BeHaind has written 33 reviews for films rated ★★★½ .

  • Bo Burnham: Inside

    Bo Burnham: Inside

    ★★★½

    Es ist ein bisschen so wie YouTube damals begonnen hat - roh und absurd, ein bisschen  durcheinander, ein bisschen drüber, aber irgendwie fast naiv echt. Man hat halt mal gemacht was die Kreativität hergab. Und Boy oh boy ist dieser Mann kreativ.
    Es macht Sinn, dass Burnham ab 2006 einer der Ersten war, die durch die Plattform Popularität erlangten. „Inside“ wirkt wie eine Reise in diese Zeit - nur jetzt halt mit mehr Selbstzweifeln, existenzialistischer Sinnkrise und Social Anxiety. Nicht jeder…

  • Another Round

    Another Round

    ★★★½

    Ich musste die ganze Zeit daran denken, wie die amerikanische Version hiervon aussehen würde. Sagen wir mit Will Ferrell, Seth Rogen, Vince Vaughn und/oder Kevin Hart. Ferrell hat seinen Schlüppi auf dem Kopf und rennt gegen eine Wand, Rogen taumelt im Hasch-Delirium durch einen psychedelischen Tagtraum, als plötzlich Vince und Kevin Hart umringt von halbnackten Springbreak-Bunnies vom Dach des Nachbar-Hauses springen, dabei aber auf Melissa McCarthy landen, die dadurch so lustig pupst. Und dann - Überraschung - Cameo-Auftritt von Brad…

  • The Mitchells vs. The Machines

    The Mitchells vs. The Machines

    ★★★½

    Die gesamte Zeit über werden die Mitchells als außerordentlich dysfunktional und „anders“ beschrieben, aber eigentlich ist die vermeintliche Chaos-Family sogar derart normal, dass es sich mehr so anfühlt, wie in einer dieser Facebook- oder Twitter-Bios, in denen mal wieder jemand über sich selbst feststellt: „Bin ein bisschen verrückt.“ - hier wie dort bleibt es nie mehr als reine Behauptung.

    Was nicht heißt, dass diese Familie nicht echt liebenswert wäre, aber so richtig durchdacht oder geradlinig ist die Charakterzeichnung bei keiner…

  • Saint Maud

    Saint Maud

    ★★★½

    Die Bilder sind von albtraumhafter Schönheit, der Score knarzt und sägt wie drei Tage Unwetter und der Castingmanager darf sich für die Auswahl von Morfydd Clark bitte dreifach bejubelt fühlen. „Saint Maud“ ist genau meine Sorte Film - ich liebe Horror, der mir nicht mit Katzen aus dem Wandschrank kommt, sondern schleichend ins Mark kriecht. Ich liebe verdichtete, schaurig-schreckliche Szenengemälde, die gerne auch ohne Monster, Gewaltausbrüche und Schocks auskommen dürfen, wenn dafür ein tiefes Unbehagen aus jeder Einstellung durchsickert. Und…

  • The Kid Detective

    The Kid Detective

    ★★★½

    Schöne Überraschung: „The Kid Detective“ ist ein als zynische Komödie getarnter Neo-Noir-Krimi, der regelrecht frech mit Erwartungen spielt, Tropes auf den Kopf stellt, Genrestandards gleichzeitig bedient und unterminiert, den Hauptcharakter zum Normalo degradiert und am Ende trotzdem einen spannenden Fall auftischt, dessen Ausgang ich nicht habe kommen sehen. Das „Finale“ ist simpel und dennoch effektiv, der Humor teils herrlich subversiv und das Drehbuch traumhaft vertrackt. Ein paar Längen zum Trotz ein richtig kompetentes Regiedebüt.

  • Final Voyage

    Final Voyage

    ★★★½

    Gesehen beim Shivers Filmfestival der Rocketbeans. Falls ihr auch wollt - hier klicken.

    8 Jahre wurde an „Das letzte Land“ gedreht, mit Hilfe von Kickstarter kamen mickrige 20.000 Euro zusammen, in den Credits habe ich 26 unterschiedliche Personen gezählt. Regisseur Marcel Barion erzählt im kurzen Vorstellungsclip beim Shivers Festival folgerichtig, es habe praktisch an allem gefehlt während der Dreharbeiten.

