BeHaind has written 45 reviews for films rated ★★★★ .

  • Hustle

    Hustle

    ★★★★

    Sportfilme. Man muss sie einfach lieben. Hier ist die Welt noch in Ordnung, hier siegen die Underdogs, hier setzt der Coach noch sein eigenes Erspartes aufs Spiel, um das Supertalent zu fördern. Und am Ende, da erreichen alle das Unmögliche, einfach weil man ganz feste dran geglaubt hat.

    „Hustle“ fällt zur gerne und ausgiebig genutzten Formel so wirklich gar nichts ein - und doch ist die Geschichte vom Basketball-Scout, der einen jungen Spanier von der Straße ins große NBA-Karussell befördern…

  • The Innocents

    The Innocents

    ★★★★

    Zwei Kinder stehen im Wald, albern um einen Ameisenhaufen herum, der sich vor ihnen auftürmt, bis eines der Kinder einen Stock nimmt und darin herum stochert. Beide Kinder lachen vergnügt, beobachten wie die emsigen Krabbeltiere aufgeregt durcheinander wuseln.
    Es ist eine Szene, die in jedem anderen Film als beschwingte Montage zu freundlichen Upbeat-Tracks geschnitten worden wäre, denn Kinder spielen nunmal so, entdecken auf diese Weise die Welt.

    Im brillant betitelten, skandinavischen Thriller „Die Unschuldigen“ ist der vermeintlich harmlose Akt ein…

  • The Batman

    The Batman

    ★★★★

    Zur Videokritik: youtu.be/WiIqDWQZ6Iw

    Ich hab wirklich alles Mögliche erwartet: den schnellen, uninspirierten Cashgrab, eine Nolan-Kopie, eine verjugendlichte Young Adult-Version, ein CGI-Ballerfest - aber nicht, dass „The Batman“ in seinen drei Stunden Laufzeit ein gemächliches Detektivdrama erzählt und nur in zweiter Linie als Superheldenfilm funktioniert. Gotham atmet und bebt wie ein eigener Charakter, der die anderen Figuren fast zu sehr zur Seite drängt. Selina Kyle? Egal! Carmine Falcone? Auch nur kurz zu sehen. Der Pinguin? Brillant von Colin Ferrell verkörpert, aber…

  • Sing 2

    Sing 2

    ★★★★

    Vorgänger nicht gesehen, was es zunächst schwer macht, die Figuren zu verstehen. Sämtliche Charakterarcs sind offenbar mit Teil 1 durch gewesen, weshalb hier nun einfach auf pures Spektakel gesetzt wird. „Sing 2“ ist vielleicht ein Blender, aber was für einer - habe mehrfach laut gelacht, die Musik treibt den Puls in die Höhe und das Tempo ist schwindelerregend hoch (abgesehen vom letzten Akt, der einen bisschen zu tränenrührig ist). Manchmal muss es einfach auch einfach nur laut und bunt und wild sein. Hatte seit „Into the Spiderverse“ nicht mehr so viel Spaß mit einem Animationsfilm.

  • House of Gucci

    House of Gucci

    ★★★★

    Bellissimo!

  • Pig

    Pig

    ★★★★

    Es passiert selten, dass Kino gleichermaßen so befremdlich wirken kann und dabei dennoch so nah an den Gefühlsapparat ankoppelt. „Pig“ ist ein weirder Genrebender - irgendwie Revengethriller, dann aber wieder gar nicht, einer, dessen Showdowns nicht durch surrende Geschosse sondern gedropte Truthbombs ausgetragen werden, dessen wahrhaftige Menschlichkeit in den Schlüsselmomenten regelrecht entwaffnend wirkt, für mich als Zuschauer und für seine Figuren. Nic Cage spielt endlich wieder mit, statt nur anwesend zu sein und zu liefern, was halt jeder erwartet. „Pig“…

