Three Days of the Condor ★★★½

Ein Paranoia-Klassiker des New Hollywood Kinos, der das Genre des Spionage Thrillers benutzt, um seine gesellschaftskritischen Aussagen zu transportieren. Wie alle Paranoia-Filme dieser Zeit drückt er ein grundsätzliches Misstrauen in die staatlichen Autoritäten und Organisationen aus. Die Bösen sind auf ein Mal nicht mehr die anderen, sondern die eigenen Leute. Organisationen, die einen eigentlich beschützen sollen, stellen sich als Bedrohung heraus.

Der Film hat für mich zwei entscheidende Schwächen. Die Geschichte zwischen Robert Redford und Faye Dunaway funktioniert für mich nicht, und sie wird vollkommen unglaubwürdig ab dem Moment, wo sie zur Liebesgeschichte wird. Vielleicht noch schlimmer ist die Tatsache, dass der Film ein reiner Spionage Thriller ist. Und 1975 war Paronoia bereits eine etablierte Genre-Konvention des Spionage Thrillers und taugt daher nicht wirklich zur Gesellschaftskritik.

Was bei mir in Erinnerung bleibt: Die harte und schön choreographierte Überfall- und Tötungssequenz am Anfang des Films, Max von Sydow als Contractor und vor Allem Cliff Robertson, ein häufig unterschätzter Schauspieler, der unglaublich durchschnittlich und langweilig ausseht, aber dennoch über eine erstaunliche filmische Präsenz verfügt.

Christian liked this review