The Wolverine ★★★½

This review may contain spoilers. I can handle the truth.

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Meine Lieblingsmutanten - Der Weg zum Dark Phoenix (Teil 6 von 10)
Wolverine: Weg des Kriegers (engl. The Wolverine)

Eigentlich ist dieser Film gar nicht so verkehrt, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Damals im Kino war ich oftmals gelangweilt, mir war zu wenig los, der Film zu lange und überhaupt waren mir zu wenig Mutanten dabei. Auch der Extended Cut auf Blu-Ray machte es nur bedingt besser.
Seit der Veröffentlichung von Logan habe den zweiten Wolverine Film zum ersten mal wieder gesehen und tatsächlich hatte ich diesmal meinen Spaß, ohne, dass ich mich wirklich langweilte oder wirklich etwas an dem Film auszusetzen hätte.

Das Setting gefällt mir inzwischen eigentlich ziemlich gut. Wolverine in eine Yakuza Geschichte in Japan einzubauen hat durchaus was. Es hebt sich ein bisschen von den ganzen anderen Superhelden Filmen ab. Aus den Comics erfährt man zudem, dass Logan eine prägende Vergangenheit in Japan hatte sowie eine Ehefrau. Insgesamt wirkt alles ein bisschen bisschen kleiner, ruhiger und intimer als in anderen Filmen der Reihe.

Die dichte Atmosphäre wirkt sehr stimmig. Der Ton ist erneut sehr düster und ernst. Es gibt auch wieder ziemlich spektakuläre und aufwendige Actionsequenzen, wie beispielsweise die in und auf der Bahn. Dennoch verzichtet man hier auf Massenschlägereien von Mutanten und dosiert sogar die Auftritte der wenigen Mutanten, die der Film hergibt. Vor allem lässt sich dieses Werk genügend Zeit für ruhige Momente, in denen die Charaktere im Vordergrund stehen. Gerade in diesen Szenen zeigt sich die Stärke von Regisseur James Mangold.

Ebenso gefällt mir gut, dass man zu Beginn einen gebrochenen Logan gezeigt bekommt, der sich erst wieder fangen muss und im Laufe der Handlung den Verlust von und gleichzeitig Mord an Jean Grey verarbeiten und seinen Frieden damit machen muss. Die kurzen Sequenzen mit Fanke Janssen sind auch schön inszeniert.
Die Liebesgeschichte mit Mariko gefällt mir durchaus auch. In den Comics wird sie übrigens Logans Frau, die er aber später wieder verliert. Es ist eigentlich schade, dass sich das Thema Mariko mit dem nächsten Film schon wieder erledigt hat. Da wäre noch viel Potenzial für gute Geschichten gewesen.

Das Finale ist cool inszeniert und bietet noch ein paar Überraschungen. Ein bisschen hat es mich schockiert, mitanzusehen wie Wolverines Klingen abgeschlagen werden und wie Yashida ihm die Lebensenergie aussaugt. Es ist aber ganz treffend wie sich der Kreis schließt, wenn Wolverine ihn mit seinen alten Knochen-Klingen tötet, die er auch bei deren ersten Begegnung hatte.
Die Mid-Credit-Scene mit Professor X und Magneto macht natürlich dann auch riesige Lust auf den nächsten Film.

Nebenbei sei mal erwähnt, dass man sich allerdings die Frage stellen kann, ob in dem Zeitraum in dem Logans Wunden nicht mehr heilen und er von dem Parasiten infiziert ist, nicht auch ständig blutende Wunden an seinen Händen zu sehen sein müssten, da diese sich eigentlich auch nicht regenerieren dürften, wenn er seine Adamantium-Klingen wieder einfährt.

Kontinuitäts-Probleme
Das Intro von X-Men Origins: Wolverine deutet eigentlich an, dass Logan im Zweiten Weltkrieg in Frankreich gekämpft hat, was natürlich die Frage aufwirft, wie er nach Japan kommt, aber das ist nun auch nicht so wild. Denn auch wenn ich den ersten Solo-Film durchaus mag, ist die Geschichte doch so wirr, dass man auf sie nicht unbedingt Rücksicht nehmen sollte.
Ebenso frage ich mich, woher sich Logan so gut an Yashida erinnern kann, da er von der Zeit eigentlich keine Erinnerungen haben dürfte.

Fazit
Auch wenn das Genie von James Mangold immer wieder an einigen Stellen durchschimmert, merkt man aber deutlich, dass er hier weniger Freiheiten genossen hat als in seinen anderen genialen Filmen, wie Walk The Line oder Todeszug nach Yuma. Zum Glück sollte sich das mit Logan ändern. Ich bin wirklich froh, dass mir Wolverine: Weg des Kriegers inzwischen doch ganz gut gefällt. Bei dem Film läuft nicht nicht alles rund, aber er macht seine Sache insgesamt sehr ordentlich und hat einige Highlights zu bieten.