BeHaind has written 7 reviews for films rated ★★★ during 2020.

  • Fatman

    Fatman

    ★★★

    Nettes Konzept, erstaunlich rau und melancholisch umgesetzt. Mel Gibson geht für mich immer, im Alter scheint er vor allem immer besser zu werden. Letztlich verläuft der Ansatz aber ins Leere, weil das hier weder eine saftige Splatterorgie, keine bissige Satire und schon gar kein kultiger Weihnachtsfilm ist. „Fatman“ dümpelt zu lange ohne rechtes Ziel vor sich hin, ohne sich tonal oder genretechnisch festzulegen, weshalb am Ende nicht mehr als „joa, nett“ zu statuieren bleibt.

  • Tenet

    Tenet

    ★★★

    Ungefähr im letzten Drittel setzt „Tenet“ gerade wieder eine der zahlreichen Action-SetPieces spektakulär in Szene. Ludwig Goranssons Soundtrack donnert durch den Kinosaal als wäre endlich wieder Loveparade, Autos schleudern umher, Geschosse surren rückwärts an der Kamera vorbei und Crash und Boom und Bang.
    Irgendwo da drehe ich mich zu meinem Sitznachbarn ein und frage: „Sag mal, hast du ne Ahnung wen oder was die da eigentlich gerade verfolgen?“
    Er guckt verdutzt zurück: „Gut, dass du fragst - ich habe nicht…

  • Psycho Goreman

    Psycho Goreman

    ★★★

    Im Programm des Fantasy Filmfest 2020

    Als hätte jemand während einer Folge „Power Rangers“ beschlossen: Da muss noch Blut und Eingeweide rein. Hochgradig imaginative, handgemachte Kostüme und Creature Effects, grottenschlechtes Overacting nah an der Schmerzgrenze, furchtbare Dialoge, einige wirklich komische Gags und eine schwer sympathische „Alles egal“-Attitüde bilden das Fundament einer gar nicht mal so unwertigen Trashgranate, bei der ich nie ganz wusste, ob ich das jetzt ganz fantastisch oder furchtbar doof finden soll. Hier hatte jemand sichtlich Bock einfach…

  • Gretel & Hansel

    Gretel & Hansel

    ★★★

    Ich verstehe, weshalb es hier massenweise negative Wertungen hagelt - „Gretel und Hänsel“ ist wie zuletzt „The Witch“, „Babadook“ oder „Midsommar“ kein klassischer Horror, sondern viel eher behäbiger Psychotrip mit Aussage und offenkundig feministischen Subtexten. Ohne Splatter, ohne große Jumpscares. Eher wie ein „Fear and Loathing in Märchenwald“ - kann man also durchaus auch scheiße finden.

    Und doch war ich ziemlich angetan von der Optik, von Stimmung und Atmosphäre. Und vor allem von Alice Krige, die hier herrlich abscheulich aufspielt…

  • Vivarium

    Vivarium

    ★★★

    Herrlich schräge Metapher auf die Monotonie des Lebens, auf zwischenmenschliche Dynamiken, die Angst vorm Kinderkriegen und Älterwerden. Wäre als „Black Mirror“-Episode ein echter Knaller, auf Spielfilmlänge geht der Mysterynummer dann doch auf 90 Minuten gesehen irgendwann die Puste aus. 

    Jesse Eisenberg hält sich angenehm zurück, Imogen Poots rockt, die seichten Sci-Fi-Beats der Handlung erzeugen Appetit auf mehr - der leider ungestillt bleibt. Das Ende führt die Geschichte zwar zu einem runden Abschluss, entlässt aber unbefriedigt. Für „mal eben etwas anderes gucken“ aber völlig fein.

  • Baaghi 3

    Baaghi 3

    ★★★

    Irgendwo in der Mitte auf einer Skala zwischen „der beste Film aller Zeiten“ und „Mein Gott, was war denn das eben?!“.

    In „Baaghi 3“ kämpft der Held ohne Shirt (weil das hat Feuer gefangen!) auf einem Helikopter, zerstört mit bloßen Händen fünf Panzer, rettet währenddessen ein Hundebaby, zerstört nebenbei halb Syrien und füttert seinen Bruder zwischen all den Zeitlupen, fliegenden Trümmern und geflexten Muskeln immer wieder auch mal mit einem Löffelchen Milchreis.

    Und das ist alles, was man über „Baaghi 3“ wissen muss!!

  • The Kangaroo Chronicles

    The Kangaroo Chronicles

    ★★★

    Ganz drolliges Ding. Das Känguruh nervt ganz furchtbar, für deutsches Kino ist die Tricktechnik aber beachtlich. Der Humor ist mal platt, mal hat er seine Momente, ich mochte vor allem die schrulligen Aspekte - die Kneipenfrau zB hätte auch ein Hape Kerkeling nicht herrlicher schreiben können. Irgendwie hatte das einen Vibe, der mich an das deutsche Comedykino der Achtziger erinnerte - der erste Otto-Film ist deutlichster Pate. Das ist damals wie heute immer nah am Volltrash verhaftet, aber irgendwie doch auch sehr charmant.