BeHaind has written 38 reviews for films rated ★★ .

  • Chaos Walking

    Chaos Walking

    ★★

    Seit 2011 will Lionsgate die Buchreihe von Patrick Ness umsetzen, ließ erst Charlie Kaufmann (!) einen Skriptentwurf schreiben, dann sechs (!!) weitere Autoren an dessen Version herumdoktorn. Gedreht wurde 2017 eine Version, die so schlecht beim Testpublikum ankam, dass 2019 nochmal über mehrere Wochen nachgedreht wurde. Welches Drehbuch in der wievielten Fassung da jetzt also letztlich entstanden ist, weiß Lionsgate vermutlich nicht mal selbst. Und wer hätte es gedacht: genau das spiegelt „Chaos Writin...Walking“ perfekt wieder.

    Die Prämisse um Gedanken,…

  • I'm Your Man

    I'm Your Man

    ★★

    Mir hat mal ein guter Freund gesagt, er könne nirgends so gut schlafen wie in seinem Bett - und auf der Berlinale.

    Nur passend also, dass diese tief-deutsche, hochgradig gestrige Nummer genau hier läuft. Maria Schrader hat offenbar endlich auch mal „Star Trek“ nachgeholt oder Phillip K. Dick gelesen, die Geschichte ist jedenfalls mindestens so originell als hätte jemand ein paar Seiten aus nem Perry Rhodan-Heft in den letzten Rosamunde Pilcher-Schinken abgeheftet.

  • Spiral: From the Book of Saw

    Spiral: From the Book of Saw

    ★★

    Chris Rock ist richtig mies hier drin. Also so richtig richtig. Irgendwo in der Mitte zwischen „schlimmstes Overacting“ und „der kann ja ganix“ chargiert sich Rock durch zahllose Szenenabfolgen, die so hölzern, so deplatziert wirken, man könnte fast meinen, ihm hat vorher niemand mitgeteilt, dass er hier zur Abwechslung mal nicht an einem Komödienset steht.

    Davon mal ab: die Darsteller sind durchweg furchtbar in „Spiral“ und eigentlich ist das noch das kleinste Problem dieser Fortsetzung, in der die Trademarks der…

  • Mortal Kombat

    Mortal Kombat

    ★★

    Simon McQuoid wird seit Wochen durch den Pressezirkus getrieben, um Promo für sein „Mortal Kombat“-Reboot abzuspulen und dabei fällt immer wieder dieser eine Satz, über den ich einfach nicht hinwegkomme: „Wir haben uns bewusst gegen die Turnier-Struktur entschieden, damit wir noch Material für die Fortsetzung haben.“

    McQuoid sagt diesen Satz mit einer nonchalanten Nebensächlichkeit, die klar macht - das ist ihm nicht mal eben so rausgerutscht, das ist ganz ernst gemeintes PR-BlaBla. Vor allem macht es klar, dass es den…

  • Spree

    Spree

    ★★

    Gesehen beim Shivers Filmfestival der Rocketbeans. Falls ihr auch wollt - hier klicken.

    „Spree“ müsste eigentlich genau meine Sorte Film sein: eine scharfe, richtiggehend giftige Kritik am Social Media-Wahn um Likes und Anerkennung, die einem System, das den Verlust jeder Moral und Menschenwürde fördert und regelrecht zelebriert, den Spiegel vorhält..? Immer her damit!

    Im Mittelpunkt steht dummerweise eine Figur, die derart kalt und irrational agiert, dass es unmöglich ist, einen emotionalen Zugang zu finden. „Spree“ hat sich so auf seine…

  • Cherry

    Cherry

    ★★

    Liest Tom Holland einfach nur das zugrunde liegende Buch ab oder glaubt man im Hause Russo tatsächlich, dass VoiceOver Narration gleichbedeutend damit ist, die Dinge, die auf dem Bildschirm passieren, simultan nachzuerzählen? „Cherry“ wirkt als hätte man dem Abschlussjahrgang der Filmhochschule München 20 Millionen Dollar in die Hand gedrückt und deren StudentInnen werfen nun all die schönen Ideen und Kunstgriffe in den Topf, die sie sich im Kurs „Regie für Einsteiger“ bei ihren Ikonen abgeschaut haben.

