BeHaind has written 15 reviews for films rated ★★★ during 2018.

  • Aquaman

    Aquaman

    ★★★

    „Aquaman“ ist wie auf dem Jahrmarkt eine Runde „Break Dance“ fahren - ist definitiv nicht das beste Karussell, aber so bunt und laut und schnell, dass man das irgendwann gar nicht mehr mitkriegt. Oder um es mit einer anderen Analogie zu sagen: stellt euch „Sindbads siebente Reise“ vor, ohne Sindbad, dafür gerebootet als zweieinhalb Stunden Attacke auf alle Sinne - overstuffed, mit einem Drehbuch, in dem nichts wirklich Sinn macht und irgendwann spielt eine grauenerregende RnB-Coverversion von Totos „Africa“. 

    Und…

  • Mortal Engines

    Mortal Engines

    ★★★

    Tatsächlich deutlich besser als die grausigen Trailer erwarten ließen. Sehr fantasievolles Produktionsdesign, schön gefilmte Action, tolle Panoramen und Setpieces machen eine wirklich spaßige erste Filmhälfte aus. Die unzähligen Klischees, blassen Figuren und das penetrant-aufdringliche Foreshadowing fallen da kaum ins Gewicht. 

    Leider schwächelt der hintere Part dann zunehmend. Der Ideenraub im übrigen Blockbuster-Oeuvre wird dann überdeutlich, die Handlung kommt zum erliegen, weil alles nur noch überlanger Showdown ist und am Ende will der Film dann einfach nicht enden. 

    Für eine Buchvorlage hat…

  • The Night Comes for Us

    The Night Comes for Us

    ★★★

    Wäre gern „The Raid 2“, ist dafür aber oft zu ungelenk aufgebaut. Die Kampfchoreografie pendelt zwischen „wow“ und „w..as haben sie sich dabei denn gedacht“ beständig umher und die extreme Gewalt ist nie mehr als reiner Selbstzweck. Das ist schon alles sehr wertig gemacht, die Bilder sind häufig wie kleine Gemälde und gerade die Kamera ist ordentlich auf zack. Irgendwann verliert die unentwegte Schlachtpalette jedoch ihren Reiz. Dafür ist die Action letzten Endes einfach nicht spektakulär genug.

  • The Girl in the Spider's Web

    The Girl in the Spider's Web

    ★★★

    Überfrachtet und uneben bis zu einem Punkt, an dem man glaubt, den neusten „Bond“-Streifen vor sich zu haben. Dabei ist jede zweite Wendung unglaubwürdig as fuck, die Charaktere sind nie wirklich sympathisch und hätte jedesmal eine Glocke geläutet, wenn Lisbeth Salander mal wieder zu Boden geschlagen wird und die Kamera auf schwarz abblendet, wäre ich mit nem 1A Tinitus aus der Veranstaltung herausgetaumelt. 
    Trotzdem ist die Chose durchaus hochwertig inszeniert und hat seine Momente - an Fincher oder die Originale kommt das hier aber zu keinem Zeitpunkt heran. Muss man aber nicht im Kino sehen..

  • Overlord

    Overlord

    ★★★

    Wer hätte gedacht, dass ich diesen Satz mal in einer Review verwende, aber: Da waren mir jetzt definitiv viel zu wenig Nazi-Zombies drin!
    Die Machart ist erfrischend untrashig, vor allem die Action ist wertig und wuchtig inszeniert. Aber bis hier die Löcher endlich mal aus dem Käse fliegen, dauert es einfach zu lang. Zwischendrin nimmt sich die Chose dann schmerzlich ernst und wenn es dann endlich mal etwas saftiger wird, ist der Spaß auch fast schon wieder vorbei. 
    Insgesamt irgendwie…

  • Suspiria

    Suspiria

    ★★★

    Guadagninos Bilder erschaffen einen fast hypnotischen Sog, der gerade in den Tanzszenen einen Rythmus erschafft, der Darstellerinnen und Zuschauer gleichermaßen in Trance rüttelt. „Suspiria“ ist dabei mehr noch als das Original bis unter den Rand mit Subtexten vollgekleistert, lässt dabei viel Raum für Interpretationsfreudige. Vor dem Hintergrund eines geteilten Berlin, in dem RAF-Terror das Staatsgefüge aufrührt, erzählt dieses Remake seine eigene Geschichte von Rebellion, entzweiten Seiten und Neubeginn.

