The First Purge

The First Purge ★½

Es ist und bleibt erstaunlich und ekelerregend abstoßend zugleich, wie es Hollywood immer wieder schafft, aus jeder halbwegs erfolgreichen Kleinstidee, ein Franchise zu pressen, das mit jeder weiteren Iteration völlig vergessen lässt, warum Teil 1 mal irgendwen gejuckt hat.

Nun war schon "The Purge" im Jahr 2013 eine eher okaye Idee, die gerade so in ihrem beschränkten Rahmen funktionierte. Ein kleiner, recht effektiver Home-Invasion-Thriller, dem das große Budget für mehr Theater fehlte. Genau hier setzt ein typisches Paradox ein: obwohl genau dieser Verzicht auf Getöse dem Film gut stand und "The Purge" genau deshalb zum Achtungserfolg geriet, schließt die Produzentenriege daraus - "Das muss größer werden!"

Dass größer in diesem Fall auch gleich noch beschissener bedeutet, hat schon der belanglose Election Day gezeigt, "The First Purge" unterbietet diese Schmalspurmesslatte aber sogar noch. Das "First" im Namen lässt zwar auf irgendeinen Einfall schließen, der diese Nummer rechtfertigt, aber - Überraschung - den gibt es natürlich nicht. Stattdessen spult "First Purge" dieselbe Leier einfach noch einmal herunter, senkt dabei sogar noch den Gewaltgrad und hat zur eigentlich gar nicht mal unspannenden sozial-politischen Kernthese rein gar nichts beizutragen.

Stattdessen mutiert die blutleere Chose im letzten Drittel zum plumpen Rambo-Kasperletheater, in dem ein Charakter im John-McClane-Gedächtnis-Shirt ganze Militäreinheiten wegpustet. Etwaige Zwischentöne haben sich da längst in den Äther der Belanglosigkeit verflüchtigt - und mit ihnen hoffentlich diese unsäglich unnötige Reihe.