Avengers: Endgame ★★★★½

Nach den drei Stunden Avengers: Endgame fühle ich mich etwas platt und es fällt mir somit schwer, die richtigen Worte - vor allem ohne Spoiler - zu finden.
Avengers: Endgame hat definitiv einige Überraschungen zu bieten. Vor allem war auch meine Überraschung darüber groß, dass ich einen komplett anderen Film bekommen habe, als ich ihn erwartet hatte. Es scheint so, als wollten die Russo Brüder hier gerne einen anderen Weg einschlagen als bei Infinity War. Das empfinde ich allerdings durchaus als löblich, denn nochmal das gleiche, hätte man auch nicht gebraucht.

Die Anfangssequenz macht schon mal gute Stimmung und führt einen wieder gut dort ein, wo man bei Infinity War aufgehört hatte.
Insgesamt bekommt man hier deutlich weniger Actionsequenzen geboten als im Vorgänger. Aber dennoch sind diese auch sehr unterhaltsam und aufregend inszeniert. Auf ein langes, episches Finale voller Action müssen wir aber dennoch nicht verzichten. Es könnte aber schon sein, dass sich der Film für den einen oder anderen innerhalb der drei Stunden etwas ziehen wird. Ich fand ihn zum Glück immer interessant.

Wie bereits erwähnt, weiß der Film an einigen Stellen wirklich zu überraschen. Die Geschichte setzt sicherlich keine neuen Maßstäbe, weiß aber dennoch zu unterhalten. Es gibt viele unerwartete, aber oft auch schöne und emotionale Kurzauftritte bekannter Charaktere aus allerhand vorheriger MCU Filme, wodurch sich alle Filme irgendwie miteinander verbinden und es ein schönes Gesamtbild der bisherigen 22 Filme ergibt.
Auch wurden einige interessante und coole Ideen eingebaut. Es gibt auch wieder ein paar sehr gute Gags, wobei ich das Gefühl hatte, dass man insgesamt im Verhältnis zu den anderen Filmen weniger eingebaut hatte.
Dennoch muss man zugeben, dass der Film einiges an Vorwissen verlangt und alleine wahrscheinlich nicht richtig funktionieren würde. Man braucht schon mindestens Infinity War zusätzlich für eine stimmige Geschichte.

Viele Charaktere machen eine interessante, wenn auch manchmal unerwartete, Entwicklung durch. Gerade die ursprünglichen Avengers dürfen nochmal einiges zeigen und sich eindrucksvoll präsentieren. Zudem gibt es einige sehr rührende Szenen zwischen den Charakteren.
Der Soundtrack von Alan Silvestri ist erneut absolut großartig und sehr stimmungsvoll.

Ich würde also sagen, dass die ersten zwei Stunden zwar nicht perfekt sind, aber einige bewegende Momente und Highlights haben, während wiederum die letzte Stunde ein episches Finale einleitet, welches fasziniert, schockiert, aufwühlt, uns Freude bereitet und uns trauern lässt.

Avengers: Endgame ist zwar kein fehlerlose, aber dafür ein packender, bewegender sowie spannender Höhepunkt und gleichzeitig auch in mancherlei Hinsicht ein Abschluss eines langen, spektakulären und in der Filmgeschichte einzigartigen Weges.
Für die alte Garde der Avengers hat man hier wirklich nochmal ein würdiges Finale geschaffen, unabhängig davon, wen wir von ihnen vielleicht nochmal wiedersehen werden.
Hiernach wird sich das MCU definitiv verändern und es wird sehr spannend mitanzusehen, in welche Richtung man sich mit den nächsten Projekten bewegen wird.