BeHaind has written 13 reviews for films rated ★★★★ during 2019.

  • Klaus

    Klaus

    ★★★★

    Es ist schon bezeichnend, dass der beste Animationsfilm des Jahres ausgerechnet von einem kleinen Studio in Spanien in traditioneller Zeichentrickkunst gefertigt wurde, dessen Oberhaupt einst Disney verlassen hatte, um Filme wie „Klaus“ zu machen. Die verquere Message (Geschenke/Konsum machen glücklich) mal außen vor ist das ein wundervoller Trip in eine längst vergangene Kinoära voller Herzenswärme, tollem Timing und ganz ohne Tiersidekicks und unsinniges Gesinge.

  • The Irishman

    The Irishman

    ★★★★

    Es ist ein bisschen, als hätte ich "Goodfellas" zum allerersten Mal gesehen und mittendrin wäre die Zeit stehen geblieben. All die geliebten Gesichter sind wieder da: drüben von "Mean Streets" sind sie gekommen, ein paar alte Bekannte aus "Casino" und sogar ein Ehrengast der Corleone-Familie lässt sich blicken. Sie alle sitzen an einem Tisch und kochen gemeinsam ein Süppchen, an dem sich nun 30 Jahre lang zahllose Filmemacher verhoben haben. Ein hochkomplexes Gespinnst aus Figuren, kleinen Schicksalen, großen Wendungen in…

  • The King

    The King

    ★★★★

    Ich habe offenbar einen „Softspot“ für Historien-Kriegsdramen in denen Sean Harris stoisch in der Ecke steht, Adam Arkapaw unfassbare Gemälde aus Landschaftsaufnahmen, schmutzigen Gesichtern und diffusem Kerzenlicht zeichnet und euphorisierte Gefolgsleute in Siegestaumel verfallen. „All Hail, the King“ indeed. Und statt wie in „Macbeth“ dieses Mal sogar mit Dialogen, die man auch verstehen kann.

    Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass mein Softspot hier abermals Timothy Chalamet lautet, der gerade jeden Film krönt und hier abermals aufzeigt, warum er die Zukunft Hollywoods…

  • Ford v Ferrari

    Ford v Ferrari

    ★★★★

    Kommt zu Beginn etwas langsam aus der Startbox, wird dann aber mit jeder gefahrenen Meile besser. Fährt dann mit vollem Tempo durch die Zielgerade und...da gehen mir auch schon die dümmlichen Wortspiele aus.

    Von daher lieber in aller Kürze: Schaut „Ford vs Ferrari“! Ist ein von großer Spielfreude und Leidenschaft für rasantes Kino getragenes Ensemblestück, das gegen Ende schwer mitreißt und einfach grundsympathisch ist.

  • System Crasher

    System Crasher

    ★★★★

    Uff. Durchatmen. Gedanken sammeln. Lange nicht mehr derart aufgewühlt aus dem Kino getaumelt, vor allem aus dem deutschen. „Systemsprenger“ ist ein sensorischer Kraftakt, mehr noch ein ständiges Auf und Ab der Emotionen, das meiner Empathie, meiner Geduld und meinem Einfühlungsvermögen viel abverlangt hat. „Systemsprenger“ ist weniger Geschichte, als Fallstudie, erzählt von einem Kind, das nicht ins Sozialgefüge passt, weil es Mitmenschen mit Terror und unbändiger Tobsucht belegt. Dass der Film dabei tatsächlich in der Lage ist, die zahlreichen Facetten der Beteiligten…

  • Eighth Grade

    Eighth Grade

    ★★★★

    Die Szene im Auto!!! Uff...
    Ich hatte als Junge in der achten Klasse mit meinen eigenen Dämonen zu kämpfen. Ich erinnere mich nur noch wage an meine Kindheit, aber was geblieben ist, ist ein tiefes Unbehagen, wenn ich zurück denke. Das Ende der Unschuld, der Umsturz, wenn die kindliche Naivität langsam der Gewissheit weicht, dass im Leben doch nicht alles so einfach ist, wie die Frage, ob ich nun mit dem blauen oder roten Transformer gegen die Turtles kämpfe.

