BeHaind has written 21 reviews for films rated ★★★ during 2019.

  • Star Wars: The Rise of Skywalker

    Star Wars: The Rise of Skywalker

    ★★★

    Es gibt im englischen Filmvokabular den Begriff „Build Up“. Gemeint ist damit die Art und Weise mit der Autoren auf besondere Schlüsselmomente hinarbeiten. Damit Rian Johnson in „Last Jedi“ unsere Erwartungshaltung so frech „subverten“ konnte, muss man überhaupt erstmal Erwartungen schüren.

    Genau hier liegt das Kernproblem von „Rise of Skywalker“. Gerade vor dem Hintergrund der massiven Kritik am direkten Vorgänger, wird zu Beginn zwar irgendwie klar, warum J.J.Abrams sich direkt in den ersten zehn Minuten entscheidet, zahlreiche Entwicklungen aus „Last…

  • 1917

    1917

    ★★★

    Es gibt eine ganze Reihe von Momenten in „1917“, die sind schlicht atemberaubend: die klaustrophobische Hatz durch ein einstürzendes Tunnelsystem. Oder die unfassbare  Finalsequenz. Und eine Szene bei Nacht, nur erhellt vom gleißenden Licht der deutschen Leuchtkugeln. In diesen Momenten wird deutlich, dass „1917“ ein technisches Wunderwerk ist. Und dass er abseits des OneShot-Gimmicks leider kaum funktioniert.

    „1917“, dass wurde leider schon im Vorfeld breitgetreten, ist einer der Filme, die als große Plansequenz konzipiert wurden. Laut Sam Mendes, um die Dringlichkeit des…

  • Knives Out

    Knives Out

    ★★★

    Hat viel Esprit, schöne Anspielungen und ist frech geschrieben - aber mein Gott hab ich mich gelangweilt über große Strecken. Die Charaktere sind im Ansatz clever konzipiert, aber wie üblich bei Ensembles dieser Größe, dürfen nur einige Wenige ihr Potential entfalten. „Knives Out“ verspinnt sich für meinen Geschmack zu sehr in der eigenen, angenommenen Cleverness und vergisst dabei, es wirklich zu sein.

    Nett. Mehr nicht.

  • Honey Boy

    Honey Boy

    ★★★

    Shia LeBeouf ist klasse als sein eigener Vater - was nicht im Ansatz das Weirdeste ist in einem  Film, in dem Shias echte RealLife-Lebensgefährtin die zärtliche Jugendliebe seines kindlichen Ichs spielt und Lucas Hedges (alias Shia) seinem Vater (also Shia) am Ende sagt, dass er einen Film über ihn zu machen gedenkt - den man gerade sieht.

    Leider fühlt sich „Honey Boy“ weit mehr wie verfilmte Verhaltenstherapie an statt wie eine echte Geschichte. LeBeouf verarbeitet lediglich Schlüsselmomente seiner komplizierten Vater-Sohn-Beziehung,…

  • A Hidden Life

    A Hidden Life

    ★★★

    Vielleicht hab ich Terrence Malicks Zauberstückchen einfach einmal zu oft gesehen, aber die viel gepriesene Rückkehr des legendär schrulligen Maestros kann ich nicht erkennen. Malick hält sich erstmals seit „The New World“ wieder an einen narrativen Faden, ja. Aber von Werken wie „Badlands“ oder „Days of Heaven“ ist „A Hidden Life“ Meilen entfernt. Selbst „The Thin Red Line“, der schon deutlich die Richtung aufzeigte, wohin Malick zuletzt unumkehrbar abdriftete, war noch weit besser ausbalanciert. So gut wie dort war Malick…

  • Joker

    Joker

    ★★★

    UPDATE
    Mittlerweile habe ich den Film ein zweites Mal gesehen, weil ich nach dem ersten Mal so sehr hin- und hergerissen war, wie lange nicht. Mit jedem Gedanken daran, fielen mir mehr und mehr negative Punkte auf - die sich beim zweiten Sichten nun leider bestätigt haben. Joaquin Phoenix ist toll, der Rest leidet unter dem Drehbuch, der Tatsache, dass Todd Phillips im Grunde nur weitaus bessere Vorbilder imitiert, ohne das Toolset zu besitzen, diese zu erreichen. Das Finale fand…

  • Hotel Mumbai

    Hotel Mumbai

    ★★★

    Im Programm des Fantasy Filmfest 2019:

