BeHaind has written 17 reviews for films during 2017.

  • Bright

    Bright

    ★★

    Wow. 90 Millionen Dollar. Und nicht einer davon in ein koheräntes Wort im Drehbuch investiert. Wer dachte, Suicide Squad sei schlecht strukturiert und geschnitten - viel Spaß hiermit.

  • Star Wars: The Last Jedi

    Star Wars: The Last Jedi

    ★★

    Es gibt eine Szene, etwa in der Hälfte von The Last Jedi, in der mir regelrecht warm ums Herz wurde. In diesem Moment gelingt Regisseur Rian Johnson nahezu perfekt die schwierige Gratwanderung aus nostalgischem Fanservices, Heldenmythos und großer Bildästethik. Nur vier, fünf Minuten lang, aber - Junge - war ich gebannt.

    Es ist die einzige Szene in The Last Jedi, bei der ich diese Begeisterung empfand. Es gibt noch eine größere Überraschung, die ich nicht kommen sah, deren Auswirkungen und…

  • The Greatest Showman

    The Greatest Showman

    ★★

    Voller Klischees, bis unter den Rand mit Pathos und Schmalz zugekleistert, aufdringlicher, teils verlogener Moral, die obendrein mit dem Holzhammer vermittelt kommt und einer Musikvideo-Ästhetik, die nicht so recht zum Rest des Films passen mag. Wie frühe Disney-Klassiker, in echt, minus deren großartige Nebenfiguren. Was den Film vor dem Totalausfall rettet sind die wirklich guten Choreografien und Gesangseinlagen, auch wenn die Songs überwiegend aus Zuckerwatte-Pop besteht.

  • Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

    Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

    ★★★★

    Martin McDonagh ist für mich spätestens seit „Seven Psychos“ der Regisseur, der die Coen-Brüder gern wären. „Three Billboards“ trägt wieder diese ihm eigene DNA: Im Gewand einer tragischen Geschichte voller Figuren, die man allesamt eigentlich nicht mögen dürfte, kommt hier einer der witzigsten, traurigsten und menschlichsten Filme des Jahres, voller ambivalenter Charaktere und Konflikte. Das Timing der Dialoge ist selbst in guten Komödien selten besser, dabei will einem doch das Lachen häufig viel eher im Hals stecken bleiben.
    Frances McDormand war…

  • The Killing of a Sacred Deer

    The Killing of a Sacred Deer

    ★★★★½

    Seit Hanekes „Funny Games“ hab ich mich im Kino nicht mehr so unwohl gefühlt und wurde dabei so in den Sog eines Films gezogen, der mit jeder Minute faszinierender und bösartiger wird. Perfekt getimt und geschrieben, brillant durchexerziert, mit einer Kaltschnäuzigkeit und Stilsicherheit, die man gesehen haben muss. Wer sich auf die Figuren, ihre kranken Spielchen und ihr Leiden einlässt, wird selbst am Ende völlig entrückt das Kino verlassen. Ein bisschen zu lang, aber ansonsten: Meisterhaft!

  • Detroit

    Detroit

    ★★★½

    Mit fähiger Hand hochsolide heruntergefilmt und für die Komplexität des Themas gekonnt durchstrukturiert, gefällt Detroid sowohl als Sittengemälde und Zeitzeugnis, als auch als ultraspannender Thriller. Exzellent gespielt, toll ausgestattet und bis zum zweiten Drittel erstaunlich gut gepaced, geht dem Film hinten raus etwas die Puste aus. 20Minuten weniger auf der Uhr und die Handlung hätte nicht mal gelitten. Trotzdem faszinierend bedrückend.

  • Justice League

    Justice League

    ★★½

    Ich mach es kurz: auf einzelne Szenen beschränkt, macht das Theater immer mal wieder Spaß, als Ganzes ist Justice League ein planloses Flickwerk, dem mehr fehlt als eine klare Linie. Eine Vision, ein übergeordneter Sinn, selbst auf einen kohärenten  Tonfall konnte man sich hier nicht einigen. Sinnbildlich dafür ist die Musik von Danny Elfman, der hier erstmals seit Jahren endlich mal wieder richtig schön theatralisch und pompös wird, alte Hauptthemen einwebt und virtuos verknüpft. Passt nur leider alles so überhaupt…

  • Girls Trip

    Girls Trip

    ½

    Klischees, Pinkelwitzchen, mittelalterliche Rollenbilder, Gekreische und Dramaelemente aus dem EinmalEins für Drehbuchautisten: LANGE im Kino nicht mehr derart audiovisuell vergewaltigt worden!

  • Coco

    Coco

    ★★

    Pixar waren für mich immer das mutigere Disney. Die sich was trauten. Die einen kleinen Roboter menscheln ließen, fast ohne ein gesprochenes Wort. Die eine völlig krude Idee von Luftballons und fliegenden Häusern in eine wundervolle Ode an das Leben und Lieben verwandeln. Pixar war immer irgendwie...anders.

    Coco bemüht sich redlich anders zu sein, setzt dabei aber allein auf das ungewöhnliche Setting. Ansonsten ist das hier alles biederstes Malen-nach-Zahlen, ein völlig schmerzfreies Abhaken der Handlungsfäden-Wohlfühlcheckliste, bei der weder visuell noch…

  • Murder on the Orient Express

    Murder on the Orient Express

    ★★½

    Überkandidelte Theatralik kurz vor der Schmerzgrenze und sowohl in Punkto Optik als auch Gestik ermüdend prätentiös. Mord im Orient-Express ist damit ganz typisch Kenneth Brannagh, der seine Theaterherrkunft stets überdick auf die Stulle schmiert. Am Ball bleibt man dann doch dank seines Hercule Poirot, den er herrlich kauzig spielt und dem (gerade für Nicht-Kenner von Vorlage und Vorgängern) launigen Ratespiel. Der Rest vom Staraufgebot glänzt im Grunde nur durch Anwesenheit, viel Raum bekommt hier niemand. Und am Ende wird durch…

  • Mark Felt: The Man Who Brought Down the White House

    Mark Felt: The Man Who Brought Down the White House

    ★★

    Erschreckend wenig tatsächliche Aufarbeitung der Watergate-Umstände, stattdessen viel hohle Phrasen und überpatriotisiertes Durchjubeln der Hauptfigur und ihrer Ideale, ohne je kritisch zu hinterfragen. Obendrein gibt es zwei Handlungseben, die keinerlei Relevanz für den restlichen Kontext haben und offenbar nur existieren, um die ohnehin schon dünne Geschichte irgendwie auf Spielfilmlänge gestreckt zu bekommen. Liam Neeson und der Großteil des Casts können schon was, verschenken sich hier aber an ein grausiges Drehbuch.

  • Life

    Life

    ★★★½

    Ich bin ein riesiger Fan der "Alien"-Reihe. Vielleicht auch, weil an dessen Genre-Definition‪ bis heute kaum ein anderer Film heranreicht. Und jetzt ist da "Life", ein Film, dessen erste Trailer richtig gut waren, aber von dem ich im Leben nicht gedacht hätte, dass dies das Nächste ist, was je an Ridley Scotts Meisterstück herangerückt ist.
    Der Fairness halber muss man sagen, dass "Life" dies vor allem durch ausgiebiges Zitieren vollbringt. Die Zusammensetzung der Crew, die klaustrophobische Enge der Raumstation, die…