BeHaind has written 9 reviews for films rated ★½ during 2018.

  • Cut Off

    Cut Off

    ★½

    So deutsch, wie deutsches Kino nur sein kann. Unglaublich laienhaft gespielt, voller gestelzter Dialoge, unwirklicher menschlicher Interaktionen und gekünstelter Überbetonung. Selbst Moritz Bleibtreu erliegt hier dem Unvermögen eines Regisseurs, der das Wort Darstellerführung nicht mal dann buchstabieren könnte, wenn man ihm eine Waffe an den Kopf hält. Christian Alvart war mal die große Hoffnung für das hiesige Kino. Damals, als er mit „Antikörper“ bewies, dass Thrillerkino auch hierzulande nicht immer nur nach „Tatort“ aussehen muss. Dummerweise floppte der unweigerliche US-Gig „Pandorum“…

  • Venom

    Venom

    ★½

    Bis auf einige wenige Szenen, Teile des Soundtracks und die Idee dessen, was die ziemlich plump inszenierte After-Credits-Scene verspricht, stimmt hier nahezu nichts. „Venom“ ist seelenloser CGI-Blödsinn auf derart niedrigem Niveau, dass ich mich sogar mehrfach bei dem Gedanken ertappt habe, wie gut mir der „Spawn“-Film von 1997 im direkten Vergleich gefallen hat. Und das...sagt eigentlich alles, was man zu „Venom“ wissen muss.

  • Christopher Robin

    Christopher Robin

    ★½

    Ein offensichtlich geistig zurückgebliebener Teddybär erlebt ein sterbenslangweiliges Abenteuer in Superzeitlupe, wird dafür im Deutschen extra von einem Narkoleptiker synchronisiert, dessen Stimmlage stets auf dem schmalen Grat zwischen weinerliche Heulsusigkeit und „er schläft jeden Moment ein“ balanciert. Wie „Hook“ für Arme, ohne Spielbergs opulente Bilder und Momente. Für die Kleinen zu schwermütig, für Erwachsene eine Tortur. Statt Magie oder Zauber gibt’s eine abgefilmte Midlife Crisis mit Kuscheltieren. Dann doch bitte lieber „Paddington“-Bär.

  • Extinction

    Extinction

    ★½

    Quizfrage: für wie lange läuft ein Film in den Kinos, für den die Verantwortlichen ein paar der schlimmsten Kinderdarsteller herangekarrt haben, die man für Geld und ein paar Kekse kriegen kann? Und ein paar Drehbuchautoren obendrauf, die es gerade so bis zur Ausgangsidee geschafft haben und seither nicht mehr aus der Mittagspause wiederkommen sind. Ebenso wie das CGI-Department, dessen Aufmerksamkeitsspanne leider nicht mehr fürs Ende gereicht hat. Und dann gibt’s da noch den Twist, dessen Umstände hinten und vorne keinen…

  • The First Purge

    The First Purge

    ★½

    Es ist und bleibt erstaunlich und ekelerregend abstoßend zugleich, wie es Hollywood immer wieder schafft, aus jeder halbwegs erfolgreichen Kleinstidee, ein Franchise zu pressen, das mit jeder weiteren Iteration völlig vergessen lässt, warum Teil 1 mal irgendwen gejuckt hat.

    Nun war schon "The Purge" im Jahr 2013 eine eher okaye Idee, die gerade so in ihrem beschränkten Rahmen funktionierte. Ein kleiner, recht effektiver Home-Invasion-Thriller, dem das große Budget für mehr Theater fehlte. Genau hier setzt ein typisches Paradox ein: obwohl…

  • Ocean's Eight

    Ocean's Eight

    ★½

    Meine Güte, diese Musik. Der Soundtrack klingt, als habe jemand die Stichworte „Gangster“, „Füllmusik“ und „Gratis“ gegoogelt und direkt auf den ersten Link geklickt - völlig nichtssagend düdeln die Tracks vor sich hin, ohne jedwede Höhen oder Tiefen. Wie ein Akkustikklischee, alles klingt, wie man es erwarten würde. Und ach - was ein Zufall: der Rest der drögen Chose fügt sich gleich nahtlos ein in die Trauernummer. 

    Ocean‘s 8 ist in nahezu allen Belangen unterdurchschnittlichster Unterdurchschnitt. Die Witze lahmen, die Optik wirkt…

  • Alien: Covenant

    Alien: Covenant

    ★½

    Ridley Scott wiederholt seit Wochen in Interviews rauf und runter, wie unwürdig er sämtliche Fortsetzungen "seines" Alien-Films findet. Wobei - in einigen Artikeln behauptet er wiederum, er habe eigentlich keine davon gesehen. Und Neill Bloomkamps geplanter fünfter Alien-Teil hätte gegen seine Geschichte ohnehin ganz schön abgestunken.

    Ob man das nun als gesunde Arroganz, Größenwahn oder langsam einsetzende Alterssenilität einstufen kann, vermag ich nicht zu sagen, aber wenn man derartige Töne spuckt und dann mit einem Film wie "Alien: Covenant" um…

  • Mute

    Mute

    ★½

    Das ist auch mal ein Kunststück: einen Film völlig zu überfrachten, mit Subplots, unzähligen Nebenfiguren, RedHerings und Orten - und dabei in über zwei Stunden praktisch nichts zu erzählen zu haben. Mute ist narratives auf der Stelle treten und hohles Dialogeaufsagen in einem, während man live die totale Selbstdemontage eines einstigen Hollywood-Wunderkindes miterleben darf. Mit ansehen zu müssen, wie Duncan Jones wirklich alle Spielregeln des Film Noir missinterpretiert und förmlich hinrichtet, ist ein Trauerspiel. Wie alles an Mute - die durchgekaute Prämisse, das gruselige Schauspiel und das überwiegend zweckmäßige Produltionsdesign. Sau schade...

  • Death Wish

    Death Wish

    ★½

    Wenn Selbstjustiz und militante Selbstbefriedigung sich die Klinke in die Hand geben, dann hat mal wieder irgendwer die ollen Rachekamellen aus den 70ern exhumiert und versucht sich in der Ära Trump an unverhohlen plumper Tötungspropaganda für empörte Wutbürger. 
    Das Ergebnis: Death Wish. Oder auch: Eine selten dümmliche Gewalt- und Rachepornographie, die eigentlich im Grunde gar nichts kann - wäre gerne Grindhouse (wie der letzte, extra in diesem Stil produzierte Trailer suggeriert), ist aber doch nur zahn- und glanzloses Geballer auf…