BeHaind has written 81 reviews for films during 2019.

  • Cats

    Cats

    Wolltet ihr schon immer mal „Cats“ das Musical sehen, wart aber bisher zu faul Karten dafür zu kaufen? Dann geht doch demnächst in Tom Hoopers kleines Tanzdebakel. Das ist als hätte jemand einfach besagtes Musical stur abgefilmt - und dann ist irgendjemand ganz furchtbar auf der Faceswap-App ausgerutscht und der Deepfake-Algorithmus ist mitten im Durchrechnen abgestürzt.

    „Cats“ ist nicht nur in nahezu jeder Einstellung ein grauenhafter Horrortrip in die Uncanny-Valley-Hölle, samt Compositing- und GreenScreen-Albtraum, er funktioniert für mich aus denselben…

  • Star Wars: The Rise of Skywalker

    Star Wars: The Rise of Skywalker

    ★★★

    Es gibt im englischen Filmvokabular den Begriff „Build Up“. Gemeint ist damit die Art und Weise mit der Autoren auf besondere Schlüsselmomente hinarbeiten. Damit Rian Johnson in „Last Jedi“ unsere Erwartungshaltung so frech „subverten“ konnte, muss man überhaupt erstmal Erwartungen schüren.

    Genau hier liegt das Kernproblem von „Rise of Skywalker“. Gerade vor dem Hintergrund der massiven Kritik am direkten Vorgänger, wird zu Beginn zwar irgendwie klar, warum J.J.Abrams sich direkt in den ersten zehn Minuten entscheidet, zahlreiche Entwicklungen aus „Last…

  • Jumanji: The Next Level

    Jumanji: The Next Level

    ★★½

    Nach 45 Minuten wird mir immer noch dieselbe Exposition den Rachen hinunter gezwungen, die ich schon in Teil 1 durchgestanden habe und ich wünsche mir ernsthaft meine Lebenszeit zurück.

    Ansonsten wie der Erste, nur in länger und unlustig.

  • 6 Underground

    6 Underground

    ½

    10 Sekunden sind um - 32 Schnitte. Auto, grün, Closeups auf Augen, Lenkrad, Hände.
    Ich erkenne nichts, aber irgendwo fährt ein grüner Nissan..GANGSCHALTUNG. Jemand sagt Italien. Vier Passagiere. Ryan Reynolds schimpft.
    Oh...eine Einstellung, die länger als zwei Sekunden..GANGSCHALTUNG.
    Zwei Autos kollidieren, keine Ahnung warum. Nonnen, zeigen den Stinkefinger. Zeitlupe. Melanie Laurent wurde in den Bauch geschossen, findet sie aber gar nicht so schlimm. Einer sagt squirten!
    GANGSCHALTUNG 
    Mehr Zeitlupe. Mehr Stinkefinger. Quietscheente. Jemandem fliegt IN ZEITLUPE eine Taube an den…

  • Marriage Story

    Marriage Story

    ★★★½

    Joaquin Phoenix muss jetzt ganz stark sein - aber das wird nächstes Jahr vermutlich wieder nix mit dem Oscar. Und als jemand, der regelmäßig dabei zusehen muss, wie sich Scarlett Johannson an belangloses Comic-Theater verschenkt, ist es einfach nur beruhigend schön zu sehen, was für eine kraftvolle und rohe Leistung ein Charakter-Regisseur aus ihr rauszuholen vermag.

    Ein starker, exzellent geschriebener Film, dessen einzelne Momente leider zu oft keinen Schlusspunkt finden.

  • Klaus

    Klaus

    ★★★★

    Es ist schon bezeichnend, dass der beste Animationsfilm des Jahres ausgerechnet von einem kleinen Studio in Spanien in traditioneller Zeichentrickkunst gefertigt wurde, dessen Oberhaupt einst Disney verlassen hatte, um Filme wie „Klaus“ zu machen. Die verquere Message (Geschenke/Konsum machen glücklich) mal außen vor ist das ein wundervoller Trip in eine längst vergangene Kinoära voller Herzenswärme, tollem Timing und ganz ohne Tiersidekicks und unsinniges Gesinge.

