BeHaind has written 59 reviews for films during 2021.

  • Chaos Walking

    Chaos Walking

    ★★

    Seit 2011 will Lionsgate die Buchreihe von Patrick Ness umsetzen, ließ erst Charlie Kaufmann (!) einen Skriptentwurf schreiben, dann sechs (!!) weitere Autoren an dessen Version herumdoktorn. Gedreht wurde 2017 eine Version, die so schlecht beim Testpublikum ankam, dass 2019 nochmal über mehrere Wochen nachgedreht wurde. Welches Drehbuch in der wievielten Fassung da jetzt also letztlich entstanden ist, weiß Lionsgate vermutlich nicht mal selbst. Und wer hätte es gedacht: genau das spiegelt „Chaos Writin...Walking“ perfekt wieder.

    Die Prämisse um Gedanken,…

  • I'm Your Man

    I'm Your Man

    ★★

    Mir hat mal ein guter Freund gesagt, er könne nirgends so gut schlafen wie in seinem Bett - und auf der Berlinale.

    Nur passend also, dass diese tief-deutsche, hochgradig gestrige Nummer genau hier läuft. Maria Schrader hat offenbar endlich auch mal „Star Trek“ nachgeholt oder Phillip K. Dick gelesen, die Geschichte ist jedenfalls mindestens so originell als hätte jemand ein paar Seiten aus nem Perry Rhodan-Heft in den letzten Rosamunde Pilcher-Schinken abgeheftet.

  • Spiral: From the Book of Saw

    Spiral: From the Book of Saw

    ★★

    Chris Rock ist richtig mies hier drin. Also so richtig richtig. Irgendwo in der Mitte zwischen „schlimmstes Overacting“ und „der kann ja ganix“ chargiert sich Rock durch zahllose Szenenabfolgen, die so hölzern, so deplatziert wirken, man könnte fast meinen, ihm hat vorher niemand mitgeteilt, dass er hier zur Abwechslung mal nicht an einem Komödienset steht.

    Davon mal ab: die Darsteller sind durchweg furchtbar in „Spiral“ und eigentlich ist das noch das kleinste Problem dieser Fortsetzung, in der die Trademarks der…

  • Ape vs. Monster

    Ape vs. Monster

    ½

    Also - es ist so: ganz am Anfang stürzt eine Nasa-Raumkapsel zur Erde, die zwar deutlich erkennbar aus Wellblech gefertigt wurde, aber da sitzt trotzdem ein Affe drin, der mal ins Weltall geschossen wurde, wo er sich mit so einem Alienschleim infiziert hat, was halt echt nicht so gesund ist.

    Das erfährt man in einem Sondermeeting des Militärs, bei dem leider der Tonmann nicht zugegen war, weshalb Teile der Dialoge klingen wie die Audioqualität eines gängigen Vlogs von Bibis Bjuti…

  • A Quiet Place Part II

    A Quiet Place Part II

    ★★★★½

    Ein ganzes Jahr durfte ich über “Quiet Place 2” jetzt nicht schreiben. Gesehen hatte ich ihn Ende Februar 2020, an dem Tag, als Paramount bekannt gab, John Krasinskis Film erst einmal auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Dieser Move wurde da noch als schwer riskant gewertet, lediglich Universal hatte ansonsten die Weitsicht, Bond und F9 frühzeitig aus dem laufenden Programm zu nehmen. DASS diese Entscheidung aber getroffen wurde, finde ich absolut wichtig und richtig, denn “Quiet Place 2” ist als Fortsetzung…

  • Cruella

    Cruella

    ★★½

    Gefilmt wie ein Werbespot für „H&M“ - frech, laut, schell, bunt, crazy, wow und hui. Bilder für das gelebte Empowerment, egal für wen - Männer, Frauen, Diverse, Arme, Reiche. Macht alle mal mehr so wie ihr wollt und lebt euch aus. Die Message hätten wir damit schon mal abgehakt.

