I, Tonya

I, Tonya ★★★½

"Eishexe" - So wird Tonya Harding seit dem "Vorfall" in der Öffentlichkeit genannt. Ein "Vorfall" dessen Beteiligung ihrerseits bis heute nicht geklärt ist und 1994 für ordentlich Furore in der Öffentlichkeit sorgte. Der "Vorfall" war ein von Tonya's Ehemann beauftragtes Attentat auf ihre Eislaufkonkurrentin Nancy Kerrigan, bei der ihr Knie mit einer Eisenstange verletzt wurde. Die Umstände dieser absurden Geschichte und Hintergründe des Werdegangs und Lebens von Tonya Harding werden in diesem Biopic sowohl auf dramatische, als auch humorvolle Weise thematisiert. Besonderer Augenmerk liegt neben der Attentatsgeschichte auf die Beziehungen zur ihrer Mutter und ihrem Ehemann. Ersteres gehört zu den Highlights des Films, denn was Allison Janney als kettenrauchente, alkoholsüchtige und zynische Mutter abliefert ist einfach herrlich. Sie ist der heimliche Star des Films und ihre Dialoge mit Tonya sorgen für viele witzige, aber auch tragische Momente. Bei der Beziehung zu ihrem von Sebastian Stan gespielten Ehemann kommt es zwar auch zu einigen denkwürdigen Momenten, doch wollte dort bei mir der Funke nicht wirklich überspringen. Der Film wechselt ständig zwischen rückblickenden Interviews und den tatsächlichen Vorfällen und wird dabei durch das Brechen der vierten Wand immer wieder aufgelockert. Dabei werden kreative Elemente eingebaut, die für mich hin und wieder einen zu "gewollten" Eindruck vermittelt haben. "I, Tonya" ist ein unterhaltsames Biopic das an manchen Stellen etwas aufgesetzt wirkt, aber mit einer wunderbaren Allison Janney seine eigene Fußnote setzen kann.

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