BeHaind has written 69 reviews for films rated ★★★ .

  • Men

    Men

    ★★★

    Als ich aus dem Kino kam, stöhnen drei Leute gleichzeitig laut auf. „Was war das denn?“, höre ich, „Geht gar nicht“, sagt jemand. „Men“, der neue Thriller von Alex Garland, ist tatsächlich nicht die Sorte Kino, die es dem Zuschauer einfach macht, die lange Zeit ein großes Mysterium aufbaut, nur um irgendwann wieder völlig in Regionen abzudrehen, die sonst nur David Lynch abfilmt. Und dann ist da ja noch das Topic, dass unter den Trailern natürlich bereits eifrig von der…

  • Top Gun: Maverick

    Top Gun: Maverick

    ★★★

    Zur Videokritik: youtu.be/bN4zGatRZME

    Es ist ein bisschen als wäre die Zeit stehen geblieben: Männer sind hier noch durchweg gut gebaut, verwegen und einfach krass, Frauen lächeln hübsch ins Bild und schmachten ansonsten die Kerle an. „Der Feind“ bleibt als ominöser Konfliktherd unbenannt. Könnte alles und jeder sein, ist aber nunmal auch egal, weil es ja ohnehin nicht um das „Wer“ oder „Warum“ geht, sondern allein um das „Wie“.

    So war das damals, 1986 im ersten „Top Gun“, so ist es…

  • Hunter Hunter

    Hunter Hunter

    ★★★

    Direkt als dicker Disclaimer vorangestellt: „Hunter Hunter“ kommt wie „Bone Tomahawk“ ganz fies durch die Hintertür und trampelt dann mit Schmackes auf gängigen Sehgewohnheiten umher. Das hier ist ein Lehrstück in nihilistischer Dauertristesse - die Atmosphäre ist kalt, die Bilder roh und der Grundton tief pessimistisch. Bis auf den tonalen Unterbau gibt es jedoch kaum Plot, den die Macher zwanghaft durch falsche Fährten und einen völlig unnötigen Subplot aufzublähen versuchen. Am mitunter recht zähen Verlauf ändert das aber nichts. Der…

  • The Lost City

    The Lost City

    ★★★

    Herrlicher Unfug, der wohlige Erinnerungen an alte Abenteuer-Schinken und Romantic Comedy aus den 80ern evoziert. Ich mochte den Humor, vor allem Channing Tatum, dessen Gespür für Physical Comedy eines der größten Versäumnisse in Hollywood ist - dass der nicht häufiger in solchen Filmen auftaucht ist eine Schande. Sandra Bullock hat ihren Esprit auch noch nicht verloren, zu schade, dass im Gesicht dank „Schönheits“-OP nicht mehr viel geht. Gibt einige Situationen, die von „mehr Mimik“ profitiert hätten. Die Figuren ergeben wenig Sinn, die Handlung schon mal gar nicht, aber Romantic Comedies sind Anno 2022 in der Regel weitaus unsympathischer.

  • Everything Everywhere All at Once

    Everything Everywhere All at Once

    ★★★

    Selten war ein Titel zutreffender: „Everything Everywhere all at once“ ist alles auf einmal, wild durcheinander gemixt. Martial Arts, Familiendrama, Sci-Fi-Extravaganza, philosophisches Gedankenexperiment. Da ist wieder dieser strange Humor, der wie in „Swiss Army Man“ die Sehgewohnheiten und Humorgrenzen bewusst attackiert und so einen Film voller Ambivalenzen schafft. Charaktere sinnieren in einem Moment über verpasste Entscheidungen ihres Lebens, im nächsten spritzt ein riesiger Strahl Kotze durchs Bild. Das muss man wie bei „Swiss Army Man“ schlucken um hiermit Spaß zu haben.…

  • The Northman

    The Northman

    ★★★

    Was wurde im Vorfeld getönt: wie groß das Wikinger-Epos sei, das da auf uns zukäme, Hauptdarstellerin Anja Taylor-Joy war sich schon Monate vor dem ersten Trailer sicher, hier gäbe es Dinge zu sehen, die habe das Publikum noch nie erlebt. Und besagter Trailer ist geschnitten wie ein Actionfeuerwerk.

