The Lodge ★★★

Hey, du. Ja, du. Na...gute Laune heute? Ja? Das muss doch aber nicht sein! Wirklich nicht. Dagegen kann man was machen. Ganz einfach. Hier... ich hab da einen brandheißen Tipp. Einfach eine Kinokarte für „The Lodge“ an der Kasse verlangen, in die vorderen Reihen setzen und du wirst sehen - keine 5 Minuten im Film ist die Stimmung im Arsch. Ja, ehrlich. Versprochen.

„The Lodge“ beginnt vielversprechend und steckt tonal damit direkt schon mal das Territorium ab. Hier geht es ans Eingemachte. Der psychologische Ballast der Figuren wird den Horror, der noch folgend wird, um ein Vielfaches verstärken, ihr werdet sehen.

Dummerweise sieht man dann aber - weitestgehend nichts. In den schummrig ausgeleuchteten Ecken der oftmals toll gefilmten Hütte passiert weit weniger, als der Trailer vermuten lässt. „The Lodge“ liebäugelt mit der beklemmenden Verdichtung des Cabin Horrors, mit religiösen Kulten und der Symbolik klassischer Geistergeschichten - und ist am Ende nichts davon so richtig. Stattdessen mischt ein Twist der Güteklasse „so offensichtlich und unglaubwürdig, das machen die ni...okay, sie machen ihn“ die Karten nochmal völlig neu. 

Immerhin haben die Macher danach den Mumm, die Nummer auf diesem Kurs bis zum Ende durchzuziehen. Dieses entlässt den Zuschauer dann mit eingangs erwähnter Laune. Zwar einerseits, weil „The Lodge“ durchaus stimmig und atmosphärisch inszeniert ist und die Geschichte konsequent im Ton der vorangegangenen Minuten auserzählt. Aber auch, weil sich hier viel Potential in den dunklen Ecken der verlassenen Hütte verflüchtigt.