BeHaind has written 62 reviews for films rated ★★ .

  • Elvis

    Elvis

    ★★

    Es ist wirklich erstaunlich: obwohl „Elvis“, das Biopic über eine der schillerndsten Figuren der Popkultur, endlose 2 Stunden 40 Minuten läuft, hab ich am Ende nahezu nichts über Elvis Presley gelernt. Und dabei war ich eigentlich vorgewarnt - in Baz Luhrmanns Filmen geht es nunmal um niemanden sonst als ihn selbst. Um die immer gleichen Trademarks, Kameraschwenks, Zooms, Collagen, schnelle Schnittabfolgen und im Bild kreiselnde Grafikelemente. Luhrmann ist wieder schwerst verliebt in seine eigenen Regieeinfälle, die sich derart penetrant in…

  • X

    X

    ★★

    Das X markiert den Blödsinn.

    Hier kann ich den Hype mal so gar nicht nachvollziehen: Ti West steht für Horrorkino im Schneckentempo, in dem Atmosphäre bedeutet, dass Nacht ist und Figuren im Schatten stehen. Die Kills sind selbst in späteren „Freitag der 13.“-Sequels expliziter und dann sind da ja noch die Regie“einfälle“. Parallelmontagen, Splitscreen, Vogelperspektiven - nichts davon auch nur einen Hauch mehr als affektierte Spielerei. Der größte Gag ist aber, dass sich „X“ erstmal 50 Minuten Softporno-Vorgeplänkel mit halb zu Ende erzählten Charakteren gönnt und dann auf dem letzten Meter noch die olle Hillbilly-Nummer rauskramt. Puh, ne…lass mal Ti.

  • Fresh

    Fresh

    ★★

    „Raw“ meats „Promising Young Woman“, abgeschmeckt mit einer ordentlichen Prise „American Psycho“ - und dann hat jemand die Würze vergeigt und die Nummer zu lange kochen lassen. „Fresh“ wirkt wie ein Cocktail vieler Ideen, die andere bereits hatten, ohne die individuelle Klasse der großen Vorbilder zu treffen. Regisseurin Mimi Cave inszeniert auf TV-Niveau, die Dialoge sind teils himmelschreiend realitätsfremd und die Handlung blubbert die meiste Zeit auf mittlerer Hitze im eigenen Saft.

    Geschmacklich fad, unangenehm im Abgang. 
    2 Punkte bei Yelp.

  • Morbius

    Morbius

    ★★

    Zur Videokritik: youtu.be/cwOZngCwUbc

    Stellt euch irgendeine Comichelden-Origin-Story vor, in der die Hauptfigur vampirische Kräfte bekommt, dadurch aber in einen moralischen Konflikt gerät. Dann ist da ein Bösewicht, ein Love Interest, dann boxen sich Held und Antiheld, dann ist vorbei. Was auch immer sich dazu gerade in euren Köpfen abspielt - es ist in jedem Fall interessanter als „Morbius“. 

    Vom generischen Vampir-Einerlei, über den Gegenspieler, dem jegliches Motiv, jegliches Ziel fehlt, bis zum Ende, dass statt einer Auflösung des inneren Konfliktes…

  • Ambulance

    Ambulance

    ★★

    Zur Videokritik: youtu.be/tRj97H556o4

    Ein Gedanke, der mir mehrfach während „Ambulance“ kam, Michael Bays Remake der dänischen Gangsterkomödie „Ambulancen“ von 2005, war die Frage, was Bay wohl dazu bewegt haben mag, ausgerechnet diesen Film neu aufzulegen. Ich hab die Vorlage nicht gesehen, aber schon der Trailer lässt erahnen, dass diese vielschichtiger und humorvoller ist. Bay hat diese Idee nun auf ihre grundlegendste Version herunter gebrochen - Bankräuber, Fluchtfahrzeug, Polizei. Was es daran zu remaken gab? Man weiß es nicht.

