BeHaind has written 81 reviews for films during 2019.

  • All About Me

    All About Me

    ★★★

    Brillantes Ensemble, im deutschen Film vielleicht eines der besten der letzten Jahre. Caroline Link lässt ihren famosen Darstellern aber auch viel Raum und rückt sie stets ins rechte Licht. Aber dieser Junge - leider nicht meins. Ebenfalls super gespielt, aber die Figur des jungen Kerkeling verkörpert leider alle Aspekte, die ich auch am „alten“ Kerkeling nie wirklich mochte. Billige Kostüme, affektiertes Kasperletheater, Tussigeschnatter. Und am Ende: Horst Schlämmer als kleiner Scheißer...ne lasst mal.

    Was ich an Kerkeling stattdessen schon immer…

  • Alita: Battle Angel

    Alita: Battle Angel

    ★★½

    Wenn 2 Stunden sich wie drei anfühlen und man sich währenddessen fast durchgängig fragt, wie wohl James Camerons Version ausgesehen hätte, dann sitzt du mittendrin in „Alita: Battle Angel“, das „Titanic“ der Neuzeit für all jene, denen Videospiele viel zu interaktiv sind und die „Speed Racer“ von den Wachowskis „gar nicht mal so schlecht“ fanden.

    „Alita“ ist dabei nicht einmal das sensorische Großerlebnis, dass manche Kritiken und vor allem James Cameron im Vorhinein heraufbeschwören wollten. Digitale Welten mit gigantischen Setpieces…

  • mid90s

    mid90s

    ★★★★

    Wundervoller, kleiner Trip in meine und deine Jugend, getragen vom besten Soundtrack des Jahres, wunderbar natürlichen Dialogen und Kinderdarstellern, denen man zu keiner Sekunde anmerkt, dass sie gerade schauspielen. Echt, ehrlich und toll beobachtet - was für ein Regiedebüt!

  • Velvet Buzzsaw

    Velvet Buzzsaw

    ★½

    „Dan Gilroy hat zuvor noch nie einen Film gedreht - das ändert sich ab sofort hoffentlich. Ich kann kaum erwarten, was er als Nächstes macht.“

    Zitat Ende. Zu finden am Schluss meiner Filmkritik zu „Nightcrawler“, Dan Gilroys Regiedebüt und dabei dennoch mit einem Selbstverständnis und einer Finesse inszeniert, die nur erahnen ließen, was dieser Mann erst zu Stande bringen würde, wenn sich seine Fähigkeiten richtig ausformen.

    Die Antwort ist: nichts! Moment...nichts? Richtig - auf die brillante Medienfarce „Nightcrawler“, die einerseits…

  • Polar

    Polar

    ★½

    John Wick + Shoot 'em Up + Springbreakers. In scheiße. Einfach nur Geld in Projekte zu pumpen, deren Macher völlige Narrenfreiheit haben, bleibt weiterhin das ganz spezielle Geheimrezept für die übliche Nullnummer aus der Netflix-Resterampe.

  • Vice

    Vice

    ★★★½

    Deutlich besser als Adam McKays „Big Short“, bei dem sich die Thematik und McKays mitunter rotziger Ton nicht so recht vermählen wollten. Auch „Vice“ hat mitunter mit der Tatsache zu kämpfen, dass McKay eine bissige Satire aus einer Sache machen will, die eigentlich bereits historisch gelebte Realsatire und irgendwie auch so gar nicht zum Lachen ist.

    Mich hat Dick Cheneys Geschichte schwer fasziniert, weil ich bisher kaum Details dazu kannte. McKays Inszenierung trifft dabei überwiegend die richtigen Töne, verliert sich…

  • White Boy Rick

    White Boy Rick

    ★★★

    Der Trailer lässt einen schmissigen Drogen-Thriller im Gangstermilieu von Detroit vermuten, irgendwo zwischen „Blow“, „Black Mass“ oder „Donnie Brasco“. Was man stattdessen bekommt ist all das - und nichts. „White Boy Rick“ findet während der Laufzeit nie den nötigen Fokus, erzählt ein bisschen von Undercover-Arbeit, wirft Familiendrama in den Mix, streut fetzige Szenen vom Gangster-Lifestyle ein und wechselt gegen Ende völlig das Tempo. Auch tonal ist das hier überall und nirgends. Nicht wirklich düster, nicht richtig komisch, aber irgendwie auch…

  • Fahrenheit 11/9

    Fahrenheit 11/9

    ★★★½

    Solange man den Fakt immer wieder verinnerlicht, dass Michael Moore kein Dokumentarfilmer ist, sondern politischer Aktivist, fällt es deutlich leichter die teils extremen, populistischen Züge seiner Abbrechnung mit dem amerikanischen Politgefüge zu verdauen. Im Detail stecken hier immer wieder spannende Einblicke, erschreckende Fakten und kluge Ansätze, aber allzu oft erscheint das Gezeigte einseitig, meinungsgefärbt und bisweilen unfundiert. Spätestens als am Ende die Vergleiche von Trump zu Hitler gezogen wurden, wird es leider abstrus und den Schlussstrich will Moore auch nicht so recht finden, aber bis dahin ist Fahrenheit 11/9 wirklich schwer unterhaltsam.

  • Glass

    Glass

    ★★½

    M. Night Shyamalan war mal ein richtig Guter, weit bevor ihn der eigene Größenwahn, der Hang zu völlig überfrachteten Geschichten und der Drang, allem einen Twist aufzwingen zu müssen, egal wie unnötig oder dusselig dieser ist, langsam die Karriere kosteten. 2000 veröffentlicht er „Unbreakable“, seinen zweiten Mainstream-Beitrag, nur kurz nach dem großen Durchbruch.

    „Unbreakable“ ist seiner Zeit weit voraus. Lange vor dem Superhelden-Boom verarbeitet Shyamalan seine Liebe zu Comics in einem stillen Drama, das statt protziger Effekte existenzialistische Fragen abhandelt,…