BeHaind has written 10 reviews for films rated ★★★ during 2021.

  • Escape Room: Tournament of Champions

    Escape Room: Tournament of Champions

    ★★★

    Gleich zu Beginn sagt jemand: „Das ist ja wie ein Turnier der Champions“. Damit ist der Name gedroppt und gleichzeitig das komplette Potential dieser Prämisse ausgeschöpft. „Escape Room 2“ ist natürlich nicht „noch krasser und größer“ und kann natürlich auch das im Trailer gemachte versprechen nie einlösen, dass hier nun die Hintermänner der tödlichen Apparaturen aufgedeckt werden. Erinnerungen an die „Cube“-Reihe werden wach, die sich merklich schwer tat, in den Fortsetzungen irgendwie die Narrative zu erweitern und gleichzeitig der simplen…

  • The Suicide Squad

    The Suicide Squad

    ★★★

    Zur Video-Kritik: youtu.be/HTl0kdcw50o


    Einer dieser Filme, mit denen ich mich äußerst schwer tat, weil eigentlich alle Zutaten da sind - ein schräges Ensemble, der Regisseur hat Bock, eine Vision und vom Studio relative kreative Freiheit bekommen. Und der direkte Vorgänger war ein derartiger Flickenteppich…wirklich viel braucht es nicht, um einen besseren Job zu machen.

    James Gunn hat sich skurrilerweise dafür entschieden die weitestgehend düstere Stimmung des „Suicide Squad“ komplett nach außen zu kehren und mit „The Suicide Squad“ ein astreines…

  • Wrath of Man

    Wrath of Man

    ★★★

    „Wrath of Man“ wird in Deutschland „Cash Truck“ heißen, vermutlich weil der zuständige Verleih Sorgen hat, das hiesige Publikum könne das Wort „Wrath“ an der Kinokasse nicht richtig aussprechen. Nun ist „Wrath of Man“ natürlich auch keine kreative Sonderleistung, aber „Cash Truck“ ist auch deshalb ein besonders beschissener Titel, weil er im Gegensatz zum Originalnamen das zentrale Thema des Films komplett verfehlt.

    Guy Ritchies Neuer kündigt sich nämlich schon im Trailer als Film an, der er gar nicht ist. Jason…

  • Luca

    Luca

    ★★★

    Für Pixar-Verhältnisse auffallend banal. Sicher ein niedlicher Spaß für Kids, mit netter „Trau dich was“-Message, aber das vielschichtige, humorvolle, oft hochimaginative Kaleidoskop ihrer besten Beiträge wird nie heraufbeschworen. „Luca“ hat seine Momente, verläuft aber zu oft nach Schema ohne große Ideen. Klar - der Vergleich ist unfair, aber wenn ich bedenke, was Studio Ghibli in „Ponyo“ mit einer sehr ähnlichen Prämisse an kreativer Energie abfeuert, werden die Versäumnisse nur noch deutlicher.

  • Oxygen

    Oxygen

    ★★★

    Recht effektiver, kleiner Single Location-Thriller, dem aufgrund der überdimensionierten Laufzeit von 100 Minuten zu häufig die Puste ausgeht. Melanie Laurent spielt großartig, die Kamera und das ArtDesign sind richtig gut, aber der Plot wirkt arg zurecht konstruiert und läuft dann auf ein eher maues Ende zu.
    Nicht übel, für Netflix-Verhältnisse also fast schon spektakulär gut.

  • Nobody

    Nobody

    ★★★

    „Wo wollen die mit der Nummer eigentlich hin?“, ein Gedanke, der mir gleich mehrfach während „Nobody“ durch den Kopf ging. Zunächst mal: ich mag Bob Odenkirk als desillusionierten Familienvater sehr, noch mehr sogar als angepissten Actionhelden. Odenkirk ist dann mehr wie Clint Eastwood als Keanu Reeves, stoisch und zynisch, aber das empfinde ich als klare Stärke.

    Etwa ab der Hälfte merkt man dann aber, dass „Nobody“ irgendwie der Fokus fehlt. Einerseits spielt das hier teils so streng nach den Regeln…

  • The Best of Enemies

    The Best of Enemies

    ★★★

    Reichlich weichgespülte White Savior-Story, der es an Schlagkraft und Tiefe fehlt. Hat weder den Biss von „BlackKklansman“, noch die Leidenschaft eines „Just Mercy“ und wo „Green Book“ die offensichtliche, weiße Perspektive zumindest mit Chemie zwischen den Figuren wettmachte, fehlt es in „The Best of Enemies“ skurrilerweise vor allem daran - weder das „Best“ und selbst das „Enemies“ wird im Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren nie wirklich nachvollziehbar. Taraji P. Henson und Sam Rockwell machen ihre Sache gut, bekommen vom Drehbuch aber zu wenig zu tun. Dennoch: kann man machen, was angesichts der Thematik aber eher kein allzu großes Gütesiegel ist.

  • Raya and the Last Dragon

    Raya and the Last Dragon

    ★★★

    8 Drehbuchautoren werden in den Credits aufgeführt. Acht! 
    Und genau so schaut sich „Raya“ dann auch - wie eine große Gruppenarbeit, mit ganz vielen Ideen, die irgendwer schon mal hatte. Die Bösewichte sind profillos, die Helden ohne Facetten und im Grunde ist alles ab Minute 10 komplett vorhersehbar. Nach dem starken Intro baut der Film zudem auf das Miteinander der Figuren, denen es dafür jedoch an Wortwitz mangelt. 

    Optisch ist „Raya“ dafür ein Fest, was spätestens im effektreichen Finale den…

  • The Godfather: Part III

    The Godfather: Part III

    ★★★

    Gesehen in Coppolas neuer Coda-Schnittfassung, die nochmal klar deutlich macht, dass „Der Pate 3“ viel tiefgreifendere Probleme hat, als die Anordnung der Szenen - daran ändern auch noch so viele Namensänderungen und Schnitte nichts. Der neue Anfang ist zudem der deutlich schwächere Einstieg, die neue, finale Einstellung ist überhastet abgeschnitten und kann so nicht nachwirken. Viel Sinn ergibt das Vorhaben dieser 12 Minuten kürzeren Fassung also nicht, mit einer Ausnahme: Sofia Coppolas Szenen wurden stark gekürzt. Immerhin etwas.

  • Run

    Run

    ★★★

    „Misery“ für die Generation W-Lan. Kompetent inszeniert und mit Sarah Paulson passgenau besetzt. Leider wird ab der Hälfte aus einem clever verpackten, eher zurückhaltenden Thriller plötzlich eine atemlose Psychohatz, die sich in plumpem Showoff und völlig unglaubwürdigen Storybeats verheddert. Das Ende ist fast unfreiwillig komisch, so absurd wird es. Erinnerte mich oft an 80er Jahre-Thriller, im Guten wie im Schlechten. Für den starken Auftakt kann man reinschauen, der Rest wird leider zu quatschig.