BeHaind has written 56 reviews for films rated ★★½ .

  • Cruella

    Cruella

    ★★½

    Gefilmt wie ein Werbespot für „H&M“ - frech, laut, schell, bunt, crazy, wow und hui. Bilder für das gelebte Empowerment, egal für wen - Männer, Frauen, Diverse, Arme, Reiche. Macht alle mal mehr so wie ihr wollt und lebt euch aus. Die Message hätten wir damit schon mal abgehakt.

    Natürlich ist das - ganz genau wie in der Werbung - mit eiskalter Präzision zusammen gefilmt, die für echtes Leben keinen Platz lässt. Fesche Montage, Popmusik drüber, Emma Stone dreht sich…

  • Those Who Wish Me Dead

    Those Who Wish Me Dead

    ★★½

    Ein Hauptcharakter mit traumatischem Hintergrund. Ein faszinierend schönes, wie gefährliches Natursetting. Ein entfremdeter Freund, der von den Bösewichten gefangen genommen wird. Die ihrerseits einem McGuffin hinterherjagen. Pickäxte, WalkieTalkies und halsbrecherische Stunts in schwindelerregender Höhe - es ist nicht großartig verwunderlich, dass "Those who wish me Dead", Taylor Sheridans lang ersehnter Nachfolger zu "Wind River", gerade mehrfach mit Stallones "Cliffhanger" verglichen wird.

    Sheridans Neuer bedient sich fleißig an dessen Erbe, fischt auch sonst ausgiebig im Genrepool und wirft alles in den…

  • Tom Clancy's Without Remorse

    Tom Clancy's Without Remorse

    ★★½

    Ein bisschen irritiert mich schon, dass Stefano Sollima, Regisseur von „Sicario 2“ und Taylor Sheridan, einer der für mich aktuell besten Drehbuchautoren Hollywoods, zu derartigem Durchschnitt überhaupt fähig sind. „Without Remorse“ ist schick bebildert, da wird’s dann aber auch schon eng mit den Vorzügen.

    Die zugrunde liegende Prämisse vom Ex-Militär-Macho, der mal wieder in die Mühlen des Systems geraten ist und sich nun zu des Rätsels Lösung durchwütet, ist so alt wie das Genre selbst. „Without Remorse“ weiß damit kaum…

  • Boss Level

    Boss Level

    ★★½

    Es ist ein bisschen tragisch: irgendwo, unter ganz viel Ungereimtheiten und Mittelmaß, versteckt sich in „Boss Level“ ein Film, der deutlich mehr als „nur okay“ ist. Ich mag das Zeitschleifen-Gimmick, weil es vielen Filmemachern ihre kreativsten Leistungen entlockt. Und „Boss Level“ hat gute Ansätze. Immer mal wieder, in einigen der charmant-humorigen Actionmontagen, den Charakterinteraktionen oder der zwar ungelenk aufgestülpten, aber dennoch wohligen Vater-Sohn-Plotline, blitzt hier was richtig Gutes auf.

    Aber so richtig ersichtlich wird letztlich nicht, welche eigene Idee der…

  • Framing Britney Spears

    Framing Britney Spears

    ★★½

    Borderline unerträglich. Was mit Britney Spears passiert ist, hat man natürlich über die letzten Jahre mitbekommen, aber noch einmal so kondensiert zu sehen, wie die von der geifernden Meute enable-te Weltpresse mit der Würde, dem Ansehen, der Psyche und letztlich dem Leben eines Menschen umgegangen ist, hat mir fast zu gleichen Anteilen die Tränen und ein bisschen Kotze eingetrieben.

    Stars werden öffentlich den Hunden zum Fraß vorgeworfen, weil sie sich erdreistet haben das kleine Bisschen mehr an Erfolg zu haben,…

  • My Octopus Teacher

    My Octopus Teacher

    ★★½

    Doku über einen Mann, der eindeutig den Verstand verloren hat und sich dabei filmen lässt, wie er weirdes Zeug über seinen Kumpel den Oktopus von sich gibt, das an ungesunde Besessenheit grenzt und stark narzisstische Züge trägt. Um den namensgebenden Octopus Teacher geht es dabei höchstens am Rande, im Fokus stehen das omnipräsente VoiceOver und die manipulative Musik. Über die Wasserwelt oder gar Oktopoden lernt man nichts, was nicht weitgehend bekannt wäre. Immerhin: schöne Bilder. Und der Oktopus rockt!

