BeHaind has written 13 reviews for films rated ★★ during 2021.

  • Earwig and the Witch

    Earwig and the Witch

    ★★

    Studio Ghibli, das Studio hinter Filmen, die vor Fantasie, Detailverliebtheit, Ideen und visueller Pracht strotzten, macht nun Sachen, die aussehen wie diese billigen TV-Produktionen, die tagsüber auf KIKA in Dauerschleife laufen. Subtexte fehlen, Analogien, Metaphern. Vorbei sind die Zeiten als Ghibli-Filme auch Statement sein konnten, Erwachsene wie Kinder gleichermaßen beglückte. Das hier ist sterbenslangweilig, nicht mehr, nicht weniger.
    Hayao Miyazaki schämt sich vermutlich für seinen eigenen Sohn gerade zu Tode. Anders kann es unmöglich sein.

  • Kate

    Kate

    ★★

    Frau arbeitet als Profikillerin, weil man das im Actiongenre offenbar machen muss, um nicht aus der Rolle zu fallen, wird auf ihrem letzten Auftrag (klar, wann sonst) aber vergiftet und hat nun noch genau einen Tag um…ähm, ja was eigentlich? Rache zu nehmen? Antworten zu finden? 

    Die Ziele von „Kate“ sind so unklar wie die Actionszenen, in denen Figuren oft mit dem Rücken zur Kamera stehen, Schläge, Stiche, Tritte komplett verdeckt werden und die gar nicht mal üble Choreografie durch…

  • Jolt

    Jolt

    ★★

    Mir war bis kurz vor Schluss nicht klar, ob „Jolt“ eine Parodie auf Filme wie „Crank“ und „Atomic Blonde“ sein sollte oder ob den Quatsch tatsächlich irgendjemand so richtig ernst gemeint hat. Das Tempo, die Geschichte, die Prämisse - alles ist hier so absurd überdreht, dass es schlicht lachhaft wirkt. Und doch…das kann doch nur Absicht gewesen sein. Oder?!

    Die Dialoge zB bestehen ausschließlich aus Phrasen und coolen Pickup-Lines, die so kein echtes Lebewesen jemals aussprechen würde. Richtig unangenehm ist…

  • Space Jam: A New Legacy

    Space Jam: A New Legacy

    ★★

    Zur Video-Kritik: youtu.be/M9js4lSGbjk

    „Da bin ich wohl nicht die Zielgruppe für“, brabbelte ich der netten Pressevertreterin beim Verlassen des Kinos entgegen, als wissen möchte, ob mir „Space Jam 2: A New Legacy“ denn gefallen habe.

    Natürlich ist das Unsinn. Als wäre ich nicht auch voll in der Zielgruppe für gut gemachtes Kino, schöne Geschichten und tolle Action. Und als ich dann vergangenes Wochenende „Die Croods 2“ im Kino sah, dämmerte es mir wieder. Nicht ich bin es, den man nicht…

  • F9

    F9

    ★★

    Zur Video-Kritik: youtu.be/7XI-K44ZN00

    Ja gut, was soll ich sagen? Dass „Fast & Furious“ unlogisch ist? Dass die Formel immer dieselbe zu bleiben scheint? Dass Fans mit primitiven Triggerreizen wie dem endlosen Heraufbeschwören eines Familiengefühls, leicht bekleideten Partygirls, dröhnenden Motoren und der obligatorischen Corona-Werbeästhetik am Ende bei der Stange gehalten werden? Oder dass die Darsteller von Teil zu Teil müder, satter und ausgebrannter erscheinen? 

    Und doch ist es bemerkenswert, dass „F9“ selbst auf dieser Messlinie noch einmal nachjustieren muss und damit als…

  • Fear Street: 1994

    Fear Street: 1994

    ★★

    Zum Glück rastet wirklich alle 5 Minuten die Musik völlig aus, um mal wieder den nächsten Jumpscare anzukündigen - sonst wäre ich eiskalt eingeschlafen. Was in jedem Fall die bessere Erfahrung gewesen wäre, denn „Fear Street“ kann wirklich gar nichts. Zum einen weil sich das laute Getöse zu 50% als Fakeout herausstellt, weil dann doch wieder nur der freche Boyfriend hinter nem Vorhang stand und „Buh!“ ruft. Zum anderen, weil immer dann wenn das große Stechen wirklich beginnt, die Mischung…

