BeHaind has written 127 reviews for films during 2021.

  • Being the Ricardos

    Being the Ricardos

    ★★½

    Ich hab es schon mal gesagt (hier zu Mollys Game), ich sage es wieder: Aaron Sorkin ist oft ein meisterhafter Jongleur spritziger Dialoge, der Wortgefechte wie kaum ein zweiter in Hollywood beherrscht. Um diese Qualitäten jedoch herauszuarbeiten, braucht Sorkin dringend einen fähigen Regisseur, der seine Dialogbarragen im Zaum hält. Sonst passiert „Being the Ricardos“, ein Film, der vorgeblich von Menschen erzählt, aber wirkt, als wäre er von Robotern gespielt (zumal erschwerend hinzu kommt, dass Nicole Kidman mittlerweile kaum noch menschliche…

  • The Matrix Resurrections

    The Matrix Resurrections

    ★★½

    Zur Video-Kritik: www.youtube.com/watch?v=2PR1RNngGis 

    Es ist faszinierend und bezeichnend zugleich, dass die einzige Pille, die “Matrix Resurrections” dem Publikum 22 Jahre nach dem wegweisenden Original einflößen möchte, ein schräger Metakommentar darauf ist, was die Remake- und Sequel-Maschinerie im Zusammenspiel mit den Erwartungen des Fandoms und dem Druck durch Geldgeber mit Kunst und Künstlern machen. Es ist vor allem deshalb bezeichnend, weil diese Fortsetzung dieser Diskussion die Krone aufsetzen wird, weil sie genau diesem Druck nachgibt und zwar in einer Form, die…

  • Spider-Man: No Way Home

    Spider-Man: No Way Home

    ★★

    Hier gibt’s die Video-Kritik: youtu.be/33zQnxXaqUw


    Hollywood hat gerade nicht wenige Probleme. Aber eines der größten ist weit älter als die Pandemie und vor allem selbstgemacht. Weil man sich eine Umgebung erschaffen hat, in der Filme Milliarden einspielen MÜSSEN, am besten direkt am Startwochenende, um profitabel zu werden, lässt sich ein Teil der Industrie willentlich in Geiselhaft nehmen. Da wo früher Drehbuchautoren einer eigenen, klaren Vision folgten steht mittlerweile lediglich die Erfüllung feuchtester Fanträume vornan - immerhin hängt von deren Gunst ja ab,…

  • King Richard

    King Richard

    ★★½

    „King Richard“ ist ein seltsam fehlgeleiteter Film, voller Entscheidungen, die ich nicht verstehe. Ein Biopic nach Schema F, das sämtliche Knöpfe drückt, dabei genreüblich emotional höchst manipulativ agiert, damit aber bereits große Erfolge feiert - „King Richard“ hat den Festival Circuit als prämierter Crowdpleaser verlassen und schielt jetzt Richtung Award-Saison mit besten Aussichten, vor allem für Will Smith.

    Der spielt besagten Richard, den Vater von Venus und Serena Williams, zwei der besten Tennisspielerinnen aller Zeiten. Die Geschichte dieser beiden Schwestern…

  • Licorice Pizza

    Licorice Pizza

    ★★★★★

    Wann immer ich mich mal fragen sollte, ob ich noch Lust auf Film und Kino habe, ob ich vielleicht „zu viel“ gesehen habe, ob der Beruf das Hobby zum Stresstest verkommen lässt, immer dann muss ich künftig lediglich hieran denken und wie es sich angefühlt hat, zwei Stunden in eine Zeitperiode transportiert worden zu sein, die ich nie gekannt habe, die mir aber selten so vertraut vorkam. Vermutlich auch, weil die Figuren allesamt genau so sind, wie ich mir meine…

  • Red Rocket

    Red Rocket

    ★★★½

    Schillernd und laut, fast ein bisschen als hätte jemand die Hauptfigur aus „Uncut Gems“ in „Boogie Nights“ abgesetzt und dann hält der Regisseur von „Florida Project“ die Kamera drauf. Sean Baker schneidet dem Gerede von besseren Leben und Porno-Lifestyle stets die harte Realität der amerikanischen Südstaaten-Tristesse entgegen. Zwischen Trailerparks, Donut-Buden und Industrieschornsteinen wird aus dem American Dream ganz schnell ein zwielichtiger Tagtraum. 