  • The Last Black Man in San Francisco

    The Last Black Man in San Francisco

    ★★★★

    Vor Wochen gesehen und irgendwie bis jetzt gescheut, hierzu etwas zu schreiben. Vielleicht hab ich mich ein wenig davor gescheut, weil ich Sorge hatte, nicht die richtigen Worte zu finden, um auszudrücken wie nah mir „The Last Black Man in SanFrancisco“ ging. Ein Film über das Leben und Beziehungen, zu Menschen und leblosen Dingen, denen durch unsere Erinnerungen irgendwie doch eine Seele eingehaucht wird. Ein Film über Freundschaften, innige wie auch solche, die manchmal anstrengend sind und dennoch tief gehen.…

  • The French Dispatch

    The French Dispatch

    ★★★★

    Ich kann mir nicht helfen, ich bin verliebt! Andersons erster Anthology-Film, erzählt durch die Leitartikel verschiedener Autoren des fiktiven „French Dispatch“-Magazins, ist pure Kinomagie. So wundersam und schräg, wie man es vom Meister erwartet, so verkopft und sperrig wie schon eine ganze Weile nicht mehr. Anderson tischt vier Geschichten auf, die irgendwie ganz viel und irgendwie auch nichts zu sagen haben. Die Dritte, um Klein-Revoluzer Timothy Chalamet und Frances McDormands Polit-Journalistin, ist noch am Schwächsten, weil der narrative Unterbau zu…sagen…

  • Riders of Justice

    Riders of Justice

    ★★★★

    Ich bin ohne großes Vorwissen in „Helden der Wahrscheinlichkeit“ gegangen - kein Trailer, keine Infos zum Cast oder der Regie. Das lässt die Erfahrung dieser tiefschwarzen Farce einerseits doppelt einwirken, andererseits zeugt es vom Genie von Anders Thomas Jensen, dessen Name mir unentwegt durch den Kopf ging. Das hier müsse doch eindeutig von dem Mann sein, der mit „Adams Äpfel“ einst einen meiner Lieblingsfilme gedreht hat, glaubte ich zu wissen.

    So, und weil ich Filmwissenschaftssuperprofessor Dr. David bin, hatte ich…

  • Titane

    Titane

    ★★★★

    Ist „Titane“ das abgefuckteste Statement zum Thema Identität und Selbstfindung, das die jüngere Filmgeschichte zu bieten hat? Ist es eine irrsinnige Verdrehung von Geschlechterrollen, ein blutgetränkter Aufschrei der Selbstbestimmung? Ist das hier das wahnwitzige Märchen von einer die auszog ein zu Hause zu finden, nur um dabei von einer dysfunktionalen Familie zur nächsten zu schlittern? Ist es eine tieftraurige Metapher auf inter-generationale Traumavererbung? Oder ganz einfach die moderne Auserzählung dessen, was sich selbst Body Horror-Pionier David Cronenberg in seinem Autosex-Thriller „Crash“…

  • The Father

    The Father

    ★★★★

    Bei aller Diskussion um „Saw“ und „Candyman“ oder „Malignant“ ist es regelrecht absurd, dass für mich ein vom Theaterstück zum Film übersetztes Drama über Demenz zum schaurigsten Albtraum des Jahres gehört. Anthony Hopkins verschwindet zunächst förmlich in der Rolle als Vater am Ende seiner Lebensreise und später, wenn sein Geist nur noch aus fragmentarischen Erinnerungsfetzen besteht, birgt der Blick in seine Augen den ultimativen Horror - all die Verwirrung und Angst, die sich bisweilen in verzweifelter Wut ihren Weg bahnen…

  • Stillwater

    Stillwater

    ★★★★

    Mit stoischer Ruhe packt Matt Damon seine Tasche, steigt ins Auto, nur um sie wenig später durchsuchen zu lassen, bevor er seine Tochter sehen darf, die im Gefängnis von Marseille ihre lebenslange Strafe absitzt. In Damons Gesicht passiert dabei zugleich alles und nichts - nach außen kaum gerührt, zeigen die Augen das Innenleben eines Mannes, der viel durchgemacht hat, aber nie gelernt hat, seine Gefühle zu zeigen oder überhaupt zu spüren.

    Zu schreiben, Damon sei die große Offenbarung von „Stillwater“…