    Martin Scorsese nutzt Musik…

  • Willy's Wonderland

    Willy's Wonderland

    ★★

    Nicolas Cage hat die nächste Evolutionsstufe seiner Karriere endlich erreicht, eine von der Bruce Willis bislang nur träumen kann: er steht einfach nur noch im Bild. That‘s it. Hier und da wird mal eine Augenbraue hochgezogen, ein bisschen manisch abgezappelt, aber ansonsten verliert Cage im gesamten Film kein einziges Wort. Technisch gesehen ist das schon noch irgendwie entfernt als Schauspiel zu bewerten, aber hätte jemand Cage kurz nach „Leaving Las Vegas“ gesagt, dass er 15 Jahre später mal einen gesamten…

  • Bill & Ted Face the Music

    Bill & Ted Face the Music

    ★★

    In den 90ern waren „Bill & Ted“ noch irgendwie schrullig kultig. Die Popkultur hatte über die Jahre ja immer wieder Figuren ausgeworfen, die man heutzutage eher fragwürdig finden dürfte, von „Cheech & Chong“ bis „Erkan & Stefan“, viele davon allerhöchstens Produkte des Zeitgeistes und damit kaum geeignet für neuzeitliche Geschmäcker. Wobei - irgendwo gibt es sicherlich Menschen, die selbst heute noch über „Ey Mann, wo ist mein Auto“ lachen.

    Ich bin keiner dieser Leute. Schon der zweite Teil „Bogus Journey“ ging nur mit…

  • Peninsula

    Peninsula

    ★★

    „Ship to Busan“, „Skilift to Busan“, „Skateboard to Busan“ oder meinetwegen sogar „Räuberleiter to Busan“...jede dieser uninspirierten „wir machen alles nochmal ganz genauso“-Fortsetzungen wäre mir lieber gewesen als das hier. Innerhalb eines Subgenres in dem nun wirklich langsam alles zigmal auserzählt wurde, profitierte der Vorgänger immerhin von seinem begrenzten Setting und kondensierte so die Spannungsmomente clever auf einen Ort. „Peninsula“ erliegt nun dem üblichen Denkfehler vieler gescheiterter Sequels: Größer, krasser, epischer will er sein, Tatsache jedoch ist, dass das Zombietheater über…

  • The New Mutants

    The New Mutants

    ★★

    Kann man eigentlich schon von Etikettenschwindel sprechen, wenn die Trailer einen Horrorfilm im X-Men-Universum versprechen, man dann aber eine Stunde Kindertheater im dramatischen Spektrum einer Folge „Bibi & Tina“ bekommt - ohne Horror und erst recht ohne X-Men? Dafür allerdings mit ganz viel stümperhaften Dialogen, die immerhin mit den furchtbaren Schauspielleistungen eine kreative Symbiose eingehen. Das ist „New Mutants“ - ein Film, der rund zwei Jahre lang munter hin und her verschoben wurde und dem man nun, jetzt da er endlich…

  • Da 5 Bloods

    Da 5 Bloods

    ★★

    Weniger Film als wahlloses Wirrwarr zusammenhangloser Szenen, Statements, mäßig gefilmter CGI-Ballereien und Spike Lees politischer Überzeugungen, die dermaßen gewaltsam in den Rachen gezwängt werden, dass einem die zweieinhalb stündige Tour de Force bereits nach 30 Minuten zum Hals heraus hängt. Das Schauspiel ist erstklassig, die Dialoge sind es leider nicht. Wird gegen Ende zwar etwas besser, aber bis dahin wird die Geduld gewaltig strapaziert. Skurrile Musikauswahl, Colorgrading all over the Place und insgesamt überwiegt ein beinahe unfertiger Eindruck. Da musste wohl noch ganz schnell der Film zur globalen Stimmungslage fertig werden?!

  • Coma

    Coma

    ★★

    Ich könnte jetzt dumme Witzchen fahren ala „da lag der Drehbuchautor wohl auch im Koma“, aber das würde die thematische Grundlage ähnlich plump trivialisieren wie es „Coma“ sowieso schon tut, ein Film, der die namensgebende Bewusstseinsstörung zum reinen Plotdevice kaputt stutzt und bis auf malerische Traumwelten keinerlei Daseinsberechtigung mitbringt.

    Seit Timur Bekmambetovs „Wächter des Tages“-Doppelschlag Anfang der 2000er die russische Filmindustrie in die CGI-Ära katapultierte und diese seither durchaus auf internationaler Bühne stattfindet, kommen pro Jahr mindestens zwei, drei von ihnen…