BeHaind has written 49 reviews for films rated ★★★ .

  • Oxygen

    Oxygen

    ★★★

    Recht effektiver, kleiner Single Location-Thriller, dem aufgrund der überdimensionierten Laufzeit von 100 Minuten zu häufig die Puste ausgeht. Melanie Laurent spielt großartig, die Kamera und das ArtDesign sind richtig gut, aber der Plot wirkt arg zurecht konstruiert und läuft dann auf ein eher maues Ende zu.
    Nicht übel, für Netflix-Verhältnisse also fast schon spektakulär gut.

  • Nobody

    Nobody

    ★★★

    „Wo wollen die mit der Nummer eigentlich hin?“, ein Gedanke, der mir gleich mehrfach während „Nobody“ durch den Kopf ging. Zunächst mal: ich mag Bob Odenkirk als desillusionierten Familienvater sehr, noch mehr sogar als angepissten Actionhelden. Odenkirk ist dann mehr wie Clint Eastwood als Keanu Reeves, stoisch und zynisch, aber das empfinde ich als klare Stärke.

    Etwa ab der Hälfte merkt man dann aber, dass „Nobody“ irgendwie der Fokus fehlt. Einerseits spielt das hier teils so streng nach den Regeln…

  • The Best of Enemies

    The Best of Enemies

    ★★★

    Reichlich weichgespülte White Savior-Story, der es an Schlagkraft und Tiefe fehlt. Hat weder den Biss von „BlackKklansman“, noch die Leidenschaft eines „Just Mercy“ und wo „Green Book“ die offensichtliche, weiße Perspektive zumindest mit Chemie zwischen den Figuren wettmachte, fehlt es in „The Best of Enemies“ skurrilerweise vor allem daran - weder das „Best“ und selbst das „Enemies“ wird im Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren nie wirklich nachvollziehbar. Taraji P. Henson und Sam Rockwell machen ihre Sache gut, bekommen vom Drehbuch aber zu wenig zu tun. Dennoch: kann man machen, was angesichts der Thematik aber eher kein allzu großes Gütesiegel ist.

  • Raya and the Last Dragon

    Raya and the Last Dragon

    ★★★

    8 Drehbuchautoren werden in den Credits aufgeführt. Acht! 
    Und genau so schaut sich „Raya“ dann auch - wie eine große Gruppenarbeit, mit ganz vielen Ideen, die irgendwer schon mal hatte. Die Bösewichte sind profillos, die Helden ohne Facetten und im Grunde ist alles ab Minute 10 komplett vorhersehbar. Nach dem starken Intro baut der Film zudem auf das Miteinander der Figuren, denen es dafür jedoch an Wortwitz mangelt. 

    Optisch ist „Raya“ dafür ein Fest, was spätestens im effektreichen Finale den…

  • The Godfather: Part III

    The Godfather: Part III

    ★★★

    Gesehen in Coppolas neuer Coda-Schnittfassung, die nochmal klar deutlich macht, dass „Der Pate 3“ viel tiefgreifendere Probleme hat, als die Anordnung der Szenen - daran ändern auch noch so viele Namensänderungen und Schnitte nichts. Der neue Anfang ist zudem der deutlich schwächere Einstieg, die neue, finale Einstellung ist überhastet abgeschnitten und kann so nicht nachwirken. Viel Sinn ergibt das Vorhaben dieser 12 Minuten kürzeren Fassung also nicht, mit einer Ausnahme: Sofia Coppolas Szenen wurden stark gekürzt. Immerhin etwas.

  • Run

    Run

    ★★★

    „Misery“ für die Generation W-Lan. Kompetent inszeniert und mit Sarah Paulson passgenau besetzt. Leider wird ab der Hälfte aus einem clever verpackten, eher zurückhaltenden Thriller plötzlich eine atemlose Psychohatz, die sich in plumpem Showoff und völlig unglaubwürdigen Storybeats verheddert. Das Ende ist fast unfreiwillig komisch, so absurd wird es. Erinnerte mich oft an 80er Jahre-Thriller, im Guten wie im Schlechten. Für den starken Auftakt kann man reinschauen, der Rest wird leider zu quatschig.