    Beginnt seltsam unterkühlt, fast steril die „wahren“ (sprich: stark verklärten) Begebenheiten des Terroranschlages von Mumbai im Jahr 2008 abzuarbeiten, sodass ich mich in der ersten Filmhäfte immens schwer tat, irgendetwas zu empfinden. „Hotel Mumbai“ stellt keine menschlichen Charaktere in den Fokus, lediglich Opfer, die panisch durch die Szenerie hecheln. Selbst die Hauptrollen bleiben weitestgehend profillos. Auch das macht es zumächst sehr schwer, Mitleid zu empfinden - gilt aber vielleicht für mich auch nochmal im…

  • Shadow

    Shadow

    ★★★

    Im Programm des Fantasy Filmfest 2019:

    Deutlich weniger opulent als noch ein „House of Flying Daggers“ oder gar „Hero“, aber die Zeiten sind für Zhang Yimou ohnehin schon länger verblichen. „Shadow“ ist dennoch für eine ganze Wagenladung großer Bilder zu haben, die Anmut und Grazie seiner Meisterwerke erreicht das hier aber weder visuell, noch während der Kampfchoreografie oder erzählerisch. Die Geschichte um Shakespear‘sche Ränkespielchen verfeindeter Reiche und ausgetauschte Adlige wirkt wie längst mehrfach auserzählt und ist obendrein nicht ganz unzäh. Die Hauptsache ist aber, dass das hier weit und breit keine mülligen CGI-Monster auffährt - und auf Matt Damon verzichtet..

  • The Lodge

    The Lodge

    ★★★

    Hey, du. Ja, du. Na...gute Laune heute? Ja? Das muss doch aber nicht sein! Wirklich nicht. Dagegen kann man was machen. Ganz einfach. Hier... ich hab da einen brandheißen Tipp. Einfach eine Kinokarte für „The Lodge“ an der Kasse verlangen, in die vorderen Reihen setzen und du wirst sehen - keine 5 Minuten im Film ist die Stimmung im Arsch. Ja, ehrlich. Versprochen.

    „The Lodge“ beginnt vielversprechend und steckt tonal damit direkt schon mal das Territorium ab. Hier geht es…

  • Angel Has Fallen

    Angel Has Fallen

    ★★★

    Äh...wer sind sie und was haben sie mit der „Fallen“-Reihe gemacht.

    „Olympus has Fallen“ war...nett. Allerhöchstens. Warum da allen Ernstes jemand einen zweiten Teil drehen wollte, lässt sich vermutlich nur damit erklären, dass Gerard Butler für nen Appel und‘n Ei am Set aufschlägt und die DVD-Auswertung ein paar Dollar über Breakeven in die Kasse gespült hat. „London has Fallen“ hat dann zwar mehr Tamtam gemacht, war ansonsten aber natürlich direkt ein ganzes Stück schlechter. Wer braucht da allen Ernstes einen…

  • Crawl

    Crawl

    ★★★

    Effektiver, kleiner Tierschocker mit guten Effekten und toller Kameraarbeit. Schön, Barry Pepper mal wieder auf der großen Leinwand zu sehen. Alexandre Aja holt aus dem beengten Setting das Beste heraus, hat aber in der ersten Filmhäfte dem strauchelnden Pacing nur wenig Sehenswertes entgegen zu setzen. Erst in der zweiten Hälfte zieht „Crawl“ die Spannungsschrauben deutlich an, hier macht sich Ajas Gespür für Timing und effiziente Schocks bezahlt. Endet letztlich leider sehr abrupt und hätte gerne das ein oder andere Augenzwinkern parat halten dürfen, insgesamt aber ein netter Spaß und drastischer Reminder, den nächsten Urlaub nicht unbedingt in Florida zu verbringen.

  • Child's Play

    Child's Play

    ★★★

    Überraschend frisches und hochwertiges Remake, das immer wieder gekonnt den schwierigen Spagat meistert, moderne Sehgewohnheiten und Inszenierung mit trashigem 80er-Vibe zu vermählen. Ersteres spiegelt sich vor allem im großartigen Look und einem feinen Gespür für Stimmung wieder, immer wieder aber auch darin, dass Charaktere durchaus ihre menschlichen Momente haben dürfen.

    „Child‘s Play“ verlässt sich beim remaken nicht zu sehr auf Bekanntes, die Idee, aus dem Vodoo-Murks des Originals eine Bedrohung durch KI-Terror und totale Vernetzung zu machen, ist gar nicht…