Dolemite Is My Name ★★★½

"Dolemite" ist das Alter-Ego des amerikanischen Künstlers Rudy Ray Moore, der in den 70er-Jahren eine erstaunliche Karriere hingelegt hat, die unkonventioneller und popkulturell interessanter kaum sein könnte. Seine ersten Erfolge sammelt er mit rhythmisch vorgetragenen und für diese Zeit extrem vulgären Comedyeinlagen, mit denen er vor allem beim afroamerikanischen Publikum Anklang findet - und ganz nebenbei den Grundstein für die Kunstform des Raps legt. Doch das ist ihm nicht genug. Er will an die Spitze des Unterhaltungsolymps und entschließt sich daher dazu, einen eigenen Film um sein Alter-Ego zu produzieren.
In seine Rolle schlüpft hier Eddie Murphy, der nach einigen Jahren Abstinenz ins Kino zurückkehrt - und es hat ihm gut getan. Selten konnte man ihn auf so einer schauspielerischen Höhe bewundern.
Der Film selbst lässt sich gut zweiteilen: in den Biopic-Part und den Part, in dem die Charaktere irgendwie versuchen einen Film zu kreieren. Die erste Hälfte ist dabei Biopic-Standard, wenn auch weniger trocken als viele andere Vertreter. Wenn aber die Filmproduktion beginnt, entwickelt "Dolemite Is My Name" eine richtige Sogwirkung, die bis zum Ende nicht mehr nachlässt. Filme übers Filmemachen sind eben immer ganz besonders, vor allem wenn sie so herrlich chaotisch sind.

Fazit: "Dolemite Is My Name" erzählt eine Geschichte, wie sie nur Hollywood hervorbringen kann und die zum Ende immer mehr Fahrt auf nimmt. Außerdem muss ich diesen Original-Film sehen. Unbedingt.

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