  • Fatman

    Fatman

    ★★★

    Nettes Konzept, erstaunlich rau und melancholisch umgesetzt. Mel Gibson geht für mich immer, im Alter scheint er vor allem immer besser zu werden. Letztlich verläuft der Ansatz aber ins Leere, weil das hier weder eine saftige Splatterorgie, keine bissige Satire und schon gar kein kultiger Weihnachtsfilm ist. „Fatman“ dümpelt zu lange ohne rechtes Ziel vor sich hin, ohne sich tonal oder genretechnisch festzulegen, weshalb am Ende nicht mehr als „joa, nett“ zu statuieren bleibt.

  • Tenet

    Tenet

    ★★★

    Ungefähr im letzten Drittel setzt „Tenet“ gerade wieder eine der zahlreichen Action-SetPieces spektakulär in Szene. Ludwig Goranssons Soundtrack donnert durch den Kinosaal als wäre endlich wieder Loveparade, Autos schleudern umher, Geschosse surren rückwärts an der Kamera vorbei und Crash und Boom und Bang.
    Irgendwo da drehe ich mich zu meinem Sitznachbarn ein und frage: „Sag mal, hast du ne Ahnung wen oder was die da eigentlich gerade verfolgen?“
    Er guckt verdutzt zurück: „Gut, dass du fragst - ich habe nicht…

  • Psycho Goreman

    Psycho Goreman

    ★★★

    Im Programm des Fantasy Filmfest 2020

    Als hätte jemand während einer Folge „Power Rangers“ beschlossen: Da muss noch Blut und Eingeweide rein. Hochgradig imaginative, handgemachte Kostüme und Creature Effects, grottenschlechtes Overacting nah an der Schmerzgrenze, furchtbare Dialoge, einige wirklich komische Gags und eine schwer sympathische „Alles egal“-Attitüde bilden das Fundament einer gar nicht mal so unwertigen Trashgranate, bei der ich nie ganz wusste, ob ich das jetzt ganz fantastisch oder furchtbar doof finden soll. Hier hatte jemand sichtlich Bock einfach…

  • Gretel & Hansel

    Gretel & Hansel

    ★★★

    Ich verstehe, weshalb es hier massenweise negative Wertungen hagelt - „Gretel und Hänsel“ ist wie zuletzt „The Witch“, „Babadook“ oder „Midsommar“ kein klassischer Horror, sondern viel eher behäbiger Psychotrip mit Aussage und offenkundig feministischen Subtexten. Ohne Splatter, ohne große Jumpscares. Eher wie ein „Fear and Loathing in Märchenwald“ - kann man also durchaus auch scheiße finden.

    Und doch war ich ziemlich angetan von der Optik, von Stimmung und Atmosphäre. Und vor allem von Alice Krige, die hier herrlich abscheulich aufspielt…

  • Vivarium

    Vivarium

    ★★★

    Herrlich schräge Metapher auf die Monotonie des Lebens, auf zwischenmenschliche Dynamiken, die Angst vorm Kinderkriegen und Älterwerden. Wäre als „Black Mirror“-Episode ein echter Knaller, auf Spielfilmlänge geht der Mysterynummer dann doch auf 90 Minuten gesehen irgendwann die Puste aus. 


    Jesse Eisenberg hält sich angenehm zurück, Imogen Poots rockt, die seichten Sci-Fi-Beats der Handlung erzeugen Appetit auf mehr - der leider ungestillt bleibt. Das Ende führt die Geschichte zwar zu einem runden Abschluss, entlässt aber unbefriedigt. Für „mal eben etwas anderes gucken“ aber völlig fein.

  • Baaghi 3

    Baaghi 3

    ★★★

    Irgendwo in der Mitte auf einer Skala zwischen „der beste Film aller Zeiten“ und „Mein Gott, was war denn das eben?!“.

    In „Baaghi 3“ kämpft der Held ohne Shirt (weil das hat Feuer gefangen!) auf einem Helikopter, zerstört mit bloßen Händen fünf Panzer, rettet währenddessen ein Hundebaby, zerstört nebenbei halb Syrien und füttert seinen Bruder zwischen all den Zeitlupen, fliegenden Trümmern und geflexten Muskeln immer wieder auch mal mit einem Löffelchen Milchreis.

    Und das ist alles, was man über „Baaghi 3“ wissen muss!!