  • The Little Things

    The Little Things

    ★★

    Als hätte jemand aus Versatzstücken von „Sieben“ und „Zodiac“ eine deutsche „Tatort“-Folge zusammen geschustert, die ihrerseits dann ein US-Remake bekommen hat, für das dann Denzel Washington unter Androhung von Gewalt vor die Kamera gezwungen wurde, wofür er sich mit der schwächsten Leistung seiner Karriere bedankt, was im Vergleich zum völlig fehlbesetzten Rami Malek und dem wie eh und je am Film vorbei-actenden Jared Leto zumindest nicht weiter aus der Rolle fällt. 

    P.S.: Lange nicht mehr so ein konfus-lachhaftes Ende gesehen!

  • Chaos Walking

    Chaos Walking

    ★★

    Seit 2011 will Lionsgate die Buchreihe von Patrick Ness umsetzen, ließ erst Charlie Kaufmann (!) einen Skriptentwurf schreiben, dann sechs (!!) weitere Autoren an dessen Version herumdoktorn. Gedreht wurde 2017 eine Version, die so schlecht beim Testpublikum ankam, dass 2019 nochmal über mehrere Wochen nachgedreht wurde. Welches Drehbuch in der wievielten Fassung da jetzt also letztlich entstanden ist, weiß Lionsgate vermutlich nicht mal selbst. Und wer hätte es gedacht: genau das spiegelt „Chaos Writin...Walking“ perfekt wieder.

    Die Prämisse um Gedanken,…

  • I'm Your Man

    I'm Your Man

    ★★

    Mir hat mal ein guter Freund gesagt, er könne nirgends so gut schlafen wie in seinem Bett - und auf der Berlinale.

    Nur passend also, dass diese tief-deutsche, hochgradig gestrige Nummer genau hier läuft. Maria Schrader hat offenbar endlich auch mal „Star Trek“ nachgeholt oder Phillip K. Dick gelesen, die Geschichte ist jedenfalls mindestens so originell als hätte jemand ein paar Seiten aus nem Perry Rhodan-Heft in den letzten Rosamunde Pilcher-Schinken abgeheftet.

  • Mortal Kombat

    Mortal Kombat

    ★★

    Simon McQuoid wird seit Wochen durch den Pressezirkus getrieben, um Promo für sein „Mortal Kombat“-Reboot abzuspulen und dabei fällt immer wieder dieser eine Satz, über den ich einfach nicht hinwegkomme: „Wir haben uns bewusst gegen die Turnier-Struktur entschieden, damit wir noch Material für die Fortsetzung haben.“

    McQuoid sagt diesen Satz mit einer nonchalanten Nebensächlichkeit, die klar macht - das ist ihm nicht mal eben so rausgerutscht, das ist ganz ernst gemeintes PR-BlaBla. Vor allem macht es klar, dass es den…

  • Spree

    Spree

    ★★

    Gesehen beim Shivers Filmfestival der Rocketbeans. Falls ihr auch wollt - hier klicken.

    „Spree“ müsste eigentlich genau meine Sorte Film sein: eine scharfe, richtiggehend giftige Kritik am Social Media-Wahn um Likes und Anerkennung, die einem System, das den Verlust jeder Moral und Menschenwürde fördert und regelrecht zelebriert, den Spiegel vorhält..? Immer her damit!

    Im Mittelpunkt steht dummerweise eine Figur, die derart kalt und irrational agiert, dass es unmöglich ist, einen emotionalen Zugang zu finden. „Spree“ hat sich so auf seine…

  • Cherry

    Cherry

    ★★

    Liest Tom Holland einfach nur das zugrunde liegende Buch ab oder glaubt man im Hause Russo tatsächlich, dass VoiceOver Narration gleichbedeutend damit ist, die Dinge, die auf dem Bildschirm passieren, simultan nachzuerzählen? „Cherry“ wirkt als hätte man dem Abschlussjahrgang der Filmhochschule München 20 Millionen Dollar in die Hand gedrückt und deren StudentInnen werfen nun all die schönen Ideen und Kunstgriffe in den Topf, die sie sich im Kurs „Regie für Einsteiger“ bei ihren Ikonen abgeschaut haben.

    Martin Scorsese nutzt Musik…