    Was dem Team jedoch nicht fehlte ist ganz offensichtlich: eine unbedingte Liebe für den Stoff, das Genre, den Film als Ganzes. Für…

  • The Empty Man

    The Empty Man

    ★★★½

    Der Trailer beginnt mit einer Prämisse, die fast lachhaft hanebüchen ist: Wer auf einer Brücke eine leere Flasche findet und dann hineinbläst, der...beschwört den „Empty Man“. Uff. Dazu reicht ein weiterer Blick auf das nichtssagende Poster, den generischen Namen, selbst die Tagline und es wird deutlich - „The Empty Man“ ist eine dieser hohlen Urban-Legend-Nummern, die allesamt nach Schema F funktionieren. „The Bye-Bye Man“, „Slenderman“, „The Midnight Man“ - spannend war das zuletzt 1992 in „Candymans Fluch“.

    Das Ding ist:…

  • Love and Monsters

    Love and Monsters

    ★★★½

    Ich bin tatsächlich ein bisschen traurig geworden beim Gucken von „Love & Monsters“. Nicht weil der Film allzu dramatische Höhen erklimmen würde. Dafür ist das hier viel zu leichtfüßig und verspielt. Nein. „Love & Monsters“ ist die Sorte Film, die es selbst in einer normalen Filmwelt schwer hätte, zwischen Superhelden-Omnipräsenz und Franchise-Dauerfeuer aufzufallen. Nun ist gerade aber eben gar nichts normal, weshalb Paramount dieses Kleinod mitten in die Pandemie und damit das sichere VOD-Vergessen released hat.

    Und wie tragisch das wäre! „Love…

  • Bloodline

    Bloodline

    ★★★½

    Uhh. Schöne Überraschung von Blumhouse. „Bloodline“ wirkt im Trailer wie übliches Thriller-Einmaleins, entpuppt sich aber als sleaziger Mix aus Abel Ferraras „Drillerkiller“, „Dexter“ und den  Gialli von Bava und Argento. Inklusive waberndem Elektro-Soundtrack, traumwandlerischer Atmosphäre und einer zentralen Performance, die gleichermaßen bedrohlich wie erbärmlich wirkt. Sean William Scott spielt als habe ihn jemand für das „Maniac“-Remake gecastet, mit sichtlicher Spielfreude und Szenenpräsenz. Die Farben, der Goregehalt und die Stimmung - „Bloodline“ ist eine überraschend nostalgische und trotzdem moderne Reminiszenz an blutigere  Kinozeiten.

  • Pieces of a Woman

    Pieces of a Woman

    ★★★½

    Die beste Letterboxd-Kritik zum Film sagt im Grunde alles zum Film:

    when the title card comes up and you realise that you've been holding your breath the entire time

    „Pieces of a Woman“ beginnt mit einer der beeindruckendsten Szenen der jüngeren Filmgeschichte, eine Acting-Tour-de-Force, die so intensiv nachwirkt, dass ich stellenweise weggucken wollte. Derlei Momente gibt es mehrfach im Film, jede einzelne davon, selbst Dialoggefechte mit der hochgradig übergriffigen Mutter, schlagen regelrecht in die Magengrube. Und so merkt man kaum,…

  • Captive State

    Captive State

    ★★★½

    Das hier ist eine ganz seltsame Geschichte: „Captive State“ wurde 2018 per Trailer angekündigt, im März 2019 sollte das SciFi-Drama dann erscheinen. Im Vorfeld machten Nachrichten von katastrophalen Testvorführungen die Runde, Universal minimierte daraufhin den Werbeetat so drastisch, dass „Captive State“ unweigerlich spektakulär bruchlandet. Der deutsche Kinostart wird 2019 kurzerhand abgesetzt, „Captive State“ landet im Giftschrank - wo er bis jetzt verharrte und nun seit Anfang Dezember völlig unzeremoniell in den Tiefen des Amazon-Backkataloges verramscht wird.

    Klingt nach Superkatastrophe -…

  • La Belle Époque

    La Belle Époque

    ★★★½

    Geheimtipp! Toll gespielt und wahnsinnig verspielt geschrieben und inszeniert. Wenn nur die Charaktere nicht durchweg zynisch und toxisch wären. Und trotzdem: So herrlich ur-französisch.