• Framing Britney Spears

    Framing Britney Spears

    ★★½

    Borderline unerträglich. Was mit Britney Spears passiert ist, hat man natürlich über die letzten Jahre mitbekommen, aber noch einmal so kondensiert zu sehen, wie die von der geifernden Meute enable-te Weltpresse mit der Würde, dem Ansehen, der Psyche und letztlich dem Leben eines Menschen umgegangen ist, hat mir fast zu gleichen Anteilen die Tränen und ein bisschen Kotze eingetrieben.

    Stars werden öffentlich den Hunden zum Fraß vorgeworfen, weil sie sich erdreistet haben das kleine Bisschen mehr an Erfolg zu haben,…

  • The Tax Collector

    The Tax Collector

    Stinklangweilig und bis unters Kinn mit Klischees und Stereotypen zugekleistert, die derart abgestanden sind, dass 
    sämtliche Charaktermotivatonen und-beziehungen durch die Bank weg vorhersehbar erscheinen. Selbst die generischsten Vorabend-Crime-TVShows zeichnen ihre Gangstermilieus noch glaubwürdiger. „The Tax Collector“ fährt stattdessen lieber Charaktere auf, denen man absolut gar nichts abnimmt, alles wirkt hier nur behauptet, nichts wird wirklich untermauert oder gezeigt - sei es die „Badass Motherfucker“-Vergangenheit von Shia LaBeoufs superfiesem Enforcer oder die Beziehungen der einzelnen Figuren. Nichts davon wirkt nachvollziehbar, da…

  • The Best of Enemies

    The Best of Enemies

    ★★★

    Reichlich weichgespülte White Savior-Story, der es an Schlagkraft und Tiefe fehlt. Hat weder den Biss von „BlackKklansman“, noch die Leidenschaft eines „Just Mercy“ und wo „Green Book“ die offensichtliche, weiße Perspektive zumindest mit Chemie zwischen den Figuren wettmachte, fehlt es in „The Best of Enemies“ skurrilerweise vor allem daran - weder das „Best“ und selbst das „Enemies“ wird im Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren nie wirklich nachvollziehbar. Taraji P. Henson und Sam Rockwell machen ihre Sache gut, bekommen vom Drehbuch aber zu wenig zu tun. Dennoch: kann man machen, was angesichts der Thematik aber eher kein allzu großes Gütesiegel ist.

  • My Octopus Teacher

    My Octopus Teacher

    ★★½

    Doku über einen Mann, der eindeutig den Verstand verloren hat und sich dabei filmen lässt, wie er weirdes Zeug über seinen Kumpel den Oktopus von sich gibt, das an ungesunde Besessenheit grenzt und stark narzisstische Züge trägt. Um den namensgebenden Octopus Teacher geht es dabei höchstens am Rande, im Fokus stehen das omnipräsente VoiceOver und die manipulative Musik. Über die Wasserwelt oder gar Oktopoden lernt man nichts, was nicht weitgehend bekannt wäre. Immerhin: schöne Bilder. Und der Oktopus rockt!

  • Godzilla vs. Kong

    Godzilla vs. Kong

    ★½

    Wenn man aktuell durchs Internet flaniert, findet man allerorts diese gehässigen Videos zum Snyder Cut, in denen Szene für Szene Joss Whedons Verfehlungen ausgebreitet werden. Jeder einzelne Dialog, jeder mies getimte Gag, der mal wieder nicht landen will. Genau daran musste ich bei „Godzilla vs Kong“ denken, ein Film dessen Protagonisten Dinge sagen, über die irgendjemand mal genau so ein Video machen dürfte.

    „Godzilla vs Kong“ ist ein ab.sol.utes. Desaster! Ich schreibe das so deutlich, weil ich die beiden vorangegangenen…

  • Love and Monsters

    Love and Monsters

    ★★★½

    Ich bin tatsächlich ein bisschen traurig geworden beim Gucken von „Love & Monsters“. Nicht weil der Film allzu dramatische Höhen erklimmen würde. Dafür ist das hier viel zu leichtfüßig und verspielt. Nein. „Love & Monsters“ ist die Sorte Film, die es selbst in einer normalen Filmwelt schwer hätte, zwischen Superhelden-Omnipräsenz und Franchise-Dauerfeuer aufzufallen. Nun ist gerade aber eben gar nichts normal, weshalb Paramount dieses Kleinod mitten in die Pandemie und damit das sichere VOD-Vergessen released hat.

