Underwater ★★★½

Warum wurde dieses Creature Feature eigentlich drei Jahre zurückgehalten? Und dann wurde er auch nur in ganz wenigen Kinos gezeigt, womöglich damit die Entscheider am Ende recht behalten haben: die 80 Mio. $ Produktion hat weltweit nur 40 Mio $ eingespielt.
Dieses Ergebnis hat er nicht verdient. Ich hoffe auf eine ordentliche Heimkino Auswertung.

Der knapp 90 Minuten lange Film fängt mit einem hohen Tempo an: Mit Zeitungsausschnitten werden auf mysteriöse Erscheinungen im Meer angespielt: Sichtungen und verschwundene Menschen. Um dann direkt mit einer Kamerafahrt ins Meer zu gleiten und eine gigantische Unterwasserstation im Marianengraben zu erkunden. Am Ende sieht man Kristen Stewart bei Zähnputzen in einigen Kilometer Tiefe. Sofort bricht dann die Hölle los, indem in diesem Bereich Wasser eindringt und nach der erfolgreichen Flucht implodiert. Zum Entsetzen der wenigen Überlebenden hat das Ereignis die komplette Unterwasserstation zugesetzt: vieles liegt in Trümmern, keine Kommunikation und der Reaktor droht eine Kernschmelze. Soviel Unheil und doch nichts neues im Genre.
Die Überlebenden müssen nun irgendwie entkommen: Zu Fuß in Ganzkörperanzügen zu einer anderen Station. Leider müssen sie feststellen: Auf dem Grund des Marianengraben ist etwas Bösen und macht Jagt auf sie.

Ja, Anhand der Beschreibung kann man es schon erahnen: Hat man alles in der Form schon einmal gehabt. Ein bisschen "The Abyss", "Alien", "Pitch Black" und "The Descent" und schon hat man einen soliden Horrorstreifen. Die Versatzstücke hat man alle schon gesehen und erschrecken keinen mehr so richtig.

Jump-Scars gibt es nur wenige und wenn, dann merkt man das schon vorher und kann sich gefasst machen. Dafür stimmt die Athmosphäre: Es lauert im Wasser immer eine Bedrohung hinter dem Lichtkegeln. Hier und da huscht was durchs Bild. Vieles wird geschieht nur im Halbschatten.

Dazu kommt: man hat auf die üblichen Klischee-Charaktere nahezu verzichtet. Ja, es gibt den Witzbold, aber :
Keine permanent kreischende Frau.
Kein ultraharter Marine.
Keiner der durch Paranoia durchdreht.
Auch Genre-untypisch: Die Leute verhalten sich halbwegs nachvollziehbar.

Eine weitere Stärke des Films ist das real wirkende Setting. Man hat nicht einfach für einem Green-Screen gefilmt und so getan als wäre man unter Wasser. Nein. Sie haben unter Wasser gedreht. In diesen richtig toll designeten Anzüge im Meer oder einem entsprechend präparierten Pool haben die Darsteller unter Wasser agiert. Das merkt man und hebt den Film über den Genre-Standard.

CGI wird zum Glück nur behutsam eingesetzt, hauptsächlich wurde in echten Sets gedreht. Die CGI wurde dann für die Kreaturen aufgespart. Die Kreaturen sind OK, zumindest stören die Effekte nicht.

Dafür bin ich im Finale etwas hin und her gerissen. Auf der einen Seite ist es dann doch zu viel, aber auf der anderen Seite sieht es richtig, richt geil aus.

Alles in allem ein überdurchschnittlicher Horrorfilm, der strikt runter erzählt wird aber dem Genre nichts neues oder außergewöhnliches hinzufügt.

Mark013 liked this review