Slave of the Cannibal God ★★★½

Ich kann gar nicht beschreiben, wie überrascht und irritiert ich gerade bin. Hatte ich bei Slave of the Cannibal God mit einer weiteren bedeutungslosen Kannibalen-Schlachtplatte gerechnet, entpuppt sich Sergio Martinos Streifen als überraschend hochwertiger Beitrag zur Mondo-Welle. 

Mit Ursula Andress und Stacy Keach durchaus stark besetzt, fühlt sich Die weiße Göttin der Kannibalen deutlich mehr nach reinrassigem Abenteuerfilm an, denn nach exploitativem Kannibalen-Kino. Gerade in der ersten Hälfte nutzt Regisseur Martino überwiegend die Natur als Gefahrenquelle, lässt seine Protagonisten durch die dichten Wälder des Urwaldes hüpfen und erzeugt, ausschließlich durch die Bedrohung der natürlichen Umgebung, einen stetig ansteigenden Spannungsbogen.

Erst in der zweiten Hälfte, viel mehr der letzten halben Stunde, mündet die Geschichte in brutalem Kannibalen-Gemetzel, das alles daran setzt, die bis zu diesem Zeitpunkt wenig reißerische Inszenierung (Nehmen wir die pseudo-dokumentarischen Tiertötungen mal raus) schnellstmöglich in blutigem Geschmodder aufzuwiegen. 

Nichtsdestotrotz erweist sich Die weiße Göttin der Kannibalen als spannender, sowohl darstellerisch als auch inszenatorisch hochwertiger Genrebeitrag, der gerade durch seine starke erste Hälfte überzeugen kann! 
Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung ob’s daran liegt, dass ich viel weniger erwartet hatte, oder aber wieder alles auf meinen fragwürdigen Filmgeschmack zurückzuführen ist, aber ich hatte hier mächtig viel Spaß!