The Disaster Artist

The Disaster Artist ★★★★

Wer irgendwann mal die cineastische Vollkatastrophe „The Room“ über sich ergehen lassen musste, hätte sicher kaum erwartet, dass die Entstehungsgeschichte dieses Machwerks mal ein glorreicher Spaß werden würde. Und doch - The Disaster Artist ist zum Lachen, Staunen, zum Kopfschütteln. Der Film funktioniert dabei als faszinierend-skurrile Abart der gewohnten Mär vom „American Dream“, die im zweiten Drittel dann sogar überraschend düster wird und damit ironischerweise als tragische Hauptfigur nicht Tommy Wiseau selbst, sondern Greg Sestero herausarbeitet, der mit stoischer Ruhe die mal absurden, mal gefährlich destruktiven Eskapaden von Wiseau erträgt.
Für ein Biopic fehlt dabei letztlich doch etwas der gewisse Kniff. The Disaster Artist ist weder so herrlich bittersüß wie Tim Burtons „Ed Wood“, noch so virtuos inszeniert wie die ganz Großen des Genres. Trotzdem ist das hier großes, mit viel Liebe zum Quellmaterial gemachtes Kino, voller Gastauftritte und EasterEggs und einer berauschenden Vorstellung von James Franco, der in seiner Rolle praktisch verschwindet. Ganz Abseits der gegen ihn vorliegenden Anschuldigungen hätte eine Oscar-Nominierung als Anerkennung für eine brillante Leistung eigentlich reine Formalität sein müssen.