BeHaind has written 18 reviews for films rated ★★★½ during 2021.

  • The Last Duel

    The Last Duel

    ★★★½

    Ridley macht auf „Rashomon“, erzählt eine Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln, über Egos, Männlichkeit, Geschlechterrollen und narzisstische Gockelkämpfe. Nicht immer ganz rund, aber packend.

    Komplette Kritik als Video: youtu.be/0XevsfyXc-4

  • The Night House

    The Night House

    ★★★½

    David Bruckner fehlt zwar noch der große Wurf, vor allem im Vergleich zu Ari Aster (Hereditary) oder Robert Eggers (The Witch), die aus dem Stand Meisterhaftes vollbracht haben, aber Bruckners Anthology-Filmen oder seinem Folklore-Horror „The Ritual“ merkt man deutlich an, dass da jemand eindeutig mit den Regeln und Manierismen des Genres umgehen kann. Und solche Leute, die gibt’s nicht oft. Bruckner hat insbesondere ein Händchen für Stimmung, für Bedrohliches und Unbehagen. Auch wenn „The Night House“ nicht auf JumpScares verzichtet,…

  • Candyman

    Candyman

    ★★★½

    „Candyman“ beginnt so unscheinbar und dennoch effektiv wie es nur geht: Die Kamera fährt langsam durch Chicagos nebelverhangene Häuserschluchten. Es ist schwer auszumachen, wo oben, wo unten ist. Die Dichte des Nebels erzeugt Unbehagen, viel mehr aber die Tatsache, dass nicht ersichtlich wird, was genau dahinter liegt. Allein diese, oberflächlich betrachtet simple Einstellung macht deutlich - die Macher wissen genau was sie tun, vor allem kennen und schätzen sie das Quellmaterial.

    Als „Candyman“ im Jahr 1992 in die Kinos kam,…

  • Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings

    Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings

    ★★★½

    Heute mal keine extra Kritik in geschriebener Form, besser als in 12 Minuten Video kann ich es eh nicht ausdrücken. Kurz: ich mocht‘s sehr!

    Zur Video-Kritik: youtu.be/RDErUif87P0

  • Fabian: Going to the Dogs

    Fabian: Going to the Dogs

    ★★★½

    Völlig irres, regelrecht berauschendes Kino, voller Experimentier- und Spielfreude, gewagt und sperrig und rund 4 Stunden zu lang, obwohl es „nur“ 3 Stunden läuft. Ich musste oft lachen, nicht weil die Witzdichte so hoch wäre, sondern weil ich irritiert befremdet, teils ungläubig dem wirren Treiben, den absurden Dialogen folgte, bis mich dann eine der vielen weirden oder schlicht zu langen Szenen wieder aus der Faszination löste. Die Schauspieler schwanken zwischen punktgenau besetzt und Dilettantismus fröhlich beschwipst umher, der Rest verschwimmt im…

  • Free Guy

    Free Guy

    ★★★½

    Zur Video-Kritik: youtu.be/hsKWJkZjxOM


    Ein Disney/Fox-Blockbuster über Videospiele ala GTA, der für Individualität, Kreativität und Selbstverwirklichung wirbt? Genau mein Humor. Davon mal ab als Zelebration von Nerdtum und Gaming-Kultur ein wirklich gelungener Spaß, der vor allem endlich mal wieder auf die übliche Ryan Reynolds Show verzichtet und ihn stattdessen einen Charakter spielen lässt. Ein bisschen Liebe, ein bisschen zu viel Taika Waititi, ein paar schöne Gags, ein paar maue, ein schönes Cameo und viele, viele Insider für Videospieler, die nicht für Unkundige erst endlos auserklärt werden.

