Three Days of the Condor ★★★½

Angesichts des politischen Klimas (nicht nur) in den USA ist vermutlich bald ein Revival des großartigen Thriller-Subgenres "Paranoia" zu erwarten. Düstere Krimis über Verschwörungen auf höchster Ebene, besetzt mit den größten Superstars. Filme wie "Three Days Of The Condor" eben, in dem Sydney Pollack kurz nach Watergate die CIA als - Überraschung! - kriminelle Behörde darstellt, die Auftragskiller anheuert, um die eigenen Leute umzubringen, die der Wahrheit etwas zu nahe gekommen sind. Ein alter Favorit, den ich heute allerdings etwas teilnahmslos wiedergesehen habe.
Wir lernen: Die CIA hatte ihre Büros im World Trade Center, und New York im Spätherbst bietet einfach das beste Licht und die schönsten Drehorte für dieses Genre.
Robert Redford ist mit der herrlichsten Männerfrise und cooler Brille natürlich ein Augenschmaus; nichtsdestotrotz verlangsamt seine komplett unglaubwürdige (und heute auch einfach nicht mehr zumutbare) Romanze mit dem Entführungsopfer Faye Dunaway den Film jedesmal derart, dass die Spannung des ersten Drittels später nicht mehr erreicht wird.
Die denkwürdigste Figur bleibt Max von Sydows kultivierter europäischer Auftragsmörder, zumal sein Klamottenstil sogar den von Redford noch in den Schatten stellt.

Stilistisch bleibt das 70er Kino das Maß aller Dinge, aber was man sich im liberalen Hollywood damals so als Schreckensszenario ausgedacht hat, wirkt heute natürlich geradezu niedlich.

Lenny liked this review