    Bakers Trademark, gleichermaßen skurrile wie authentische Charaktere zu zeichnen, weil er die Schauspieler mit Laien von der Straße…

  • The Worst Person in the World

    The Worst Person in the World

    ★★★½

    Überraschend unromantische Romanze, die stattdessen lieber zeigt wie konfus und beängstigend Beziehungen sein können, dabei aber immer sweet bleibt, weil die fantastischen Darsteller authentisch und unaufgeregt ihre Rollen leben. Joachim Trier interessiert sich mehr für das Innenleben seiner Charaktere, statt auf gefälliges Abarbeiten von Genre-Klischees zu bauen, filmt einzelne Situationen aber auch ein bisschen zu lange ab, um die Wesenszüge seiner Figuren zu etablieren. Und weil sich „The Worst Person in the World“ nie so recht einigen kann, ob er…

  • The Power of the Dog

    The Power of the Dog

    ★★★

    Es ist fast ein bisschen ungewohnt, nach einem Sommer der Eventblockbuster,
    den letzten Bonds, den Heldensagen, den Antiheldenstories und Effektepen, nach all diesen Filmen, in denen sich sämtliche Figuren unentwegt jede Absicht ins Gesicht aufsagen, jede Gefühlsregung kleinteilig auserklären, damit das Publikum auf keinen Fall irgendeine Form von kognitiver Beteiligung am Gesehenen aufbringen muss, mit „Power of the Dog“ nun wieder die Sorte Film vorgesetzt zu bekommen, die wie eine Antithese zum Kino der Gefälligkeiten wirkt.

    Jane Campions erster Film…

  • Resident Evil: Welcome to Raccoon City

    Resident Evil: Welcome to Raccoon City

    ★½

    Zur Video-Kritik: youtu.be/bA8-qrqIKZ8

    Ich kann mich noch so sehr dagegen wehren, aber nach 6 Filmen in 15 Jahren und über einer Milliarde Dollar Einspielergebnis muss man festhalten, dass Paul W.S. Anderson und Milla Jovovich irgendetwas richtig gemacht haben müssen mit ihrem „Resident Evil“-Nachlass. Was das genau ist - ich weiß es nicht. Für mich ist jeder dieser Filme mittel bis gar nicht zumutbar. Was ich jedoch weiß ist, dass Constantin Film kein Interesse hat, diese Lizenz zum Gelddrucken aufzugeben. Daher…

  • Pig

    Pig

    ★★★★

    Es passiert selten, dass Kino gleichermaßen so befremdlich wirken kann und dabei dennoch so nah an den Gefühlsapparat ankoppelt. „Pig“ ist ein weirder Genrebender - irgendwie Revengethriller, dann aber wieder gar nicht, einer, dessen Showdowns nicht durch surrende Geschosse sondern gedropte Truthbombs ausgetragen werden, dessen wahrhaftige Menschlichkeit in den Schlüsselmomenten regelrecht entwaffnend wirkt, für mich als Zuschauer und für seine Figuren. Nic Cage spielt endlich wieder mit, statt nur anwesend zu sein und zu liefern, was halt jeder erwartet. „Pig“…

  • Gunpowder Milkshake

    Gunpowder Milkshake

    ★½

    Ahh, richtig. Einer dieser „John Wick“-Klone, allerdings - modern, modern - mit weiblicher Besetzung. Soll doch keiner behaupten, dass nicht auch Frauen voll „Kickass“ sein können. Wobei ich mich eher an den grausigen „Shoot’em Up“ mit Clive Owen und Clive Owens Möhre erinnert gefühlt habe - der war auch ganz gruselig gepaced, wollte so zwanghaft cool sein, dass es leider furchtbar peinlich wirkte und der Humor lässt sich ganz gut damit vergleichen, was auf dem Schulhof früher in der Raucherecke…

  • The Last Black Man in San Francisco

    The Last Black Man in San Francisco

    ★★★★

    Vor Wochen gesehen und irgendwie bis jetzt gescheut, hierzu etwas zu schreiben. Vielleicht hab ich mich ein wenig davor gescheut, weil ich Sorge hatte, nicht die richtigen Worte zu finden, um auszudrücken wie nah mir „The Last Black Man in SanFrancisco“ ging. Ein Film über das Leben und Beziehungen, zu Menschen und leblosen Dingen, denen durch unsere Erinnerungen irgendwie doch eine Seele eingehaucht wird. Ein Film über Freundschaften, innige wie auch solche, die manchmal anstrengend sind und dennoch tief gehen.…