BeHaind has written 12 reviews for films rated ★★½ during 2020.

  • Downhill

    Downhill

    ★★½

    „Marriage Story“ mit Lawinen und Will Ferrell. 

    Die Idee ist richtig klasse - eine Familie gerät in eine lebensbedrohliche Situation, Papa türmt, lässt die Familie stehen und fortan kehren Mutti und der feige Göttergatte die Scherben ihrer Ehe auf. Im schwedischen Original „Höhere Gewalt“ von 2014 spielt sich das zum Teil bitterböse und scharf beobachtet aus, ist vor allem eine kluge Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und missverstandener Männlichkeit. 

    „Downhill“ macht daraus, was ein echtes Remake machen muss - nichts. Die clevere…

  • Mank

    Mank

    ★★½

    Scharfzüngig, gewitzt und klug geschrieben, oft beißend zynische Abrechnung mit Hollywoods Studiosystem. Garry Oldman spielt sich wie üblich die Seele aus dem Leib, mein heimlicher Star ist aber Arliss Howard als MGM-Mogul Louis B. Mayer. Der Score von Reznor und Ross ist ein fantastischer Mix aus Old-Hollywood Big Band und atmosphärischen Synth-Klavieranschlägen, der erstaunlich gut das alte und moderne Hollywood vermählt. Und dann ist da die Optik, die Machart - Hintergründe, Studiosets, Ausleuchtung, sogar der Studiohall auf den Stimmen. „Mank“…

  • Mulan

    Mulan

    ★★½

    Zunächst war ich überrascht: die bisherigen Filmkritiken lassen kein gutes Haar an „Mulan“, erwartet hatte ich nach der katastrophalen „König der Löwen“-Realumsetzung ohnehin nicht viel - und doch: die ersten 30, 40 Minuten ist die neueste von Disneys kreativen Bankrotterklärungen gar nicht mal übel. Auch weil sich nicht sklavisch an die Vorlage gehalten wird.

    Auffallend mittelmäßig fallen hier nur die Effekte auf, die durch unnatürliche Beleuchtung und mäßiges Compositing wie ins Bild geklebt wirken. Die Kamera fängt dank guter Ausstattung…

  • Sputnik

    Sputnik

    ★★½

    Im Programm des Fantasy Filmfest 2020

    Raumfahrer kehrt zurück aus dem All, ist aber nicht allein, denn er hat insgeheim eine Kreaturrrrüähh....gähn.
    Aber halt! „Sputnik“ hat tatsächlich einen eigenen Kniff, der - letzten Endes keinen echten Unterschied macht. Statt saftigem Horror nötigt die hölzerne Prämisse dem Drehbuch leider überwiegenden Leerlauf ab, in dem sich die Charaktere lieber gegenseitig nen Knödel ans Ohr labern statt schreiend durch viel zu enge Gänge zu rennen. „Sputnik“ hat seine Momente, schon weil er weitaus…

  • About Time

    About Time

    ★★½

    Mehrfach gehört, das hier sei einer der besten Filme des letzten Jahrzehnts, daher mal nachgeholt und nun genötigt gefühlt, eine Kritik zu schreiben. Denn:

    Nein!

  • Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga

    Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga

    ★★½

    Wie üblich für amerikanische Komödienkost exakt einmal laut geschmunzelt und ansonsten viel fremdgeschämt über ein „Phänomen“, das sich mir auch in TV-Format nie erschließen wollte - aber: am Ende sind Will Ferrell, Rachel McAdams und die quietschbunte Popkotze dann irgendwie doch viel zu sympathisch, um nicht irgendwie trotzdem mit dem Fuß zu wippen. Geht schon irgendwie klar.