  • Zack Snyder's Justice League

    Zack Snyder's Justice League

    ★★½

    Ich möchte die Erwartungen gleich mal einrücken: „Justice League“ ist auch im Snyder Cut kein guter Film. Der Snyder Cut ist Vieles - länger, ernster, brutaler, detaillierter. Aber besser? Kann er doch gar nicht sein! 

    Das Problem an „Justice League“ war nie die Struktur des Films oder die Tonalität. Oder dass Cyborg nicht mindestens 20Minuten Backstory bekommen hat. Und schon gar nicht, ob da jetzt ein R-Rating drauf pappt (was sich angesichts ein paar lächerlicher AfterEffects-Blutfleckchen natürlich sofort als Marketingmasche…

  • Synchronic

    Synchronic

    ★★½

    Beginnt stark, sehr atmosphärisch, ein bisschen als hätte jemand „Bringing Out the Dead“ mit metaphysischem Horror ala „Annihilation“ vermengt, nur um dann nach gerade mal 25 Minuten leider zusehends zu zerfallen. Die Prämisse ist für sich genommen schon schwerer Humbug, „Synchronic“ wird nach der Erklärung des „Warum?“ dann graduell nur noch absurder und hat am Ende nicht einmal viel Schauwerte oder clevere Perspektiven auf die Zeitreise-Thematik zu bieten, sondern ergeht sich lieber in existentialistischem Geschwurbel zwischen Charakteren, denen jedwede Chemie fehlt.

  • Coming 2 America

    Coming 2 America

    ★★½

    Ich hab aufmerksam mitgezählt - alle Schmunzler, jedes Kichern und hartes Schenkelklopfen zusammen genommen, komme ich aufgerundet auf exakt - 0 Lacher. Jap..als Komödie funktioniert Eddies Neuer mal wieder ganz hervorragend. Was soll man aber auch erwarten, wenn ein Drittel der Gags in der Zeit stecken geblieben sind, in der Eddie Murphys Karriere zuletzt so richtig in Schwung kam. Ansonsten gibt man sich woke und selbstreferenziell und generell alle Mühe, überhaupt Gründe zu liefern, weshalb dieser zweite Teil nun sein muss,…

  • Mortal Kombat Legends: Scorpion's Revenge

    Mortal Kombat Legends: Scorpion's Revenge

    ★★½

    Das hier verstehe ich nicht: der Name „Mortal Kombat Legends: Scorpion“ suggeriert, dass es in Warners erstem R-Rated-Animationsfilm zur Videospielreihe um die Figur nach dem Doppelpunkt gehen würde. Und tatsächlich beginnt „Legends“ vielversprechend anders - fokussiert auf eine blutige Fehde zweier Assassinen-Clans, zeigen die ersten Minuten, was die Spiele nur andeuteten: die Entstehung Scorpions und die Tragik hinter der Figur.

    Ich fand es immer bedauerlich, dass sich die Spiele entweder auf die krude Turnierstory oder im aktuellen Reboot-Zeitstrang auf ein…

  • Downhill

    Downhill

    ★★½

    „Marriage Story“ mit Lawinen und Will Ferrell. 

    Die Idee ist richtig klasse - eine Familie gerät in eine lebensbedrohliche Situation, Papa türmt, lässt die Familie stehen und fortan kehren Mutti und der feige Göttergatte die Scherben ihrer Ehe auf. Im schwedischen Original „Höhere Gewalt“ von 2014 spielt sich das zum Teil bitterböse und scharf beobachtet aus, ist vor allem eine kluge Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und missverstandener Männlichkeit. 

    „Downhill“ macht daraus, was ein echtes Remake machen muss - nichts. Die clevere…

  • Mank

    Mank

    ★★½

    Scharfzüngig, gewitzt und klug geschrieben, oft beißend zynische Abrechnung mit Hollywoods Studiosystem. Garry Oldman spielt sich wie üblich die Seele aus dem Leib, mein heimlicher Star ist aber Arliss Howard als MGM-Mogul Louis B. Mayer. Der Score von Reznor und Ross ist ein fantastischer Mix aus Old-Hollywood Big Band und atmosphärischen Synth-Klavieranschlägen, der erstaunlich gut das alte und moderne Hollywood vermählt. Und dann ist da die Optik, die Machart - Hintergründe, Studiosets, Ausleuchtung, sogar der Studiohall auf den Stimmen. „Mank“…