    Zu meinem Erschrecken muss ich mir eingestehen, dass ich mich davon ganz schön an der Nase herumführen lassen habe. „The Northman“ ist im Grunde nämlich allerbanalstes Rache-Einmaleins, das seine Faszination zwar aus…

  • Fantastic Beasts: The Secrets of Dumbledore

    Fantastic Beasts: The Secrets of Dumbledore

    ★★★

    Zur Videokritik: youtu.be/Axf4ep28puk

    Dafür dass diese Reihe eigentlich nicht viel mehr als ein wirrer Cashgrab ist, hat ausgerechnet der letzte Teil ein paar schöne Momente. So richtig Sinn macht das alles nicht, aber gut.

  • Black Crab

    Black Crab

    ★★★

    Visuell starker, gut gespielter Endzeit-Thriller mit durchaus packendem Setting, dem es an Logik mangelt. Der Plot ist arg konventionell, aber dafür straight forward und kompromisslos.

  • The Adam Project

    The Adam Project

    ★★★

    Zur Videokritik: youtu.be/H8A2031zZOY

    Ryan Reynolds und Shawn Levy - das macht irgendwie Sinn. „Adam Project“ ist nicht ansatzweise so sympathisch und verspielt wie es „Free Guy“ war, aber man merkt, dass Reynolds unter Levys Fuchtel angenehm im Zaum gehalten wird bzw sich sein „Humor“ den Charakteren unterzuordnen hat. Die Science-Fiction ist weitestgehend Quatsch, die Frauenrollen wieder völlig verschenkt, aber gut - man nimmt was man kriegt auf Netflix. In deren Katalog ist das hier noch einer der stärkeren Beiträge.

  • Studio 666

    Studio 666

    ★★★

    Als jemand, der die „Foo Fighters“ zigfach live erlebt, ihre ersten Alben rauf und runter gehört hat und Dave Grohl schon bei „Nirvana“ irre cool fand - kann ich „Studio 666“ überhaupt unvoreingenommen gucken?

    Egal! Ich wollte Spaß, den hab ich bekommen. „Studio 666“ ist natürlich heillos quatschig, mit Schauspielleistungen, die immer wieder an besser produzierte YouTube-Videos erinnern und einem Plot, der…na sagen wir, existiert.

    Aber es ist dennoch ein ordentlicher Genrevertreter - und das hatte ich ernsthaft nicht erwartet.…

  • Raging Fire

    Raging Fire

    ★★★

    Ich habe einfach einen schwachen Punkt für gute Action. Wenn ich sehe mit welcher Wucht, welchem Impact die Kämpfe gefilmt sind, dann bin ich plötzlich gar nicht mehr so abgeturnt  davon, dass mir hier eine ziemlich dreiste Kopie von „Heat“ und „The Dark Knight“ untergejubelt werden soll, deren Handlung wüst bekannte Einflüsse vermengt und gerade so als Fundament für die vergleichsweise seltene Action her hält.

    Wenn dann Autos punktgenau durch Häuserschluchten schlittern, Menschen durch den Kugelhagel hechten, die Kamera wie…

  • Lamb

    Lamb

    ★★★

    Malerische Bilder, ein beunruhigend dröhnender Score und dazwischen die weirdeste Empfängnis der jüngeren Filmgeschichte - eigentlich genau meins! Ich liebe verqueres Kino, das Sehgewohnheiten torpediert. „Lamb“ überspannt den Bogen aber deutlich. Zu lange passiert zu wenig, weite Teile passieren völlig wortlos und elementare Storybeats bleiben allein der Interpretation überlassen. Ich brauche nicht unbedingt konkrete Antworten auf alle Fragen, die ein Film aufwirft, aber ich möchte vor allem dann nicht im Regen stehen gelassen werden, wenn von 100 Minuten rund 90…