  • 1917

    1917

    ★★★

    Es gibt eine ganze Reihe von Momenten in „1917“, die sind schlicht atemberaubend: die klaustrophobische Hatz durch ein einstürzendes Tunnelsystem. Oder die unfassbare  Finalsequenz. Und eine Szene bei Nacht, nur erhellt vom gleißenden Licht der deutschen Leuchtkugeln. In diesen Momenten wird deutlich, dass „1917“ ein technisches Wunderwerk ist. Und dass er abseits des OneShot-Gimmicks leider kaum funktioniert.

    „1917“, dass wurde leider schon im Vorfeld breitgetreten, ist einer der Filme, die als große Plansequenz konzipiert wurden. Laut Sam Mendes, um die Dringlichkeit des…

  • Knives Out

    Knives Out

    ★★★

    Hat viel Esprit, schöne Anspielungen und ist frech geschrieben - aber mein Gott hab ich mich gelangweilt über große Strecken. Die Charaktere sind im Ansatz clever konzipiert, aber wie üblich bei Ensembles dieser Größe, dürfen nur einige Wenige ihr Potential entfalten. „Knives Out“ verspinnt sich für meinen Geschmack zu sehr in der eigenen, angenommenen Cleverness und vergisst dabei, es wirklich zu sein.

    Nett. Mehr nicht.

  • Honey Boy

    Honey Boy

    ★★★

    Shia LeBeouf ist klasse als sein eigener Vater - was nicht im Ansatz das Weirdeste ist in einem  Film, in dem Shias echte RealLife-Lebensgefährtin die zärtliche Jugendliebe seines kindlichen Ichs spielt und Lucas Hedges (alias Shia) seinem Vater (also Shia) am Ende sagt, dass er einen Film über ihn zu machen gedenkt - den man gerade sieht.

    Leider fühlt sich „Honey Boy“ weit mehr wie verfilmte Verhaltenstherapie an statt wie eine echte Geschichte. LeBeouf verarbeitet lediglich Schlüsselmomente seiner komplizierten Vater-Sohn-Beziehung,…

  • Booksmart

    Booksmart

    ★★★½

    Killer-Soundtrack, großartige Darsteller, ein gutes Auge für Timing und herzliche Momente, herrlich frech und scharfzüngig und...sympathisch wie Sau.
    Der Rahmen ist dann aber doch zu sehr Schema, alle üblichen Teenie-Movie Klischees werden einmal durchgereicht, auch wenn es zumindest ansatzweise frisch verpackt wirkt. Wird gegen Ende aber immer besser.

  • A Hidden Life

    A Hidden Life

    ★★★

    Vielleicht hab ich Terrence Malicks Zauberstückchen einfach einmal zu oft gesehen, aber die viel gepriesene Rückkehr des legendär schrulligen Maestros kann ich nicht erkennen. Malick hält sich erstmals seit „The New World“ wieder an einen narrativen Faden, ja. Aber von Werken wie „Badlands“ oder „Days of Heaven“ ist „A Hidden Life“ Meilen entfernt. Selbst „The Thin Red Line“, der schon deutlich die Richtung aufzeigte, wohin Malick zuletzt unumkehrbar abdriftete, war noch weit besser ausbalanciert. So gut wie dort war Malick…

  • The Irishman

    The Irishman

    ★★★★

    Es ist ein bisschen, als hätte ich "Goodfellas" zum allerersten Mal gesehen und mittendrin wäre die Zeit stehen geblieben. All die geliebten Gesichter sind wieder da: drüben von "Mean Streets" sind sie gekommen, ein paar alte Bekannte aus "Casino" und sogar ein Ehrengast der Corleone-Familie lässt sich blicken. Sie alle sitzen an einem Tisch und kochen gemeinsam ein Süppchen, an dem sich nun 30 Jahre lang zahllose Filmemacher verhoben haben. Ein hochkomplexes Gespinnst aus Figuren, kleinen Schicksalen, großen Wendungen in…