Dolemite Is My Name ★★★½

Craig Brewer wirft einen sympathischen Blick auf einen der hier zu Lande eher unbekannten Vertreter des Blaxploitation-Kinos Rudy Ray Moore alias Dolemite. Eddie Murphy stellt sich dabei als idealer Besetzungs-Coup heraus und auch der Rest des Casts trägt einen beachtlichen Teil zum Charme des Films bei und sorgt dafür dass es während der insgesamt 120 Minuten nie langweilig wird. Erfrischend auch dass die für das neue „schwarze Kino“ typischen Themen wie Rassismus und Unterdrückung nicht zum zentralen Dreh und Angelpunkt gemacht wurden, ohne sich dabei auf eine mikrokosmische Wohlfüllzone zurückzuziehen, wie man es zuletzt bei Green Book präsentiert bekam. Tatsächlich unterscheidet Dolemite weniger in Hautfarben sondern macht vielmehr soziale Indikatoren zum Thema. Denn Dolemite ist ein „Held“ für die, die sich nach einem Tag harter Arbeit zusammenfinden und gemeinsam eine gute Zeit erleben möchten. In einer Zeit als die Kinosäle leer blieben, weil Hollywood die adressierte, die längst raus aus den Großstädten in die urbanen Speckgürtel gezogen waren, konnten Foxy Brown und Co. die entstandene Lücke erfolgreich füllen. Dolemite ist dabei ein gutes Beispiel dafür, dass sich der Erfolg weniger aus den abgebildeten Stereotypen, sondern vielmehr aus dem unkonventionellen Umgang damit, begründete. So bleibt Brewer diesem Geist treu und liefert zweistündige Unterhaltung auf einem guten Niveau.

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