Daniel, the Wizard ★★★★★

Besonders an dem Film sind im generellen die Thematiken und die Darstellung der Welt, die unfassbar interessant sind und es entsteht tatsächlich eine kritische Reflektion der Musikindustrie. Nicht zuletzt ist vor allem die Frage, ob der Mensch in dieser Konsumgesellschaft sich selber schadet, unfassbar interessant in Szene gesetzt. Der Film schadet sogar seinen Zuschauern! Diese Metaebene macht das Meisterwerk umso erstaunlicher. Die Komplexität der Story ist schwer in Worte zu fassen. Oft versteht sich der Film auch nur als Kunst. Zum Beispiel ist es wert, anzumerken, dass der Film weglässt, warum die Antagonisten den Mord verüben - auf das Motiv wird nicht eingegangen. Viele Leute - wie man an der Bewertung erkennt -scheinen nicht bemerkt zu haben, dass dies die Frage anspricht, ob wir Menschen überhaupt eine Existenzberechtigung haben. Wie im Film angesprochen scheint Daniel Küblböck mehrere Geschlechter auf einmal zu kombinieren. Jetzt ist die natürliche Frage der Zuschauer: Was will der Autor uns damit sagen ? Will der Autor damit aussagen, dass er keine Sinn in der Welt hat ? Keine Existenzberechtigung ? Werden nicht künstler in unserer gesellschaft bevorteilt ? Ich meine, seine Sexualität wird bedingungslos von der Gesellschaft akzeptiert ?Sind wir alle von dieser Farce betroffen ? Kein einziger Charakter ist wirklich facettenreich. Doch daran erkennt man die verstörende Darstellung einer Welt ohne gute Filme. Ohne gute fiktive Charaktere. Verstörendes Bild. Ganz zu schweigen davon sind die Dialoge so derartig genial und unterschwellig, teilweise sogar sehr tiefgründig interpretierbar, dass man davon sprechen kann, dass Ingmar Bergman sich voller Neid im Grab umdreht. Ein genialer Konflikt ist definitiv die Konfrontation mit neuer Musik, der sich ältere Menschen "unterwerfen" müssen. In diesem Werk sind es ältere Menschen, die dagegen ankämpfen, aber dennoch verlieren, welches klar eine der Kernaussagen des Filmes darstellt. Ich kann schlussendlich nur sagen: Ich habe vorher nie so etwas facettenreiches und beeindruckendes gesehen. 11/10
P.S.: Props an Mao

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