  • The Old Guard

    The Old Guard

    ★★½

    Atomic Blon...äh, Black, allerdings als aufgeblasenes MTV-Musikvideo inszeniert, in dem jede dritte Szene durch irgendein austauschbares Gedudel aus der „Dreamy Tralala Tracks“-Playlist auf Spotify untermalt wird, damit man sich einen echten Soundtrack sparen kann. Die Action hat man so schon x-mal gesehen, zuletzt in gleich mehreren Charlize Theron Vehikeln. Hier soll‘s nun die Prämisse richten, aber für mehr als ein paar blutige CGI-Wunden reicht‘s dann auch nicht. Mehr wird aus der „Unsterblichkeits“-Nummer nicht gemacht - wirklich packend sind eigentlich nur…

  • Guns Akimbo

    Guns Akimbo

    ★★½

    „Guns Akimbo“ wirkt wie die Videospielverfilmung einer Vorlage, die es nie gab. Gleich zu Beginn liegen beide neuen „Doom“-Fortsetzungen auf dem Schreibtisch von Radcliffs Gaming Nerd, zwei Games, die mit ihrem Mangel an Handlung geradezu kokettieren und ansonsten plumpe Gewalt zelebrieren - womit die offensichtlichste Inspiration für „Guns Akimbo“ schon gefunden wäre. Dummerweise erliegt der Film dem ewigen Missverständnis, dass es schon irgendwie cool sein wird, Videogames, knallige Effekte und plakative Attitüde in einen Topf zu werfen. „Guns Akimbo“ ist…

  • Richard Jewell

    Richard Jewell

    ★★½

    Mit Bedauern muss ich feststellen: die Außerirdischen, die Clint Eastwood nach „Mystic River“ und „Million Dollar Baby“ entführt haben, belassen ihn weiterhin im Exil. Wer auch immer die Ersatzfigur ist, die sie stattdessen der Erde überlassen haben - eine wirklich glaubhafte Kopie ist sie nicht. Von Eastwoods früheren Werken, seinem Auge und Gespür für Figuren und Milieus, ist kaum etwas geblieben. Produziert wird seither politisch aufgeladenes Propagandakino fürs konservative, tendenziell rechtsgewandte Amerika. Mal Mitten-in-die-Fresse mit antisemitischem Patrioten-Bullshit (American Sniper), mal subtiler als Kritik am…

  • The Gentlemen

    The Gentlemen

    ★★½

    Guy Ritchie wirkt mittlerweile wie jemand, der deutlich zu viele Guy-Ritchie-Filmabende veranstaltet hat und jetzt auch endlich mal so frech und cool sein will, wie sein großes Vorbild. Nun bin ich ohnehin nie der größte Ritchie-Fan gewesen, der neben Danny Boyle immer irgendwie nur der zweitcoolste Regisseur seiner Generation aus Großbritannien sein wird, aber „Bube, Dame, König, Gras“ und vor allem „Snatch“ hatten schon was. Von diesen zwei Achtungserfolgen zehrt Ritchie bis heute, wirklich viel vorzuweisen hat er seither nicht…

  • Ip Man 4: The Finale

    Ip Man 4: The Finale

    ★★½

    Inszeniert mit der Zurückhaltung und dem erzählerischen Feingefühl einer Wrestling-Promo, erzählt „Ip Man 4“ eine Geschichte, die sogar mancher Karate-Trashgranate aus den 80ern zu käsig gewesen wäre und zoomt dann immer dann wenn‘s aufs Maul gibt zu krachendem TamTam heraus, irgendwer ruft „Das klären wir...IM RING“ und zack - 10 Minuten Getrete und Geboxe, bis die Choreografen nicht mehr wollen. 

    Ein Bisschen hat das was von „Mortal Kombat“-StoryModus, ist aber auch ganz viel Seifenoper mit gelegentlichen Druckimpulsen auf die Tränendrüse. Die…

  • Bombshell

    Bombshell

    ★★½

    Schwieriger Film. Verhandelt einerseits ein Topic, dass brandaktueller kaum sein könnte, tut dies andererseits aber so aufgesetzt, so plakativ, so plump und vergreift sich sogar erschreckend häufig in der Art und Weise, wie er seine Message transportiert.
    Erzählt wird herzlos und kalt, das Tempo ist zu hoch, um die unsympathischen Figuren irgendwie greifen zu können. Irgendwie wollte mir zwischen all dem Gegeier nach Ruhm und Macht Niemandes Schicksal nahe gehen, wirklich menschlich wird es eh nur selten. 
    So fühlen sich am Ende 108 Minuten wie 400 an, an deren Ende ich mich irgendwie schmutzig fühlte. Leider nicht nur aus den „richtigen“ Gründen.