The Night House

The Night House ★★★½

David Bruckner fehlt zwar noch der große Wurf, vor allem im Vergleich zu Ari Aster (Hereditary) oder Robert Eggers (The Witch), die aus dem Stand Meisterhaftes vollbracht haben, aber Bruckners Anthology-Filmen oder seinem Folklore-Horror „The Ritual“ merkt man deutlich an, dass da jemand eindeutig mit den Regeln und Manierismen des Genres umgehen kann. Und solche Leute, die gibt’s nicht oft. Bruckner hat insbesondere ein Händchen für Stimmung, für Bedrohliches und Unbehagen. Auch wenn „The Night House“ nicht auf JumpScares verzichtet, verlässt er sich doch überwiegend auf andere Assets - das exzellente SoundDesign zum Beispiel, den bedrückenden Score oder seinen wichtigsten Trumpf, Rebecca Halls Augen. Die spielt als habe sie wirklich gerade einen geliebten Menschen verloren und geisterhafte Erscheinungen im Haus gesichtet.

Mir zerfasert das Mysterium dann leider gegen Ende zu sehr. Bruckner verliert sich dann zu sehr in Strukturen, die mehr an generische Thrillerplots erinnern, statt auf Rebecca Halls wunderbar introspektives Spiel mit Verlust, Trauma und Trauer zu bauen. Der Schluss wird die Gemüter entzweien - für mich ging es aber in Ordnung, dafür ist die Atmosphäre davor zu dicht, um sich nicht darin zu verlieren. Ich bin sehr gespannt, was Bruckner als Nächstes macht.

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