    Aber: aller Vielschichtigkeit und zweiter Ebene zum Trotz - wenn ich in…

  • Johnny English Strikes Again

    Johnny English Strikes Again

    ★★★

    Im ersten Drittel gibt es Gags, über die hab ich mich schon als kleiner Scheißer totgelacht. Wohlige Erinnerungen an „Otto - Der Film, Momente aus der „Nackten Kanone“ oder eben „Mr. Bean“ kamen hoch. Tief in mir drinnen habe ich offenbar eine weiche Stelle für genau diese Art unbekümmerten Humor. Und trotzdem ist „Johnny English 3“ zumindest in der ersten Hälfte herrlich britisch - pointiert, das Timing passt, obwohl man 90% der Gags 10 Minuten vorhersagen kann, funktionieren sie trotzdem. Auch…

  • Bad Times at the El Royale

    Bad Times at the El Royale

    ★★★

    Überwiegend spannendes Verwirrspiel, dem Aufgrund einiger Längen leider immer wieder die Puste ausgeht. Mehr Fokus hätte dem Drehbuch zudem gut gestanden - die großen Überraschungen hält der Plot ohnehin nicht bereit, um dann kurz vor Ende mit dem Auftauchen von Chris Hemswoerh völlig aus dem Ruder zu laufen. Ich mochte aber die Inszenierung, jeder einzelne der Charaktere war gut (genug) geschrieben und die Musik schön eingewoben. Kein großer Wurf, aber irgendwie dann doch viel zu unterhaltsam.

  • Mega Time Squad

    Mega Time Squad

    ★★★

    Fantasy Filmfest 02:
    Wie „New Kids“ oder „Voll normal“ in ein bisschen weniger assi, dafür mit Zeitreise, in superbillig. Tatsächlich sau sympathisch und mit ein paar richtig duften Lachern bepackt, so richtig Sinn macht hier aber nix. Kein Film, den ich sonst im Kino geschaut hätte, aber gerade beim FFF durch das permanente Gelächter der umsitzenden Zuschauer ein schöner, kleiner Spaß.

  • Hotel Artemis

    Hotel Artemis

    ★★★

    Netter kleiner Genrefilm, der im Fahrwasser von John Wick ganze Plotpunkte desselbigen zu destillieren versucht, dabei aber leider auf allen Ebenen etwas zu zahm bleibt. Wäre gern cool, wirkt aber zu häufig zusammengemopst und nicht zu Ende gedacht. Trotzdem gefällt der Stil, auch die einzelnen Charaktere sind interessant genug, um das Interesse hoch zu halten. Am Ende löst aber keine Idee oder Figur ihr Versprechen ein - was umso tragischer ist, wenn man einen Jeff Goldblum als Superfiesling etabliert und die Figur dann nicht in Szene zu setzen weiß.

  • Love, Simon

    Love, Simon

    ★★★

    Im Kern sehr sympathische Coming Out-Romanze für Jugendliche, dem der Balanceakt zwischen schlimmem Postkarten-Kitsch und realer Menschlichkeit nie ganz gelingen will. Erst wie „Gregs Tagebuch“ für Spätpubertierende, später dann ehrlich zu Herz gehende Abhandlung über junge (Selbst-)Liebe, am Ende dann ekelhaft irreales Fremdschamgewitter. Trotzdem dabei aber deutlich unscheißiger als der übliche Teeniemurks.

  • Den of Thieves

    Den of Thieves

    ★★★

    Aus der Reihe: Regisseure, die gerne wie andere (lies: bessere) Regisseure wären und daher deren Filme schamlos nachfilmen, präsentieren wir heute - Christian Gudegast, der direkt vor den Dreharbeiten nochmal eine Pyjama-Party mit HEAT, Die üblichen Verdächtigen, Gedährliche Brandung und jedem anderen Crime-Klassiker veranstaltet hat und sich dachte: warum nicht aus drei brillanten Geschichten eine durchschnittliche machen.
    Logisch, dass dabei jegliche Nuancen und Zwischentöne, die die genannten Vorbilder erst groß gemacht haben, verloren gehen, aber - sei‘s drum...Dafür kracht es…