BeHaind has written 64 reviews for films during 2022.

  • Day Shift

    Day Shift

    ★★½

    Vampire. Ein bisschen Blut - hauptsächlich CGI. Ein bisschen Karate - überwiegend unspektakulär. Wird exakt dann spaßig, sobald Scott Adkins das Bild betritt - sobald er geht, schwindet die Unterhaltung direkt mit. Ein bisschen Buddy Comedy, alles zig mal gesehen, aber irgendwie kann man sich schon durchschmunzeln. Für Netflix-Verhältnisse erfreulich unscheiße. Vor 20 Jahren wäre sowas aber eher direkt in die Videotheken gewandert.

  • Carter

    Carter

    ★★½

    Wenn es noch 2012 und das hier ein YouTube-Kurzfilm von Devin Supertramp wäre - hach, was würde ich feiern. Dummerweise ist „Carter“ ein ernst gemeinter Langspielfilm, der sein zentrales Gimmick über zwei Stunden lang bis zum völligen Verschleiß auswringt - ein „ungebrochener“ Longtake, der vorwiegend in den ausufernden Kampfszenen zur Geltung kommt, aber natürlich auch Parkour, Stunts und wilde Kamerafahrten beinhaltet.

    Für diesen Effekt opfert „Carter“ wirklich alles - Glaubwürdigkeit, Immersion und Übersicht stehen alle hinter den Kameraspielereien zurück. Die…

  • Men

    Men

    ★★★

    Als ich aus dem Kino kam, stöhnen drei Leute gleichzeitig laut auf. „Was war das denn?“, höre ich, „Geht gar nicht“, sagt jemand. „Men“, der neue Thriller von Alex Garland, ist tatsächlich nicht die Sorte Kino, die es dem Zuschauer einfach macht, die lange Zeit ein großes Mysterium aufbaut, nur um irgendwann wieder völlig in Regionen abzudrehen, die sonst nur David Lynch abfilmt. Und dann ist da ja noch das Topic, dass unter den Trailern natürlich bereits eifrig von der…

  • Prey

    Prey

    ★★

    Zur Videokritik youtu.be/afCWlbRCeDM

    Man erkennt ganz gut, wie sehr das „Predator“-Franchise seit dem zweiten Teil gelitten hat, wenn man sich den Kritikenspiegel von „Prey“ durchliest. Vielerorts wird gerade vom besten Sequel seit John McTiernans „Predator“ gesprochen, der „endlich mal wieder den Spirit des Originals heraufbeschwört“. Nach zwei katastrophalen „AvP“-Filmen, Robert Rodriguez’ okay-em „Predators“ und dem erbärmlichen Shane Black-Desaster scheint es vielen Fans mittlerweile offenbar zu reichen, dass da ein Predator rumspringt, Bäume im Bild stehen und daneben jedes weitere Risiko…

  • Bullet Train

    Bullet Train

    ★★★½

    Zur Videokritik: youtu.be/9XejCOh-aas

    Brad Pitt fährt zweigleisig (Danksagungen und Lob für diesen Knallergag gerne in die Kommentare): Wildes, kinetisches Actionkino auf der einen, spritzig geschriebenes Ensemble Theater auf der anderen Seite, dass sich - hört, hört - in beiden Kategorien blendend schlägt. Wenn sich der bunte Cast gegenseitig mit Haushaltsgegenständen bewirft und über Theken katapultiert, dann werden Erinnerungen an Jackie Chans Hongkong-Klassiker wach, die Wortgefechte sind zwar kein Shane Black-Material, aber oft schwer beschmunzelnwert. Sowas gab’s lange nicht im Kino.

  • Total Excess: How Carolco Changed Hollywood

    Total Excess: How Carolco Changed Hollywood

    ★★½

    Der Sprecher klingt, als wolle er sich für den nächsten Batman-Film bewerben, die Doku selbst ist schlampig geschnitten und kratzt nie mehr als an der Oberfläche. Sich schlicht an der Filmografie von Carolco abzuarbeiten wird deren Historie nicht annähernd gerecht - da sind viele YouTube-Essays qualitativ um Längen wertiger.