    Und wie tragisch das wäre! „Love…

  • Zack Snyder's Justice League

    Zack Snyder's Justice League

    ★★½

    Ich möchte die Erwartungen gleich mal einrücken: „Justice League“ ist auch im Snyder Cut kein guter Film. Der Snyder Cut ist Vieles - länger, ernster, brutaler, detaillierter. Aber besser? Kann er doch gar nicht sein! 

    Das Problem an „Justice League“ war nie die Struktur des Films oder die Tonalität. Oder dass Cyborg nicht mindestens 20Minuten Backstory bekommen hat. Und schon gar nicht, ob da jetzt ein R-Rating drauf pappt (was sich angesichts ein paar lächerlicher AfterEffects-Blutfleckchen natürlich sofort als Marketingmasche…

  • Synchronic

    Synchronic

    ★★½

    Beginnt stark, sehr atmosphärisch, ein bisschen als hätte jemand „Bringing Out the Dead“ mit metaphysischem Horror ala „Annihilation“ vermengt, nur um dann nach gerade mal 25 Minuten leider zusehends zu zerfallen. Die Prämisse ist für sich genommen schon schwerer Humbug, „Synchronic“ wird nach der Erklärung des „Warum?“ dann graduell nur noch absurder und hat am Ende nicht einmal viel Schauwerte oder clevere Perspektiven auf die Zeitreise-Thematik zu bieten, sondern ergeht sich lieber in existentialistischem Geschwurbel zwischen Charakteren, denen jedwede Chemie fehlt.

  • Cherry

    Cherry

    ★★

    Liest Tom Holland einfach nur das zugrunde liegende Buch ab oder glaubt man im Hause Russo tatsächlich, dass VoiceOver Narration gleichbedeutend damit ist, die Dinge, die auf dem Bildschirm passieren, simultan nachzuerzählen? „Cherry“ wirkt als hätte man dem Abschlussjahrgang der Filmhochschule München 20 Millionen Dollar in die Hand gedrückt und deren StudentInnen werfen nun all die schönen Ideen und Kunstgriffe in den Topf, die sie sich im Kurs „Regie für Einsteiger“ bei ihren Ikonen abgeschaut haben.

    Martin Scorsese nutzt Musik…

  • Promising Young Woman

    Promising Young Woman

    ★★★★

    Gekleidet in BonBon-bunte Farben, fancy Musicbites und toll fotografierte Bilder lässt „Promising Young Women“ zunächst kaum erahnen, dass unter der Oberfläche ein Film lauert, der so wütend, tieftraurig und bitter ist, wie lange kein Werk aus Hollywood. Allein diese brillant konzipierte Metaebene, die clever spiegelt, dass von Frauen jederzeit erwartet wird, die hübsche Fassade zu wahren, während um sie herum alles in Scherben liegt, zeigt wie ernst es den Machern um Regisseurin Emerald Fennell mit ihrer Message ist.

    Klar, manche…

  • Sentinelle

    Sentinelle

    ★½

    Serien, die mich nicht interessieren, Filme für Gehirnamputierte und dazwischen Originals und eingekaufter Sondermüll wie der hier...wird wirklich Zeit das Netflix-Abo zu kündigen..

  • Raya and the Last Dragon

    Raya and the Last Dragon

    ★★★

    8 Drehbuchautoren werden in den Credits aufgeführt. Acht! 
    Und genau so schaut sich „Raya“ dann auch - wie eine große Gruppenarbeit, mit ganz vielen Ideen, die irgendwer schon mal hatte. Die Bösewichte sind profillos, die Helden ohne Facetten und im Grunde ist alles ab Minute 10 komplett vorhersehbar. Nach dem starken Intro baut der Film zudem auf das Miteinander der Figuren, denen es dafür jedoch an Wortwitz mangelt. 

    Optisch ist „Raya“ dafür ein Fest, was spätestens im effektreichen Finale den…