  • Black Widow

    Black Widow

    ★★★½

    Ich bin schwer überrascht. Das aus dem Hause Marvel noch Filme ohne große Weltenbedrohung erscheinen, die im Mittelteil das Superhelden-Theater auch mal komplett einstellen und nur von Figurenbeziehungen erzählen…hätte ich nicht mehr mitgerechnet. Ich dachte, die Formel ist klar: kein echter Anfang, weil Bezug zu 23 anderen MCU-Filmen genommen werden muss, dann kommt der generische Bösewicht, Explosion A, B und C, ein richtiges Ende gibt’s dann leider nicht, weil ja noch die Weichen für 3 neue MCU-Filme gestellt werden müssen.…

  • Bo Burnham: Inside

    Bo Burnham: Inside

    ★★★½

    Es ist ein bisschen so wie YouTube damals begonnen hat - roh und absurd, ein bisschen  durcheinander, ein bisschen drüber, aber irgendwie fast naiv echt. Man hat halt mal gemacht was die Kreativität hergab. Und Boy oh boy ist dieser Mann kreativ.
    Es macht Sinn, dass Burnham ab 2006 einer der Ersten war, die durch die Plattform Popularität erlangten. „Inside“ wirkt wie eine Reise in diese Zeit - nur jetzt halt mit mehr Selbstzweifeln, existenzialistischer Sinnkrise und Social Anxiety. Nicht jeder…

  • Another Round

    Another Round

    ★★★½

    Ich musste die ganze Zeit daran denken, wie die amerikanische Version hiervon aussehen würde. Sagen wir mit Will Ferrell, Seth Rogen, Vince Vaughn und/oder Kevin Hart. Ferrell hat seinen Schlüppi auf dem Kopf und rennt gegen eine Wand, Rogen taumelt im Hasch-Delirium durch einen psychedelischen Tagtraum, als plötzlich Vince und Kevin Hart umringt von halbnackten Springbreak-Bunnies vom Dach des Nachbar-Hauses springen, dabei aber auf Melissa McCarthy landen, die dadurch so lustig pupst. Und dann - Überraschung - Cameo-Auftritt von Brad…

  • The Mitchells vs. The Machines

    The Mitchells vs. The Machines

    ★★★½

    Die gesamte Zeit über werden die Mitchells als außerordentlich dysfunktional und „anders“ beschrieben, aber eigentlich ist die vermeintliche Chaos-Family sogar derart normal, dass es sich mehr so anfühlt, wie in einer dieser Facebook- oder Twitter-Bios, in denen mal wieder jemand über sich selbst feststellt: „Bin ein bisschen verrückt.“ - hier wie dort bleibt es nie mehr als reine Behauptung.

    Was nicht heißt, dass diese Familie nicht echt liebenswert wäre, aber so richtig durchdacht oder geradlinig ist die Charakterzeichnung bei keiner…

  • Saint Maud

    Saint Maud

    ★★★½

    Die Bilder sind von albtraumhafter Schönheit, der Score knarzt und sägt wie drei Tage Unwetter und der Castingmanager darf sich für die Auswahl von Morfydd Clark bitte dreifach bejubelt fühlen. „Saint Maud“ ist genau meine Sorte Film - ich liebe Horror, der mir nicht mit Katzen aus dem Wandschrank kommt, sondern schleichend ins Mark kriecht. Ich liebe verdichtete, schaurig-schreckliche Szenengemälde, die gerne auch ohne Monster, Gewaltausbrüche und Schocks auskommen dürfen, wenn dafür ein tiefes Unbehagen aus jeder Einstellung durchsickert. Und…

  • The Kid Detective

    The Kid Detective

    ★★★½

    Schöne Überraschung: „The Kid Detective“ ist ein als zynische Komödie getarnter Neo-Noir-Krimi, der regelrecht frech mit Erwartungen spielt, Tropes auf den Kopf stellt, Genrestandards gleichzeitig bedient und unterminiert, den Hauptcharakter zum Normalo degradiert und am Ende trotzdem einen spannenden Fall auftischt, dessen Ausgang ich nicht habe kommen sehen. Das „Finale“ ist simpel und dennoch effektiv, der Humor teils herrlich subversiv und das Drehbuch traumhaft vertrackt. Ein paar Längen zum Trotz ein richtig kompetentes Regiedebüt.