    Bays Stil zu…

  • Deep Water

    Deep Water

    ★★

    Furchtbare Menschen führen furchtbare Beziehungen, in einem Erotik-Thriller, der ein, zwei banale Nackedei-Szenen mit echter Erotik verwechselt und für die Bezeichnung Thriller erstaunlich wenig Thrills oder Spannung auffährt. Das absurde Miteinander zwischen Ana de Armas und Ben Affleck erhält nie den nötigen Kontext, um halbwegs nachvollziehbar zu wirken, beiden fehlt jegliche Chemie miteinander, was umso erstaunlicher ist, da beide zur Zeit des Drehs liiert waren.

  • Texas Chainsaw Massacre

    Texas Chainsaw Massacre

    ★★

    Texas Chainsaw Massacre ist als hätte jemand die Anfangsszene von „Blade“ gesehen und gesagt: „Weißte was - daraus mach ich nen 90 Minuten Film.“ Die Musik dröhnt wie innem Technoclub, irre laut, alle schreien, das Tempo ist rasend hoch und irgendwann regnet es halt nur noch Blut. Und irgendwie hat das die niederen Triebe im Gorehound in mir schon aktiviert - das Gemetzel ist schön kompromisslos, die Effekte immerhin nett. 

    Allerdings hat die Reihe in Punkto Gewalt schon ganz andere…

  • Death on the Nile

    Death on the Nile

    ★★

    Für einen Film, der Tod auf dem Nil heißt, gibt’s hier erstaunlich wenig Tod und erst recht keinen Nil.

  • Moonfall

    Moonfall

    ★★

    Mehr Mondschein als Sein.

    Zur Videokritik: youtu.be/CYikj-DXBxk

  • Copshop

    Copshop

    ★★

    Joe Carnahan hastet weiterhin seinem Traum hinterher, irgendwann einmal Filme zu machen wie der junge Guy Ritchie oder Quentin Tarantino. Sprich: „Copshop“ ist wieder voll mit Gangstern und Cops, die sich in ausladenden Dialogen über absolut gar nichts unterhalten, jedes dieser Gespräche ist weitestgehend  humorbefreit, nicht mal halb so smart wie es Carnahan gerne hätte und noch dazu furchtbar uncool.

    On top kommt dieses Mal ein halbgares Ratespiel um Hintergründe und Motive der Protagonisten, ein Kniff, der natürlich nur dann…

  • The 355

    The 355

    ★★

    Action ohne Sinn für Geografie, ohne Impact, ohne inszenatorisches Feingefühl in einem Film, der außer der Action kaum bis keine Alleinstellungsmerkmale hat. Das hier wäre gerne „Mission Impossible“ oder „James Bond“ mit Frauen, ist aber belangloses Aufzählen sämtlicher Klischees des Genres, eingewoben in eine unnötig wirre Handlung, der echte Stakes und Spannung weitestgehend abgehen.

    Die Darstellerinnen schlagen sich okay, bis auf Jessica Chastain, die seit 10 Filmen nur noch die eine Rolle der übertoughen Superfrau mit Sexappeal spielt. Zu sagen, es wird langweilig würde implizieren dass es je spannend war, aber so langsam wäre mal eine andere Rollenwahl angebracht.

  • Spider-Man: No Way Home

    Spider-Man: No Way Home

    ★★

    Hier gibt’s die Video-Kritik: youtu.be/33zQnxXaqUw


    Hollywood hat gerade nicht wenige Probleme. Aber eines der größten ist weit älter als die Pandemie und vor allem selbstgemacht. Weil man sich eine Umgebung erschaffen hat, in der Filme Milliarden einspielen MÜSSEN, am besten direkt am Startwochenende, um profitabel zu werden, lässt sich ein Teil der Industrie willentlich in Geiselhaft nehmen. Da wo früher Drehbuchautoren einer eigenen, klaren Vision folgten steht mittlerweile lediglich die Erfüllung feuchtester Fanträume vornan - immerhin hängt von deren Gunst ja ab,…