The New Mutants

The New Mutants ★★

Kann man eigentlich schon von Etikettenschwindel sprechen, wenn die Trailer einen Horrorfilm im X-Men-Universum versprechen, man dann aber eine Stunde Kindertheater im dramatischen Spektrum einer Folge „Bibi & Tina“ bekommt - ohne Horror und erst recht ohne X-Men? Dafür allerdings mit ganz viel stümperhaften Dialogen, die immerhin mit den furchtbaren Schauspielleistungen eine kreative Symbiose eingehen. Das ist „New Mutants“ - ein Film, der rund zwei Jahre lang munter hin und her verschoben wurde und dem man nun, jetzt da er endlich da ist, nach wenigen Augenblicken ansieht, warum das so ist.

Die Prämisse wirkt wie der Stoff aus dem man Spinoffs oder TV-Mehrteiler macht, nichts davon schreit nach großer Leinwand. Auch weil „New Mutants“ dem Mutantenmythos so überhaupt nichts hinzuzufügen hat. Außer der Idee, dass auch X-Men-Filme neuerdings in anderen Genres (hier nun Horror) fischen gehen können.

Der eigentliche Horror an „New Mutants“ ist derweil einzig und allein, wie sehr die Macher missverstanden haben, dass echter Grusel nicht einfach durch schaurige Bilder erzeugt wird. Ohne jedwedes Gefühl für Timing, für Build-Up, Atmosphäre oder selbst elementare Basics wie Lichtstimmung verpuffen sämtliche Versuche irgendwie schaurige Momente zu erzeugen im Nebel der CGI-Flammen.

Übrig bleiben 70 quälend lange Minuten pursten Teenie-Cringes, der sich am Ende immerhin in einem tosenden Krawallfinsle entlädt, das für die vorangegange Langeweile aber nicht mehr zu entschädigen vermag.

„New Mutants“ kann darüberhinaus wirklich gar nichts. Es gibt keine greifbaren Antagonisten, 
selbst die ermüdend ausgelatschten Kernthemen der X-Men-Filme (Andersartigkeit, Selbstfindung, Angst vor dem Übergang zur Adoleszenz) bleiben völlig außen vor. Die Charaktere bleiben trotz eher überschaubarer Ensemble-Größe blass und schablonenhaft.

„New Mutants“ ist damit zwar nicht die Vollkatastrophe, die manche Reviews vermuten lassen, aber immerhin noch scheiße genug, um sich so richtig schön über die verlorene Lebenszeit nach dem Kinobesuch zu ärgern.