Musical, dass oft genauso schillernd und überbordend ist, wie Elton Johns Persona. Brillant gespielt von Taron Egerton und Jamie Bell, bis unter den Rand mit cleveren, visuellen Ideen und Übergängen gesegnet, wobei das schiere Tempo der Handlung oft erschwert, emotionalen Zugang zu den Figuren zu finden.

Ich mochte vor allem, wie die Songs in die Handlung und Schlüsselmomente eingebunden werden. Statt wie andere Musicals die Narrative in den Shownummern anzuhalten und erst nach dem Song wieder anzuknüpfen, treiben die Songs hier den Film auf intelligente Weise voran. „Rocketman“ist dabei vor allem ein schöner Merkzettel für alle (wie mich), die ein wenig vergessen haben, was für ein musikalisches Genie, wie vielseitig Elton John ist und vor allem - wie viele Kracher im Laufe seiner Karriere auf sein Konto gingen.

Das Drehbuch hätte allerdings noch besser zugespitzt werden können - „Rocketman“ reißt erst gegen Ende richtig mit, vorher verlieren sich viele Momente im Rausch aus Gesangsnummern, Exzentrik und der simplen Figurenzeichnung. Insgesamt daher minimal schwächer als „Bohemian Rhapsody“, aber trotzdem ein absolutes Muss und ein definitiver Garant für zwei richtig prächtige Stunden Kino.