The Vast of Night ★★★½

Eine laue Sommernacht in den Fünzigern irgendwo in einem kleinen Örtchen in New Mexico. Allein diese Eckdaten lassen vermuten, in welche Richtung DIE WEITE DER NACHT geht. Mit seinem TV-Intro lässt das kleine Filmchen auch gleich seinen Mystery-Fokus im Stile von TWILIGHT ZONE erkennbar werden und fungiert wunderbar als Hommage und Neuinterpretation dieser Thematik. Selten wurde das Lebensgefühl der fünfziger Jahre charmanter und nahbarer in die Neuzeit transportiert als hier. Dazu gesellt sich eine Atmosphäre, welche der lauen Sommernacht etwas besonders gibt. Eingefangen von einer tollen Kameraarbeit und untermalt mit einem stimmigen Soundtrack bekommt die im Kern konventionelle Mystery-Geschichte einen frischen Anstrich.

Außergewöhnlich ist die Geschichte nicht, aber die Thematik. Dennoch bewegt sich Erstere auf konservativen Bahnen, wenngleich sie durch die Radio- und Telefon-Perspektive eine spezielle erzählerische Komponente erhält. Seinen unaufgeregten Pfad verlässt die Handlung aber nicht und so fehlen eindeutig die Höhepunkte. Ständig schwebt etwas im Raum - das Ungewisse, eine Gefahr. Doch zu gemächlich beschreitet der Film seinen Weg und hat es nicht geschafft, mich vollends zu packen. Doch dafür entschädigt das Ende, das einen durchaus befriedigenden Moment bietet.

Gemächlich, sympathisch und atmosphärisch - DIE WEITE DER NACHT verpackt seine konventionelle Geschichte so charmant, dass man ihm seine mangelnden Höhepunkte gerne verzeiht.

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