    Link zum Selbergucken: youtu.be/CNaeqJhAZWU

  • The Gray Man

    The Gray Man

    ★★

    Zur Videokritik: youtu.be/6zif4Epi_YY

    Es ist nun wirklich nicht mehr neu, aber doch bin ich jedes Mal schockiert: wenn man sich letztlich durch 2 Stunden gelebtes Abarbeiten aller gängigen Klischees des Spionagefilms durchgearbeitet hat, bleibt beinahe gar nichts hängen. Natürlich noch am Ehesten die Superlative um die Entstehung, immerhin ist „The Gray Man“ der neue teuerste Film, den Netflix je durchgewunken hat. Aber auch dass man noch weniger als im ähnlich teuren „Red Notice“ versteht, wo dieses Geld eigentlich hingeflossen ist.…

  • Hustle

    Hustle

    ★★★★

    Sportfilme. Man muss sie einfach lieben. Hier ist die Welt noch in Ordnung, hier siegen die Underdogs, hier setzt der Coach noch sein eigenes Erspartes aufs Spiel, um das Supertalent zu fördern. Und am Ende, da erreichen alle das Unmögliche, einfach weil man ganz feste dran geglaubt hat.

    „Hustle“ fällt zur gerne und ausgiebig genutzten Formel so wirklich gar nichts ein - und doch ist die Geschichte vom Basketball-Scout, der einen jungen Spanier von der Straße ins große NBA-Karussell befördern…

  • Lightyear

    Lightyear

    ★★½

    Ich dachte eigentlich immer, Buzz Lightyear wäre eine Parodie auf typische, amerikanische Heldenfiguren. Übertrieben heroisch, immer einen käsigen Spruch auf den Lippen und vielleicht auch nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte. In den „Toy Story“-Sequels durfte Buzz zwar auch etwas Tiefe zeigen, aber der etwas einfältigere Comic Relief ist er immer geblieben.

    Entweder habe ich also die Figur nicht verstanden oder bei Pixar arbeitet schlicht niemand mehr, der sich noch daran erinnert, was die Intention hinter der Figur…

  • Interceptor

    Interceptor

    Das Schlimmste an Netflix ist, dass nicht nur Unsummen in höchstens mittelmäßige Filme gesteckt werden, sondern dass falls einer davon dann mal halbwegs erfolgreich ist, bekommen die Beteiligten danach Carte Blanche - heißt: mehr Geld für mehr Unfug, inszenieren dürfen dann die Kumpels, die Ehepartnerin darf die Hauptrolle spielen und die Hauskatze läuft vermutlich irgendwo auch mal durchs Bild.

    Willkommen also zum Chris Hemsworth Cinematic Universe, der dank des Netflix-Überraschungserfolges „Extraction“ (inszeniert von seinem Stuntdouble!) nun den Produzenten gibt, Regie…

  • Jurassic World Dominion

    Jurassic World Dominion

    ★★½

    Zur Videokritik: youtu.be/RndYiFHaYlc

    Willkommen zu „Kochen mit Trevorrow“. Heute gibt es „Jurassic Park Allerlei mit alten Eiern.

    Zutaten:
    2 Figuren, ohne jegliche Persönlichkeit. Sie staunt oder schreit. Er hebt immer wenn ein Dinosaurier das Bild betritt den Arm. Wichtig: es sollte möglichst keinerlei Chemie zwischen beiden existieren 
    3 Figuren, die irgendwann auch mal durchs Franchise gelaufen sind 
    2 Drehbücher, die für sich genommen keinen Sinn ergeben, aber die Figuren halbherzig in einen Kontext zwängen (bei gleichmäßigem Rühren vermengen)
    1/2 Prise…

  • Elvis

    Elvis

    ★★

    Es ist wirklich erstaunlich: obwohl „Elvis“, das Biopic über eine der schillerndsten Figuren der Popkultur, endlose 2 Stunden 40 Minuten läuft, hab ich am Ende nahezu nichts über Elvis Presley gelernt. Und dabei war ich eigentlich vorgewarnt - in Baz Luhrmanns Filmen geht es nunmal um niemanden sonst als ihn selbst. Um die immer gleichen Trademarks, Kameraschwenks, Zooms, Collagen, schnelle Schnittabfolgen und im Bild kreiselnde Grafikelemente. Luhrmann ist wieder schwerst verliebt in seine eigenen Regieeinfälle, die sich derart penetrant in…