    Was…

  • Midsommar

    Midsommar

    ★★★★

    „Midsommar“ beginnt mit einem brillanten Lehrstück, wie man nach allen Regeln der Kunst die Nerven des Publikums über den Boden wischt. Ari Aster ist darin so gut, wie gerade niemand sonst in diesem Genre, „Hereditary“ war aber wenigstens noch gnädig genug, sich mit der Abfuckerei bis zur Filmmitte Zeit zu lassen, um das Publikum zumindest kurz in Sicherheit zu wiegen. Hier vergehen keine 5 Minuten, bis mir zum ersten Mal richtig fieses Unbehagen den Nacken hochkriecht, so effektiv und schonungslos…

  • Long Shot

    Long Shot

    ★★★★

    SO VIEL besser als der generische Trailer vermuten lässt. Clever geschrieben, wirklich lustig und tatsächlich sogar romantisch.

  • Rocketman

    Rocketman

    ★★★★

    Anders als „Bohemian Rhapsody“ kein reines Biopic, sondern Rock-Musical, dass oft genauso schillernd und überbordend ist, wie Elton Johns Persona. Brillant gespielt von Taron Egerton und Jamie Bell, bis unter den Rand mit cleveren, visuellen Ideen und Übergängen gesegnet, wobei das schiere Tempo der Handlung oft erschwert, emotionalen Zugang zu den Figuren zu finden.

    Ich mochte vor allem, wie die Songs in die Handlung und Schlüsselmomente eingebunden werden. Statt wie andere Musicals die Narrative in den Shownummern anzuhalten und erst…

  • Godzilla: King of the Monsters

    Godzilla: King of the Monsters

    ★★★★

    Was. Für. Ein. Brett.

    Irgendwo in der Mitte von "Godzilla 2" gibt es einen Punkt, da wird aus einem brillant fotografierten, aber immer wieder auch beliebigen Blockbuster-Getöse plötzlich ein AB-SO-LU-TES Spektakel. "King of the Monsters" wird mit jeder Minute fast unmerklich besser und entlädt sich am Ende in einem Finale, währenddessen ich immer wieder einen Gedanken hatte: YES! Das hier ist endlich der Film, den ich mir all die Jahre gewünscht habe!

    Warum das?

    Rückblick: 1997. Das erste amerikanische Remake…

  • John Wick: Chapter 3 - Parabellum

    John Wick: Chapter 3 - Parabellum

    ★★★★

    Ich sag es ganz offen: die oben stehende Sterne-Wertung ist mit ganz viel Liebhaber-Bonus versehen. Ich kann mit definitiver Sicherheit sagen, dass es dieses Jahr kein besserer Actionfilm mehr in die Kinos schaffen wird. Und doch bin ich nicht restlos begeistert - denn schlauer dürfte es gerne nochmal werden.

    „John Wick 3“ ist nicht schlau, tatsächlich sogar nochmal hohler als die beiden Vorgänger - da gibt’s nichts schön zu reden. Keine der Figuren darf sich entwickeln oder bekommt irgendeinen roten…

  • The Beach Bum

    The Beach Bum

    ★★★★

    Matthew McConaughey säuft, kifft, inhaliert eigentlich alle möglichen Drogen, vögelt, kichert und vor allem - lebt. „The Beach Bum“ ist nie mehr als das - anderthalb Stunden Drogenrausch und Gekicher, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, eine koheränte Geschichte zu erzählen. Aber, ach, es macht einen Heidenspaß ihm dabei zuzusehen. McConaughey spielt den schrulligen Surferdude nun ja nicht zum ersten Mal, aber hier wirkt es, als habe er all die Jahre nur auf Autopilot gespielt und dürfe nun endlich…