    Natürlich ist das - ganz genau wie in der Werbung - mit eiskalter Präzision zusammen gefilmt, die für echtes Leben keinen Platz lässt. Fesche Montage, Popmusik drüber, Emma Stone dreht sich…

  • Max Cloud

    Max Cloud

    Ultra peinliches Trashtheater, das auf„Ash vs. Evil Dead“ und „Jumanji“ macht, dabei aber aussieht, als wäre es in einer billigen Lasertag-Anlage gedreht worden. Dabei mindestens so lustig wie die Witzeseite in der Bild am Sonntag, am Wenigsten zu lachen haben hier aber die Agenten der durchweg grausigen Darsteller. Scott Adkins darf zwar Ninjas treten, aber mein Gott - wenn ich das sehen will, muss ich mir nicht anderthalb Stunden Kasperletheater im Pappmaché-Zwinger geben.

  • Wrong Turn

    Wrong Turn

    ★½

    Herzlich Willkommen zu „Drehbuchschreiben für Dummies“ - dem Kurs, in dem wir lernen, dass unnötiger Kram wie:

             • Talent
             • ein Studium
             • die ganz grundlegende Fähigkeit
               sinnige Geschichten zu erzählen 

    ...dass all das nicht mehr wichtig ist. Auch sie können Drehbuchautor sein. Holen sie sich einfach unser „Wrong Turn“-Einsteigerpaket und beginnen sie schon morgen in wenigen Handgriffen das Beste aus 100 Jahren…

  • Army of the Dead

    Army of the Dead

    ★½

    Mein Gott, ich weiß gar nicht, wo ich hier anfangen soll. Ich vergesse immer wieder, dass Zack Snyder eigentlich nur dann halbwegs erträgliche Filme zustande gebracht hat, wenn die Vorlage schon existierte. „300“ war schon Panel für Panel gezeichnet, „Watchmen“ sowieso und sein erster, wirklich guter Zombiefilm „Dawn of the Dead“ stammte aus der Feder eines deutlich besseren Regisseurs, James Gunn.

    Das hier hat er nun aber komplett selbstständig auf dem Gewissen. Regie, das Skript, Produktion, komplette kreative Freiheit, niemand…

  • Those Who Wish Me Dead

    Those Who Wish Me Dead

    ★★½

    Ein Hauptcharakter mit traumatischem Hintergrund. Ein faszinierend schönes, wie gefährliches Natursetting. Ein entfremdeter Freund, der von den Bösewichten gefangen genommen wird. Die ihrerseits einem McGuffin hinterherjagen. Pickäxte, WalkieTalkies und halsbrecherische Stunts in schwindelerregender Höhe - es ist nicht großartig verwunderlich, dass "Those who wish me Dead", Taylor Sheridans lang ersehnter Nachfolger zu "Wind River", gerade mehrfach mit Stallones "Cliffhanger" verglichen wird.

    Sheridans Neuer bedient sich fleißig an dessen Erbe, fischt auch sonst ausgiebig im Genrepool und wirft alles in den…

  • The Woman in the Window

    The Woman in the Window

    Neulich im Netflix-Hauptquartier. Joe Wright stürmt durch die Tür.

    Wright: „Schnell, rufen sie einen Arzt, ich brauche psychologische Hilfe. Ich hab zweimal zu häufig ‚Fenster zum Hof‘ gesehen und halte mich jetzt für Alfred Hitchcock. Dabei hab ich eigentlich völlig den Verstand verloren, zwei Top-Schauspieler zu den miesesten Leistungen ihrer Karriere überredet, die hässlichste Filmkatze der Welt gecastet und jedes Thriller-Stereotyp, das jemals erfunden wurde, zu absolutem Sondermüll vermen...“

    Netflix-Mitarbeiter: „Stop, sie hatten uns bei ‚Arzt‘. Wir kaufen!“

  • Oxygen

    Oxygen

    ★★★

    Recht effektiver, kleiner Single Location-Thriller, dem aufgrund der überdimensionierten Laufzeit von 100 Minuten zu häufig die Puste ausgeht. Melanie Laurent spielt großartig, die Kamera und das ArtDesign sind richtig gut, aber der Plot wirkt arg zurecht konstruiert und läuft dann auf ein eher maues Ende zu.
    Nicht übel, für Netflix-Verhältnisse also fast schon spektakulär gut.